Vorstoß des Verkehrsstaatssekretärs : Aufregung um nur einspurige Hauptstraßen

Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner hat auf einer Podiumsdiskussion angekündigt, Hauptstaßen künftig für Autos einspurig zu machen. Davon nimmt man nun wieder Abstand.

Wenn man glaubt, was Jens-Holger Kirchner kürzlich gesagt hat, fahren hier künftig deutlich weniger Autos.
Wenn man glaubt, was Jens-Holger Kirchner kürzlich gesagt hat, fahren hier künftig deutlich weniger Autos.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Das ist mal eine klare Ansage. „Stellen Sie sich in den Stau, wir werden es bloß einspurig machen an den Hauptverkehrsstraßen, weil wir brauchen den Platz für andere“, hatte Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) am Freitag auf einer Podiumsdiskussion gesagt – und eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Unter anderem erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf, Berlin werde nicht „vom Gepäckträger aus regiert“.

Verwaltung rudert zurück

Am Montag versuchte die Senatsverkehrsverwaltung zu beruhigen. Alles sei nicht so gemeint gewesen, sagte Sprecher Matthias Tang. Es sei unvorstellbar, auf mehrspurigen Straßen wie dem Adlergestell, der Bismarckstraße oder der Heerstraße nur noch jeweils eine Spur den Autos zu überlassen. Kirchners Äußerung werde missverstanden.

Für zunächst ein Jahr soll es noch 2017 auf der Frankfurter Allee stadtauswärts zwischen dem U-Bahnhof Frankfurter Allee und der Niederbarnimstraße einen 900 Meter langen Abschnitt für Fahrradfahrer auf einer der bisher drei Autospuren geben – als Test.

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