Vielfalt des Gedenkens : 51 Jahre Mauerbau: Orte der Erinnerung in Berlin

Genau 51 Jahre Jahre ist es her, dass der Bau der Berliner Mauer begann. Rund ein Dutzend Mahnmale sowie eine neue mobile Einrichtung gibt es, die die Erinnerung wach halten. Die wichtigsten Gedenkstätten und -veranstaltungen haben wir für Sie zusammengestellt.

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Testsprung. Ein Tourist versucht sich am Sonntag an der Mauer in der Gedenkstätte Bernauer Straße. Foto: Kai Nietfeld/dpa
Testsprung. Ein Tourist versucht sich am Sonntag an der Mauer in der Gedenkstätte Bernauer Straße.Foto: Kai Nietfeld/dpa

Auch 51 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer und 23 Jahre nach ihrem Fall lassen sich die Verwalter des Gedenkens an die Teilung noch etwas Neues einfallen: An diesem Montag stellen die Senatsbildungsverwaltung und die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen ein mobiles Lernzentrum zum Thema vor. Es befindet sich in einem alten DDR-Gefangenentransporter, der zum „Mobile Learning Center“ umgebaut wurde. Künftig sollen damit Zeitzeugen und andere Referenten der Gedenkstätte Schulen besuchen.

Das Interesse an der Mauer ist 51 Jahre nach ihrem Bau ungebrochen. Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie zählt nach wie vor zu den meistbesuchten Museen der Stadt, auch die Gedenkstätten Berliner Mauer an der Bernauer Straße und Hohenschönhausen ziehen Jahr für Jahr hunderttausende Besucher an. Und die von der Senatskanzlei eingerichtete Website www.berlin.de/mauer, auf der die wichtigsten Informationen zur Mauer zu finden sind, wird im Monat rund 250 000 Mal angeklickt, wie Rainer Klemke sagt, Referatsleiter für Gedenkstätten in der Senatskanzlei. Hier ein Überblick der wichtigsten Gedenkstätten, Dokumentationszentren und weiterer Orte des Gedenkens:

GEDENKSTÄTTE BERLINER MAUER

Der zentrale Berliner Gedenkort an der Bernauer Straße samt künstlerisch eingefasstem „Todesstreifen“, Kapelle der Versöhnung, Dokumentationszentrum und Open-Air-Ausstellung befindet sich noch in der Ausbauphase. Bis 2013 sollen die letzten Abschnitte des ehemaligen Mauerstreifens als Gedenkstätte umgestaltet sein – mit Ausnahme eines kleinen Stücks, über dessen Nutzung mit den privaten Eigentümern bislang keine Einigung erzielt wurde. Mehr Informationen gibt es hier.

Panorama-Bilder: 50 Jahre Mauerbau

50 Jahre Mauerbau im Panorama
Blick auf den Pariser Platz vom Brandenburger Tor. Oben totenstille: das Gebiet war Sperrzone. Unten Touristen aus aller Welt. Mit seiner weltberühmten Quadriga ist das Brandenburger Tor längst das inoffizielle Denkmal der Deutschen Einheit. Nicht umsonst sagte Ronald Reagan 1987 „Mr. Gorbachev, open this gate!“ –„Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor!“ Foto: Harf ZimmermannAlle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: Harf Zimmermann
13.08.2011 09:56Blick auf den Pariser Platz vom Brandenburger Tor. Oben totenstille: das Gebiet war Sperrzone. Unten Touristen aus aller Welt. Mit...

MUSEUM HAUS AM CHECKPOINT CHARLIE

Das populärste Museum zum Thema, auch wenn manche Historiker und Museumspädagogen das Konzept des privaten Trägervereins um Alexandra Hildebrandt, die Witwe des Museumsgründers Rainer Hildebrandt, für überholt und ideologisch überhöht halten. Mehr Informationen finden Sie hier.

GEDENKSTÄTTE „GÜNTER LITFIN“

In der ehemaligen „Führungsstelle“ der DDR-Grenztruppen an der Kieler Straße 2 wird an Günter Litfin erinnert, der am 24. August 1961 beim Fluchtversuch erschossen wurde – das erste Opfer gezielter Schüsse an der Mauer nach ihrem Bau. Die Initiative zur Gedenkstätte ging von einem privaten Verein aus, den der Bruder des Getöteten gegründet hat. Für mehr Informationen klicken Sie hier.

PARLAMENT DER BÄUME

Der Künstler Ben Wagin hat diesen Gedenkort für die Mauertoten 1990 auf dem ehemaligen Grenzstreifen unweit des Reichstages angelegt, er besteht aus Segmenten der hinteren Sperrmauer, Bäumen, Gedenksteinen und Kunstwerken. Zugang von der Promenade Schiffbauerdamm, Freitag bis Sonntag, 11–17 Uhr.

Bildergalerie: Die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße nach ihrer Sanierung

Sanierter Dienstsitz: Hier arbeitete Stasi-Chef Mielke
Die ehemalige Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße wurde für elf Millionen Euro saniert. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: dpa
12.01.2012 10:55Die ehemalige Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße wurde für elf Millionen Euro saniert.

GEDENKORT „WEIßE KREUZE“

Der private Berliner Bürger-Verein richtete zum zehnten Jahrestag des Mauerbaus den Gedenkort hinter dem Ostportal des Reichstag ein. Anfangs erinnerten sie an Menschen, die hier bei Fluchtversuchen erschossen worden waren. Heute sollen die sieben weißen Kreuze am Spreeufer an alle Menschen erinnern, die beim Versuch ums Leben gekommen sind, nach West-Berlin zu gelangen.

GEDENKORT „PETER FECHTER“

An der Zimmer-, Ecke Charlottenstraße wird durch eine Stele und eine Pflastermarkierung an Peter Fechter erinnert, der am 17. August 1962 beim Fluchtversuch von DDR-Grenzern angeschossen wurde und im Grenzstreifen verblutete. Anlässlich seines 50. Todestages findet an diesem Freitag an der Gedenkstätte Berliner Mauer eine Veranstaltung statt, bei der der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit Schülern über den Wert der Freiheit diskutieren will.

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