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Internationaler Comic-Salon Erlangen : Max-und-Moritz-Preis - das sind die Finalisten

Der Comic-Salon Erlangen hat die Nominierungen für den Max-und-Moritz-Preis bekanntgegeben. Jetzt haben ein weiteres Mal auch die Leser das Wort.

Finalisten: Die Favoriten von Jury und Publikum - für die Komplettansicht auf das Plus-Symbol klicken.
Finalisten: Die Favoriten von Jury und Publikum - für die Komplettansicht auf das Plus-Symbol klicken.Foto: Lars von Törne

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons Erlangen 2016 wird Ende Mai zum 17. Mal der Max-und-Moritz-Preis verliehen, die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschsprachigen Raum. Jetzt gaben die Veranstalter bekannt, welche 25 Titel dafür nominiert sind - wir dokumentieren die Auswahl. Sieben von zehn Preisträgern werden erst am 27. Mai 2016 im Rahmen der Max-und-Moritz-Gala bekannt gegeben. Mit Claire Bretécher wird erstmals eine Frau mit dem Max-und-Moritz-Preis für ihr herausragendes Lebenswerk ausgezeichnet. "Die Jury würdigt damit die einflussreichste französische Comic-Künstlerin, deren Wirkung weit über Frankreich und die Grenzen des klassischen Comic-Publikums hinausreicht", teilten die Veranstalter des Comicsalons am Montag mit.

Mit einem Spezialpreis zeichnet die Jury (der auch ein Vertreter des Tagesspiegels angehört) in diesem Jahr „Katharsis“ des französischen Comic-Zeichners Rénald Luzier alias Luz aus. Da er am 7. Januar 2015 seinen Geburtstag feierte, traf er einige Minuten später als sonst und damit kurz nach dem Mordanschlag an seinem Arbeitsplatz in der Redaktion von „Charlie Hebdo“ ein. Sein wenige Monate später veröffentlichtes Buch „Katharsis“ ist "ein erschütterndes Dokument der Angst und des Schreckens in der Zeit danach", heißt es in der Pressemitteilung der Jury.

Herausragendes Lebenswerk: Eine Seite aus Claire Bretéchers "Agrippina – Allergien" (Übersetzung Kai Wilksen).
Herausragendes Lebenswerk: Eine Seite aus Claire Bretéchers "Agrippina – Allergien" (Übersetzung Kai Wilksen).Foto: Reprodukt

Ein weiterer Spezialpreis geht in diesem Jahr an den Berliner Avant-verlag für seine Verdienste um die Pflege kulturellen Erbes. Seit 2001 publiziert der Avant-verlag Comics, zuletzt auch viele klassische Stoffe wie „Eternauta“ von Héctor Germán Oesterheld (1919–1978) und Francisco Solano López (1926–2011), die Adaption von Dashiell Hammetts „Fliegenpapier“ des Künstlers Hans Hillmann (1925–2014) sowie Rodolphe Töpffers (1799–1846) „Die Liebesabenteuer des Monsieur Vieux Bois und andere Geschichten“.

Neben dem Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk und den beiden Spezialpreisen legte die Jury 22 Nominierungen fest, die durch drei weitere Titel, die in Internet-Umfragen durch das Publikum ermittelt wurden, zur 25 Titel umfassenden Nominierten-Liste ergänzt wurden. Ausgehend von dieser Liste werden im Rahmen der Max-und-Moritz-Gala am Freitag, 27. Mai, 21 Uhr im Markgrafentheater Erlangen die Preise in den Kategorien „Bester deutschsprachiger Comic“, „Bester internationaler Comic“, „Bester deutschsprachiger Comic-Strip“ und „Bester Comic für Kinder“ verliehen. In den Kategorien „Beste/r deutschsprachige/r Comic-Künstler/in“ (Dotierung: 5.000,– Euro) und „Beste studentische Comic-Publikation“ (Dotierung: 1.000,– Euro) wurden keine Nominierungen vorgenommen, die Preisträger in diesen zwei Kategorien werden ebenfalls erst im Rahmen der Max-und-Moritz-Gala bekannt gegeben. Die Preisverleihung wird erneut moderiert von Hella von Sinnen und Christian Gasser.

Am selben Abend wird auch der Max-und-Moritz-Publikumspreis verliehen - er wird durch eine Abstimmung über die 25 Finalisten ermittelt, an der man sich unter diesem Link beteiligen kann.

Die 25 für den Max und Moritz-Preis 2016 nominierten Titel in alphabetischer Reihenfolge:

„Come Prima“ von Alfred. Übersetzung: Volker Zimmermann. Reprodukt

„Crash 'n' Burn“ von Mikiko Ponczek. Tokyopop (nominiert durch das Publikum)

„Crissis Tagebücher“ von Joris Chamblain und Aurélie Neyret. Übersetzung: Tanja Krämling. Popcom

„Das Hochhaus. 102 Etagen Leben“ von Katharina Greve. www.das-hochhaus.de

„Das Leben ist kein Ponyhof“ von Sarah Burrini. www.sarahburrini.com / Panini Books

„Das Nichts und Gott“ von Aike Arndt. Zwerchfell

„Der Araber von morgen“ von Riad Sattouf. Übersetzung: Andreas Platthaus. Knaus Verlag

„Descender“ von Jeff Lemire und Dustin Nguyen. Übersetzung: Bernd Kronsbein. Splitter Verlag

„Die Toten“ von Stefan Dinter, Christopher Tauber und anderen. Panini Comics / Zwerchfell (nominiert durch das Publikum)

„Ein Ozean der Liebe“ von Wilfrid Lupano und Grégory Panaccione. Splitter Verlag

„Ein Sommer am See“ von Mariko Tamaki und Jillian Tamaki. Übersetzung: Tina Hohl. Reprodukt

„Fahrradmod“ von Tobi Dahmen. www.fahrradmod.de / Carlsen Verlag (nominiert durch das Publikum)

„Irmina“ von Barbara Yelin. Reprodukt

„Junker. Ein preußischer Blues“ von Simon Spruyt. Übersetzung: Rolf Erdorf. Carlsen Verlag

„Kiste“ von Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter. Reprodukt

„Kleiner Strubbel“ von Pierre Bailly und Céline Fraipont. Reprodukt

„Können wir nicht über was anderes reden? Meine Eltern und ich“ von Roz Chast. Übersetzung: Marcus Gärtner. Rowohlt Verlag

„Madgermanes“ von Birgit Weyhe. avant-verlag (Erscheinungstermin: 20. Mai 2016)

„Ms. Marvel” von G. Willow Wilson und Adrian Alphona. Übersetzung: Carolin Hidalgo. Panini Comics

„Opus“ von Satoshi Kon. Übersetzung: John Schmitt-Weigand. Carlsen Manga

„Penner“ von Christopher Burgholz. Jaja Verlag

„The Singles Collection“ (Vom Leben gezeichnet) von Mawil. Der Tagesspiegel / Reprodukt

„Tobisch“ von Joachim Brandenberg. Jaja Verlag

„Von Spatz“ von Anna Haifisch. Rotopolpress

„78 Tage auf der Straße des Hasses“ von David Füleki. Tokyopop

Der Max-und-Moritz-Preis wird durch eine von der Stadt Erlangen berufene unabhängige Fachjury vergeben "und trägt seit über 30 Jahren wesentlich zur künstlerischen und gesellschaftlichen Anerkennung des Comics bei", wie es in der Pressemitteilung heißt. Mit dem Max-und-Moritz-Preis wird die Arbeit herausragender Künstlerinnen und Künstler gewürdigt, verdienstvolle Verlagsarbeit bestärkt, auf Nachwuchstalente aufmerksam gemacht und die qualitative Auseinandersetzung über grafische Literatur gefördert. Der Jury für den Max-und-Moritz-Preis gehören in diesem Jahr an: Christian Gasser (Autor und Dozent an der Hochschule Luzern – Design & Kunst), Brigitte Helbling (Journalistin, Arbeitsstelle für Graphische Literatur, Hamburg), Andreas C. Knigge (Journalist und Publizist, Hamburg), Isabel Kreitz (Comic-Zeichnerin, Hamburg), Lars von Törne (Tagesspiegel-Redakteur, Berlin), Christine Vogt (Direktorin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen) und Bodo Birk (Leiter des Internationalen Comic-Salons Erlangen).

Hier geht es zur Abstimmung über den Max-und-Moritz-Publikumspreis.

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