Zu Technomusik und Goa-Klängen : Viel Bier auf der Hanfparade in Berlin

Der Kurswechsel sei längst überfällig, meinen die Kiffer und gingen am Samstag bei der Hanfparade für eine freiere Cannabis-Politik in Deutschland auf die Straße. Die Zutaten: Mehr als ein Dutzend Wagen, aus deren Boxen elektronische Musik wummerte, dazu ein paar Joints - und vor allem eines: Viel Bier.

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Ein Joint als Freund. Eine Demonstrationsteilnehmerin tanzt am Sonnabend als Hanfblatt verkleidet durch die östliche Innenstadt.
Ein Joint als Freund. Eine Demonstrationsteilnehmerin tanzt am Sonnabend als Hanfblatt verkleidet durch die östliche Innenstadt.Foto: dpa

Die Demonstration findet unter dem Motto „Meine Wahl – Hanf legal“ statt. Doch wer am Sonnabend erwartet hat, über dem Demonstrationszug der Hanfparade durch die östliche Innenstadt schwere, süßliche Rauchschwaden wabern zu sehen, der wird enttäuscht. Statt Joints kreisen hier eher Bierflaschen. Nur vereinzelt sieht man einen Kiffer demonstrativ an einer Tüte ziehen. Für eine Veranstaltung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, „für den längst überfälligen Kurswechsel in der Cannabispolitik zu demonstrieren“, ist das überraschend.

Ein gutes Dutzend Wagen bildet den Kern des Protestzugs, aus der Politik sind Piraten, Grüne und Linkspartei vertreten. Sie müssen offenbar vom Ansinnen der Veranstalter nicht mehr groß überzeugt werden. Das besteht darin, dass „die Gebraucher von psychotrop wirkenden Cannabisprodukten sich von doppelmoralischen Gesundheitsaposteln und verlogenen Politikern ihre Selbstbestimmung nicht nehmen lassen“ wollen, wie es im Aufruf heißt. Technomusik und Goa-Trance bilden den Klangteppich der Demonstration.

Schüler und Studenten bilden die überwiegende Mehrheit der Protestierer, das Durchschnittalter liegt bei etwa 20 Jahren. Dazu sieht man ein paar in die Jahre gekommene Altkiffer mit grauen Dreadlocks. Alle sind bester Laune, es wird ausgelassen getanzt. 6500 Teilnehmer will der Veranstalter gezählt haben. Auf die Frage, warum hier so wenig gekifft wird, erklärt einer der Organisatoren, dass man die Teilnehmer zur Mäßigung aufgefordert habe. Die Polizei soll keinen Anlass haben, Rauchware zu konfiszieren.

Die Strategie war erfolgreich. Auf der Hanfparade habe es weder Festnahmen noch größere Zwischenfälle gegeben, teilte die Polizei am Sonntag mit.

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