• Von Alexanderplatz bis Kottbusser Tor: Das sind Berlins gefährlichste S- und U-Bahnhöfe

Von Alexanderplatz bis Kottbusser Tor : Das sind Berlins gefährlichste S- und U-Bahnhöfe

Der heimtückische Angriff an der Hermannstraße hat eine neue Sicherheitsdebatte ausgelöst. Immer wieder kommt es in Berliner S- und U-Bahnhöfen zu Gewalttaten. Ein Überblick.

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Auf dem unerfreulichen ersten Platz: der Bahnhof Alexanderplatz.
Auf dem unerfreulichen ersten Platz: der Bahnhof Alexanderplatz.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Alexanderplatz, Kottbusser Tor, Hermannplatz – beim Blick auf die Berliner Kriminalstatistik bilden diese Plätze in der Hauptstadt die Top drei der gefährlichsten U- und S-Bahnhöfe. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2016 wurden hier insgesamt 2057 Delikte gemeldet. Das ist der Antwort des Berliner Senats auf eine schriftliche Anfrage der SPD zu entnehmen. Menschen wurden bestohlen, ausgeraubt, niedergeschlagen und sexuell belästigt.

Allein an der U-Bahnstation Hermannstraße, wo Ende Oktober ein Unbekannter eine Frau angegriffen und die Treppe hinuntergestoßen hatte, wurden demnach 128 Straftaten gemeldet. Die gefährlichsten Bahnhöfe liegen auch im Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte, sprich Körperverletzung, Erpressung und Raub, vorne. 216 Attacken wurden im ersten Halbjahr des Jahres in den drei Bahnhöfen verübt. In Berlin insgesamt wurden 1140 Rohheitsdelikte an S- und U-Bahnhöfen gemeldet. Demnach schlugen die Täter durchschnittlich jedes fünfte Mal in einem der drei gefährlichsten Bahnhöfe der Hauptstadt zu.

Immer wieder meldet die Berliner Polizei Gewalt in Berliner S- und U-Bahnhöfen. Allein in diesem Monat randalierten mehrere Personen in einer S-Bahn in Treptow-Köpenick und sprühten Löschpulver in das Gesicht eines Fahrgastes. In Zehlendorf überfielen und verletzten Unbekannte einen Mann an der S-Bahnstation Sundgauer Straße.

Die brutalsten Attacken der vergangenen Jahre:

In der Silvesternacht 2008 prügeln vier 17- bis 19-jährige Schüler einen 34-jährigen Familienvater auf dem U-Bahnhof Haselhorst fast zu Tode. Ein erschreckender Gewaltakt. Das Opfer wird mit zertrümmertem Schädel, Hirnblutungen und gebrochenem Arm ins Krankenhaus eingeliefert und bleibt fünf Monate arbeitsunfähig. Die Gründe für die Tat kennt bis heute keiner, die Schläger wurden aber gefasst und vom Landgericht Berlin zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und fünf Jahren verurteilt.

Im April 2011 schlägt der 18-jährige Gymnasiast Torben P. auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße sein Opfer nieder und tritt ihm auf den Kopf. Immer und immer wieder. Hätten Zeugen den Schläger nicht aufgehalten, hätte er den Mann womöglich totgeprügelt. Das Landgericht Berlin verurteilt den jungen Mann wegen versuchten Totschlags zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft.

Im Januar 2016 wird eine 20-jährige Frau an der U-Bahn-Station Ernst-Reuter-Platz vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Sie wird überrollt, ist sofort tot. Das Gericht verfügt, dass der Täter Hamin E., der gerade aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden ist, dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht wird.

Neben den gewaltsamen Angriffen werden U- und S-Bahnhöfe auch immer häufiger Schauplatz von kleineren Diebstählen. Taschendiebe waren vermehrt auch am Halleschen Tor, an der Osloer Straße und am Rosenthaler Platz unterwegs.

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