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Comic-Ausstellung : Arschloch in Öl

26.09.2011 11:25 UhrVon Uta Knapp
Minimalistisch: Neben Comics gibt es auch Anspielungen auf die Kunstgeschichte zu sehen. Foto: Horst Ossinger, dpaBild vergrößern
Minimalistisch: Neben Comics gibt es auch Anspielungen auf die Kunstgeschichte zu sehen. - Foto: Horst Ossinger, dpa

Moers museal: Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen widmet dem eigenwilligen Zeichner und seiner berühmt-berüchtigten Comicfigur erstmals eine Kunstausstellung.

„Nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren“, warnt ein Schild ahnungslose Eltern am Aufgang zur Comic-Ausstellung mit den Werken von Walter Moers. Auch im Kunstmuseum Ludwiggalerie Schloss Oberhausen rechnet die Kuratorin der Ausstellung, Christine Vogt, mit Besucherreaktionen auf die deftigen und provokanten Darstellungen des 1957 in Mönchengladbach geborenen Autodidakten.

Mit seinen Figuren hat der Autor und Zeichner Walter Moers bei vielen seiner Fans längst Kultstatus erreicht. Nun widmet sich in Oberhausen erstmals eine Kunstausstellung seinem Werk.

Käpt'n Blaubär darf nicht fehlen

Mehr als 100 meist noch unveröffentlichte Skizzen und Bilder des eigenwilligen Künstlers sind vom 25. September bis zum 15. Januar 2012 bei der Ausstellung „Die 7 1/2 Leben des Walter Moers“ zu sehen.

Ausstellungskuratorin Vogt verspricht großen und kleinen Besuchern eine Begegnung mit einem „grandiosen Zeichner“ und „großen Künstler des Minimalismus“.

Die Entscheidung, ob das Werk von Walter Moers dem eigenen Nachwuchs zuzumuten ist, wolle das Museum übrigens ganz den Eltern überlassen, sagte Vogt.

In der Vergangenheit hatten vor allem die Zeichnungen rund um die Comic-Figur „Das kleine Arschloch“ immer wieder die Gemüter erhitzt. Moers zog damit nicht nur den Unmut der Kirche, sondern auch wegen sexuell eindeutiger Darstellungen den Unmut des Jugendschutzes auf sich. Für seine Figur „Adolf, die Nazi-Sau“ soll er Drohungen aus der rechtsradikalen Szene erhalten haben.

Nicht jugendfrei: Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Horst Ossinger, dapBild vergrößern
Nicht jugendfrei: Ein Blick in die Ausstellung. - Foto: Horst Ossinger, dap

Die Oberhausener Ausstellung feiert den öffentlichkeitsscheuen Künstler als Zeichner mit einer schier unerschöpflichen Fantasie und einem Werk voller literarischer und kunsthistorischer Anspielungen. Unter dem Titel „Arschloch in Öl“ werden etwa Persiflagen großer Werke der Kunstgeschichte präsentiert. Mit einem „betenden Hasen“ wird dabei Albrecht Dürer ebenso auf die Schippe genommen wie Henri Matisse, dem ein wilder „Tanz nach Absinthgenuß“ zugeschrieben wird.

„Richtig süß“ findet Kuratorin Vogt dagegen das Frühwerk des Künstlers mit Figuren wie dem „Toaster-Drachen“ und natürlich „Käpt'n Blaubär“. Für den berühmten Seebären aus dem Kinderfernsehen haben die Ausstellungsmacher einen eigener Raum in einem der Flügel des Schlosses reserviert.

Provokativ: Mit dieser Figur fing alles an. Foto: Bild vergrößern
Provokativ: Mit dieser Figur fing alles an.

Große und kleine Blaubär-Fans können dort in einem Film die Dreharbeiten zu den „Käpt'n Blaubär“-Sendungen verfolgen und Original-Puppen bestaunen. Für die Herstellung der stets knallroten „Käpt'n Blaubär“-Pullover gibt es eine eigene Strickmaschine, sagte die Kuratorin. (dpa)

Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen: Die 7 1/2 Leben des Walter Moers - Vom Kleinen Arschloch über Käpt'n Blaubär bis Zamonien, bis 8. Januar 2012. Mehr Informationen auf der Website des Museums unter diesem Link.

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