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Interview : „Nicht jede Figur lebt ewig“

26.06.2012 19:06 Uhrvon
Vielseitig: Marc Webb bei einer der zahlreichen Spider-Man-Filmpremieren der vergangenen Wochen. Foto: dpaBild vergrößern
Vielseitig: Marc Webb bei einer der zahlreichen Spider-Man-Filmpremieren der vergangenen Wochen. - Foto: dpa

Spider-Man-Regisseur Marc Webb erklärt im Tagesspiegel-Interview sein Interesse an Superhelden. Und er verrät, wie er zu einem der kontroversesten Momente der Comicgeschichte steht.

Ihr Film „The Amazing Spider-Man“, der an diesem Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, behandelt mehr als frühere Verfilmungen die Beziehungen Peter Parkers zu seinen Mitmenschen, vor allem zu seiner ersten Liebe Gwen Stacy – wie kommt’s?

Vielleicht liegt das daran, dass ich Liebesfilme sehr mag. In den Spider-Man-Comics spielten Romantik und menschliche Beziehungen ja von Anfang an eine größere Rolle als bei vielen anderen Comics. Und Peter Parker ist eine Figur, mit der man sich als Leser leichter identifizieren kann als viele andere Figuren in diesem Genre.

Neben der Liebe ist die Familiengeschichte von zentraler Bedeutung - war es Ihre Idee, die dem aktuellen Filmplot zugrunde liegende Vater-Sohn-Geschichte so stark herauszuarbeiten?

Ja, denn im Grunde genommen ist Spider-Man ja die Geschichte eines Jungen, der nach seinem Vater sucht und sich selbst findet.

Das war nach meinem Empfinden in früheren Filmen nicht so deutlich herausgearbeitet worden.

Sie haben sich vor Spider-Man mit der bemerkenswert subtilen und sensiblen Independent-Liebeskomödie „(500) Days of Summer“ einen Namen gemacht – nicht gerade die typische Empfehlung für einen Superhelden-Blockbuster-Regisseur …

Nun, mich interessieren die kleinen, realistischen Momente eben sehr – und die finden sich auch in meinem Spider-Man-Film.

Wie kamen Sie zu diesem Job?

Columbia Pictures hatte mich eingeladen, um über ein paar Ideen zu sprechen. Und dann erwähnten sie irgendwann Spider-Man. Ich dachte nicht, dass ich jetzt ernsthaft dafür in Erwägung gezogen wurde. Aber wir sprachen einfach so über die Figur des Peter Parker und die Geschichten, die man mit ihm noch erzählen könnte. Und daraus entwickelte sich dann etwas, das ich so nicht erwartet hatte. Dazu kommt, dass ich ein großer Fan von Action-Filmen und ein großer Comic-Fan bin.

Was fasziniert Sie gerade an Spider-Man?

Dass er kein Außerirdischer und kein Milliardär ist, sondern dieser Junge, der neben vielen Abenteuern auch jede Menge profane, alltägliche Dramen erlebt, die wir alle kennen.

Sind Sie mit diesen Comics aufgewachsen?

Ja, Spider-Man und andere Marvel-Comics wie X-Men waren in meiner Kindheit sehr wichtig für mich. Bei DC waren die Helden Erwachsene, die Kinder waren nur Sidekicks. Bei Marvel waren die Kinder die Helden. Das passte zu den jugendlichen Wunschträumen, die man in dem Alter so hat.

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit der Figur Spider-Man?

Es war ein Bild auf einem Kopfkissen, das ich als kleiner Junge hatte. Aus unerklärlichen Gründen hatte ich von Anfang eine sehr starke Beziehung zu dieser Figur: Er ist freundlich, er ist bunt, er ist jung, er trägt diesen symmetrischen Anzug, und wenn er durch die Luft springt, hat das etwas sehr Provokatives an sich. Ich kannte Spider-Man, bevor ich die Geschichten lesen konnte.

Das Drehbuch zu Ihrem Film stammt von James Vanderbilt – welchen Anteil hatten Sie als Regisseur an der Handlung?

Eine großen. James hat zentrale Elemente der Handlung entwickelt. Aber mir war sehr wichtig, von dem stilisierten Ton der Comic-Hefte wegzukommen und die Geschichte zu erden, also emotional tiefer zu machen. Ich habe mich immer wieder gefragt: Wie würde sich ein ganz normaler Mensch unter diesen außergewöhnlichen, surrealen Umständen verhalten? Ich wollte mehr Realität in die Fantasiewelt bringen. Deswegen gibt es immer wieder kleine, private Momente, die man in anderen Mainstream-Actionfilmen nicht sehen würde. Es ist ein kleiner Independent-Film in der Verpackung eines großen Actionspektakels.

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