Berlin : Zöllner: Keine Reformschule vor 2008/2009

Senator stellt Fahrplan für Gemeinschaftsschule vor

Susanne Vieth-Entus

Die ersten Gemeinschaftsschulen beginnen erst zum Schuljahr 2008/09. Diese Aussage zählt zu dem „Fahrplan“, den Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gestern vorlegte. Zur Vorbereitung setzt er eine Lenkungsgruppe ein, die bis April 2007 ein Rahmenkonzept und „Essentials“ erarbeiten soll. Auf dieser Grundlage können dann bis Juni 2007 Schulen ihre Absicht erklären, an der Pilotphase teilzunehmen. Noch vor den Sommerferien soll es eine Vorbereitungskonferenz mit den Interessenten geben.

Zöllner benannte gestern auch die Mitglieder der Lenkungsgruppe, die Bildungsstaatssekretär Eckart R. Schlemm zugeordnet wird. Die Leitung soll Oberschulrat Siegfried Arnz haben, der das Referat Hauptschulen leitet. Hinzu kommen Lothar Sack, ehemaliger Leiter der Fritz-Karsen-Gesamtsschule, Jens Großpietsch, Heinrich-von-Stephan-Haupt-/ Realschule sowie Gabriele Anders-Neufang, Thomas-Mann-Grundschule Prenzlauer Berg; dazu die SPD-Bildungsstadträtinnen Kerstin Beurich aus Lichtenberg und Dagmar Hänisch aus Mitte sowie Referenten der Bildungsverwaltung.

Gabriele Anders-Neufang gehörte zu denen in der Gruppe, die von ihrer Berufung erst gestern durch Journalistenanrufe erfuhren. Sie sei angefragt worden, habe aber bisher nicht gewusst, dass sie zu der Lenkungsgruppe definitiv gehören werde, sagte sie. Ihre Berufung erklärt sich Anders-Neufang damit, dass ihre Schule als reformfreudig bekannt sei. Zudem gebe es Pläne, dass ein Teil einer sechsten Klasse ihrer Grundschule in das Schliemann-Gymnasium hochwachse. Das habe aber „nichts“ mit dem Thema Gemeinschaftsschule zu tun, sondern nur mit dem Englisch-Schwerpunkt dieser Klasse. Im Übrigen stehe sie dem Reformprojekt aber positiv gegenüber.

Wie berichtet, plädierte die Fraktion der Linkspartei/PDS noch am vergangenen Wochenende dafür, schon in diesem Sommer mit der „Umsetzung“ des Modellprojektes Gemeinschaftsschule anzufangen. Diesem Vorhaben hat Zöllner gestern eine klare Absage erteilt. „Die Gemeinschaftsschulen starten zum Schuljahr 2008/2009“ heißt es kategorisch in der Mitteilung Zöllners, der darüber hinaus betonte, ihm sei es „wichtig, dass die Pilotphase der Gemeinschaftsschule dem Anspruch der optimalen Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers gerecht wird“.

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