Wolfgang Benz : Debatte um Antisemitismus und Islamophobie

Erneut hat der Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, Wolfgang Benz, mit seinem umstrittenen Vergleich zwischen Antisemitismus und Islamophobie heftige Kritik hervorgerufen. Benz hatte sich in einem Zeitungsbeitrag erneut in diesem Sinn geäußert.

Benjamin Weinthal

Die Sprecherin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Maya Zehden, sagte: „ Benz’ Haltung ist unverändert. Es ist nicht förderlich, wenn man Antisemitismus mit Islamophobie vergleicht“. Zehden bezieht sich auf einen von Benz in der Süddeutschen Zeitung geschriebenen Text, in dem er eine unübersehbare Parallele zwischen Antisemitismus- und Islamfeinden betont. Dieser Vergleich sei „unpassend“, sagte Zehden. Die These von Benz hatte in der Vergangenheit bereits Kritik in den USA und Israel hervorgerufen.

Mit Ablehnung reagierte auch der dienstälteste Vorsitzende einer jüdischen Gemeinde in Deutschland, Arno Hamburger. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, ein Überlebender des Holocaust, sagte: „Von Juden geht keine akute Gefahr aus“ – im Unterschied zum radikalen Islam. Der 86-Jährige lehnte solche Vergleiche deshalb als „Schizophrenie“ ab.

Arno Hamburger hatte im vergangenen Jahr sein Bundesverdienstkreuz aus Protest gegen die Verleihung derselben Auszeichnung an Felicia Langer zurückgegeben. Die aus Polen stammende jüdische Menschenrechtsaktivistin hatte zuvor Israel mit Nazi-Deutschland verglichen.

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