Neue Kunstmesse für Berlin : Auf Anfang

Kristian Jarmuschek, bislang Ko-Direktor der Kunstmesse Preview, kehrt der Berliner Preview den Rücken – und gründet eine eigene Kunstmesse, die während der Berlin Art Week vom 16.-21. September zum ersten Mal stattfindet.

Angela Hohmann
Kristian Jarmuschek
Kristian JarmuschekFoto: Doris Spiekermann-Klaas

Herr Jarmuschek, weshalb rufen Sie eine neue Messe ins Leben? Die Preview hat sich in den vergangenen Jahren doch einen Namen gemacht.

Berlin ist reif dafür. Vor zehn Jahren habe ich mit mehreren Partnern die Preview Berlin als Satellitenmesse zum Art Forum gegründet. Nach einigen Experimenten sollte die Preview nun eine kunstmarktbezogene Konzeptausstellung mit Auktion werden, aber eben keine Messe mehr sein. Ich habe deshalb viele Gespräche mit Kollegen geführt, und es kristallisierte sich das Bedürfnis nach einem neuen Format heraus. Deshalb habe ich mich im Frühjahr dazu entschlossen, Positions ins Leben zu rufen.

Ist das nicht sehr kurzfristig für Ihre Vorbereitungen und auch für die Galerien, die sich zur Teilnahme entscheiden müssen?

Ja, schon. Aber Mitarbeiter, mit denen ich die Preview organisiert habe, haben mich darin bestärkt. Für mich als Galerist in Berlin und andere Kollegen ist eine Messe am eigenen Standort existenziell.

Was ist anders an Positions?

Wir möchten wieder einen Raum für die Auseinandersetzung mit künstlerisch relevanten Positionen schaffen. Alle Akteure des Kunstmarktes, die einen professionellen Präsentationsraum betreiben und sich für Künstler engagieren – und zwar für zeitgenössische, moderne und klassische Künstler –, sind eingeladen. Und zwar nicht, wie früher beim Art Forum, mit einer Vielzahl von Künstlern. Sondern mit maximal drei Positionen pro Koje. Die Teilnehmer kostet das 5000 Euro – weniger als eine Anzeige in einem Kunstmagazin.

Wie viele Kojen wird es geben?

Auf den zwei Etagen des Kaufhauses Jandorf in Mitte, in denen die Positions stattfinden, ist Platz für rund 50 Aussteller. Für 30 davon sind eigene Stände vorgesehen, 20 werden ihre Künstler an Solowänden präsentieren.

Haben Sie sich von Ihren alten Partnern von der Preview getrennt?

Mit Positions ist ein neues Team entstanden, das sich mit ganzer Energie für den Erfolg der Messe einsetzt.

Wer sind Ihre Partner bei Positions?



Wir arbeiten unter anderem mit zwei Agenturen zusammen. Die Agentur Kaiserwetter unterstützt uns bei der Gestaltung des Messeauftritts und dem Veranstaltungsmanagement. Knut Völzke von Leise Design in Frankfurt entwickelt für uns ein Ausstellungsdesign, bei dem trotz Kojen der Raumfluss erhalten und die Architektur des alten Warenhauses sichtbar bleibt.

Wie finanziert sich die Messe?

Die Messe trägt sich ausschließlich über die Teilnehmergebühren.

Wichtige Berliner Galerien wie Martin Klosterfelde und jetzt Joana Kamm haben ihre Galerien geschlossen oder schließen in absehbarer Zeit. Hat der Kunststandort Berlin eine Zukunft?

Ich glaube immer noch fest an den Galeriestandort Berlin. Mit Positions setze ich ein Zeichen. Gemessen am Jahr 2000, als ich meine galeristische Tätigkeit begann, hat sich viel verändert. Politisch sind für den Kunst- und Kreativstandort Chancen verspielt worden. So leicht wie damals kann man heute keine Galerie mehr gründen. Trotzdem ist Berlin nach wie vor attraktiv. Die Berlin Art Week ist eine Initiative, den Standort zu stärken. Wir müssen mutig bleiben und Berlin weiter erfolgreich positionieren. Mit unserer Messe machen wir einen kleinen Schritt in diese Richtung.

www.positions.de

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