Ben Affleck : Bartmann wird Batman

Seit Wochen wurde spekuliert, wer neben Henry Cavill als Superman in der „Man of Steel“-Fortsetzung den Batman spielen darf. Jetzt ist es raus - und die Reaktionen sind gespalten: Kann aus Ben Affleck, der am „Daredevil“ scheiterte, wirklich ein guter Batman werden?

Barbara Munker,Christina Horsten
Hat bereits Erfahrungen als Superheld - aber keine besonders guten: Ben Affleck, hier auf einem Bild von Februar diesen Jahres.
Hat bereits Erfahrungen als Superheld - aber keine besonders guten: Ben Affleck, hier auf einem Bild von Februar diesen Jahres.Foto: AFP

Superheldenepos der Superlative: Nicht nur sollen Batman und Superman erstmals gemeinsam in einem Hollywoodfilm auftreten - der Fledermaus-Mann soll auch noch von Oscarpreisträger Ben Affleck gespielt werden. „Wir wussten, dass wir einen außergewöhnlichen Schauspieler brauchen, um einen der anhaltend beliebtesten Superhelden zu verkörpern“, sagte Greg Silverman, Manager beim Studio Warner Bros., in einer offiziellen Mitteilung am Donnerstag (Ortszeit). „Das und mehr trifft auf Ben Affleck zu.“ Der 41-Jährige werde eine völlig „neue Dimension“ in die Figur bringen.

Als Filmstart ist der 17. Juli 2015 geplant

Alles andere bleibt beim Alten in der für den 17. Juli 2015 angekündigten Fortsetzung des im Sommer erfolgreich in den Kinos gelaufenen Superman-Films „Man of Steel“: Superman alias Clark Kent soll in bewährter Besetzung wieder von Henry Cavill gespielt werden, und auch Amy Adams, Diane Lane und Laurence Fishburne aus „Man of Steel“ sind gemeinsam mit Regisseur Zack Snyder wieder an Bord. Aber Ben Affleck als Batman alias Milliardär Bruce Wayne? Das gilt unter Experten als Riesen-Überraschung. Noch nicht einmal der sonst so gut informierte „Hollywood Reporter“ hatte Affleck auf dem Zettel und spekulierte noch vor kurzem über Namen wie Josh Brolin und Ryan Gosling.

Affleck, der nach schlagzeilenträchtigen Beziehungen mit prominenten Kolleginnen wie Gwyneth Paltrow und Jennifer Lopez inzwischen mit der Schauspielerin Jennifer Garner verheiratet ist und mit ihr drei Kinder hat, ist Hollywoods achter Schauspieler im Fledermauskostüm. Zuvor hatten unter anderem Christian Bale, George Clooney und Michael Keaton die Rolle verkörpert. Name und Inhalt des neuen Films sind noch nicht bekannt.

Batman bekämpft seine Gegner mit Intelligenz, Willenskraft und ausgeklügelten technischen Hilfsmitteln; Superman ist dank seiner Superkräfte außergewöhnlich stark, schnell und unverwundbar und kann außerdem fliegen. In Comics und kleineren Verfilmungen sind beide schon gemeinsam aufgetreten. Meist Seite an Seite gegen das Böse, aber hin und wieder gerieten sie auch in Streit.

„Stoppt das sofort und castet jemand anderen“

Affleck gilt, seitdem er 1998 gemeinsam mit Kumpel Matt Damon den Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewann, als eines von Hollywoods ganz großen Multitalenten. Der Agenten-Thriller „Argo“, bei dem er Regie geführt und die Hauptrolle gespielt hatte, gewann in diesem Jahr den Oscar für den Besten Film.

Batmans Beste
Jeder Superheld hat eine Geschichte, die erklärt, wie er wurde, was er ist. Die von Batman wurde mehr als einmal erzählt, allerdings nie so packend und bewegend wie von Frank Miller, der mit „Year One“ den Neustart der Serie anno 1987 einläutete. Bruce Wayne kehrt nach Jahren zurück nach Gotham, parallel wird ein gewisser Lieutenant Gordon in die Stadt versetzt. Es gibt noch keinen Joker, keinen Mr. Freeze, keinen Riddler, nur den schmutzigen Alltag einer durch und durch korrupten Gesellschaft. Sowohl als Charakterstudie wie als Actioncomic überzeugt „Year One“ bis heute. Miller und Zeichner David Mazzucchelli schufen hier nicht nur einen der besten Batman-Comics, der bis heute das Bild der Figur als düsteren, komplexbehafteten Rächer prägt, sondern auch einen der besten Mainstream-Comics überhaupt.   Moritz HonertWeitere Bilder anzeigen
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26.07.2012 09:43Jeder Superheld hat eine Geschichte, die erklärt, wie er wurde, was er ist. Die von Batman wurde mehr als einmal erzählt,...

Aber Afflecks Karriere hatte auch Tiefpunkte - und einer davon hat ausgerechnet mit einem Superhelden zu tun: 2003 floppte die Comicverfilmung „Daredevil“ mit Affleck in der Hauptrolle an den Kinokassen. Fans und Hollywood-Kollegen reagierten dementsprechend gespalten auf die erneute Ernennung Afflecks zum Film-Superhelden. „Du liest das Drehbuch, fühlst dich gut damit, fühlst dich souverän, und dann nehmen sie Ben Affleck“, witzelte Schauspieler Richard Dreyfuss per Twitter.

Der US-Komiker Chris Rock gratulierte Affleck. „Es war ein harter Kampf, aber du hast ihn fair gewonnen.“ Viele Fans schlugen - nicht immer ernst gemeint - Matt Damon und Jennifer Lopez als Co-Stars vor. Viele zeigten sich aber auch völlig entsetzt. „Stoppt das sofort und castet jemand anderen“, schrieb einer auf der Facebook-Seite des Filmstudios, und ein anderer motzte: „Da habt ihr ja schön einen Filmhelden, den ich liebe, ruiniert.“ (dpa)

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