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Leseraktion : Die besten Comics 2013 - was unsere Leser empfehlen

Wir wollen von unseren Lesern wissen: Welches waren 2013 Ihre Favoriten? Hier eine aktualisierte Auswahl der Antworten.

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Guter Jahrgang: Einige der vielen Neuerscheinungen der vergangenen zwölf Monate.
Guter Jahrgang: Einige der vielen Neuerscheinungen der vergangenen zwölf Monate.Foto: lvt

Mein Favorit war die Hardcover Ausgabe von "Das Leben ist kein Ponyhof", Band 2. Sarah Burrini beschreibt darin gekonnt ihr imaginäres Leben in einer Tier-WG. Die Zeichnungen sind charmant, voller Anspielungen auf die Nerd-Kultur, der Sarah Burrini angehört, und geben trotz der phantastischen Geschichten einen interessanten Einblick in ihr Leben, vermutlich genauer, als ein wirklich autobiographischer Comic das je könnte. Ich habe sehr viel gelacht. Gleiches gilt natürlich für die Webausgabe unter sarahburrini.com/wordpress. Kann ich nur empfehlen, und ich habe den Comic gerne gekauft und bezahlt, obwohl ich alle Comics bereits in der Online-Version kannte.
Sascha Schneider

Die Manga von Inio Asano sind für mich die besten Comics die dieses Jahr erschienen sind. Es sind definitiv auch andere gute Comics dieses Jahr erschienen, jedoch keine die einen so berühren, solange Nachwirken. Ich kann auch nicht genau sagen welchen Band / welche Reihe ich am besten finde. Fast perfekt gezeichnet sind auf jeden Fall alle erschienen Bände. "Gute Nacht, Punpun" ist zum einen sehr seltsam, da Punpun ein abstrakt gezeichneter Vogel in einer realistisch gezeichneten Welt ist, zum anderen aus genau diesem Grund auch genial da Punpun dadurch kein "richtiger" Charakter in der Geschichte ist, sondern eher ein Avatar. Dadurch kann man sich finde ich sehr gut in ihn herein versetzten, auch da die Geschichte sehr gut erzählt ist. Ich freue mich auf die Fortsetzungen der Serie. "Solanin" ist so ziemlich das Gegenteil zu Punpun. Es gibt eine realistische, kompakte Handlung, die Erzählweise ist um einiges unaufgeregter. Trotzdem ist der Band im Vergleich mit Punpun nicht langweiliger, nur anders. Die Dialoge sind realistisch, die Handlung ist traurig aber irgendwie auch schön. "Das Feld des Regenbogens" ist dann nochmal komplett anders. Beim ersten Lesen war ich vollkommen überfordert, beim zweiten Lesen habe ich dann denke ich das meiste verstanden. Die Handlung ist sehr komplex (erzählt), man realisiert beim ersten lesen nicht wirklich wie alles zusammenhängt. Dafür trifft einen die Handlung beim zweiten lesen, wenn man die (oft grausamen) Zusammenhänge versteht, umso härter. Es ergibt sich langsam ein zusammenhängendes Bild von dem was passiert ist, wie eine Grausamkeit zur nächsten geführt hat. Das ist verstörend aber irgendwie auch faszinierend.
Lorenz Wickert

Meine Comics des Jahres:
1. Deutschspachiges Original: Uli Lust - "Flughunde". Komplex, scheinbar wie die Vorlage von wenigen gelesen und noch wenigeren verstanden (... oder fertig gelesen...). Ein Ganz-Erlebnis, ein die ganze Sinne verschluckendes Meisterwerk.
2. Internationale Comics: "Nobrow" 8: Hysteria. Split-Anthologie des wohl derzeit besten Comicverlags der Welt, der englische Nobrow-Verlag (meine bescheidene Meinung). Ein mit Spot-Farben (!) gedrucktes Magazin, Hälfte Comics/Hälfte Illustrationen, die Serie wird immer besser,  u.a. mit: Jim Rugg, Luke Pearson, Dustin Harbin, Max, Markus Färber, etc.
3. (Internationales) Comicheft: Ja, es gibt sie also doch noch, die Comichefte. Schund, sagen die einen – wir haben jetzt Graphic Novels, die anderen. Michael Deforge - "Lose" #5 (bzw. diverse andere Neuerscheinungen von Koyama Press, wie: Blobby Boys, Little Tommy Lost, etc.)Total eigener Stil, verdreht wie Cronenberg: gruselig!
Christian Wellmann

"Uzumaki" von Junji Ito: Irre Spiralen - Typisch J-Horror, beginnt langsam, steigert sich bis zum Finale, zu einem der bizarrsten Horrorcomictrips überhaupt.
"Berlinoir" von Reinhard Kleist: Vampire in Berlin -  Das aufpolierte Gesellenstück von Reinhard Kleist stellt den Durchbruch eines der produktivsten und besten Comickünstler Deutschlands dar.
"Dark Country" von Thomas Ott: Alptraum Hochzeitsreise - Nach fünf Jahren ein neues Werk des Maestros der Schabkunst. Schwarzweiß, makaber, abgründig also typisch Ott.
"Die Übertragung" von Manuele Fior: Italien im Jahr 2048 - Fior entwickelt sich zu einem der eigenständigsten Comicautoren Europas - dies ist sein jüngstes Meisterwerk.
"Calvin und Hobbes" Gesamtausgabe von Bill Watterson: Junge und Tiger - ergibt einen Jahrhundertcomicstrip!
Michael Lauterbach
Mein absoluter Favorit unter den Comics dieses Jahr ist "Schisslaweng" von Marvin Clifford. Es ist einfach klasse, wie er mit mit seinen Comics, die sich um den Alltag eines Comiczeichners drehen, mit Humor und unglaublichen Witz rüber bringt. Die Zeichnungen sind einfach super und bereiten mir jeden Mittwoch und Sonntag ein breites Grinsen ins Gesicht. Deshalb verdeint er in meinen Augen den Preis für den besten Comic 2013!
Tanja Mokhtari-Haj

Meine Comics des Jahres waren:
"Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt" von Chris Ware. Schon jetzt nicht anders zu denken als Kunst in Reinform. Ein Meilenstein für das Genre und instant classic. An diesem Meisterwerk werden sich noch viele Autoren abarbeiten. Nach mehr als zehn langen Jahren des Wartens heilt die Zeit nun endlich alle Wunden. Danke Reprodukt!
"Der Tod von Adorno" von Helmut Wietz. Eine aberbunte Klassenfahrt ins 68er Deutschland im Testosteronrausch. Ein Comic, das die damalige Zeit nicht zur Tode verkopft. Herrlich dialektisch, bunt und weise.
"Der Mann ohne Eigenschaften: Nach Robert Musil" von Nicolas Mahler. Mahler malt uns Musil ins Gedächtnis. Ein Buch als Buchersatz. Grafisch beeindruckend simpel wird der Roman eingefangen und sinnvoll umgesetzt. Ab in die Schulen damit!
Thomas Wilke

Mein Favorit für 2013 ist Christina Plakas "Kimi he - Worte an dich" (Carlsen). Es hat eine Auszeichnung verdient, weil es allein durch die für einen Manga eher ungewöhnliche Aufmachung im Kopf bleibt. Ich finde, Christina hat hier ein wahres Meisterwerk geschaffen und den Lesern einen so tiefen Blick in ihre Seele gewährt... Kann man nicht in Worte fassen.
Sarah Bergfeld

2013 war für mich ein Jahr, in dem ich mir alle Titel inkl. einer kurzen Bewertung in meinem ureigenen Comic-Tagebuch aufgeschrieben habe. Überragend für mich dieses Jahr waren zwei Werke, die eigentlich schon seit Jahren auf den Markt sind, aber nunmehr erstmals auch in deutscher Sprache erschienen:
"Calvin & Hobbes" Gesamtausgabe aus dem Carlsen Verlag - ursprünglich ja schon von 2005 ist dieser Schuber endlich auch hierzulande erschienen. In vorbildlicher Qualität wird das Hauptwerk von Bill Watterson ansprechend umgesetzt. Zu dem Jungen und dem Tiger muss man selber wohl kaum noch was sagen. Ein Muss für jeden Comicfan.
"Jimmy Corrigan – Der klügste Junge der Welt" von Chris Ware aus dem Reprodukt-Verlag. Nach über zehn Jahren hat sich endlich mal ein deutscher Verlag gefunden und dieses Meisterwerk, der die Möglichkeiten des Comics förmlich auslotet und absolut überragend umsetzt, veröffentlicht. Aber besser spät als nie.
Weitere Highlights für mich waren:
"De:Tales" von Bá und Moon aus dem Cross-Cult-Verlag: Skurril, nachdenklich, witzig, emotional und sehr atmosphärisch.
"Der Zauberer von OZ - Band 2: Ozma von OZ" von Shanower und Young aus dem Panini-Verlag: Wunderschönes Artwork, stimmige Farben und angenehme Erzählung, die weniger fantasylastig sondern eher märchenhaft präsentiert wird. Schön, dass der Nachfolger dem Erstling das Wasser reichen kann.
"Die blauen Boys" - Gesamtausgabe Band 1 von Salvo und Cauvin aus dem Salleck-Verlag: Der Grundstein für einen frankobelgischen Dauerbrenner. Noch ist diese satte Ironie und mitunter spürbare Verbitterung noch nicht ausgereift, aber die drei ersten Bände, die hier versammelt sind, lassen das Potenzial erkennen. Der erste Band der Gesamtausgabe zeigt sich dabei in vorbildlicher Weise und lässt ganz schnell die schlimme deutsche Erstveröffentlichung vergessen.
"Die Vier von der Bakerstreet 4: Die Waisen von London" von Djian, Legrand und Etien aus dem Splitter-Verlag: Ursprünglich als letzter der Reihe, soll die Serie jetzt doch ihre Fortsetzung finden. Zurecht: Spannend, witzig, atmosphärisch, mitreißend. Diese Vier machen einfach Spaß.
Es war ein spannendes Jahr und wird hoffentlich genauso gut weitergehen.
Holger Wedeking

Mein eindeutiger Comic-Favorit ist dieses Jahr der Flix! Einfach herrlich, wie er mit "Heldentage" Alltagssituationen in kleinen Comics einfängt und ich oft denke "Haha! Genau! Das kenn ich!" Ebenso die Reihe "Schöne Töchter", die bisher schon einige der "typischen" Szenen zwischen Mann und Frau sympathisch und mit Humor darstellt, und vor allem die kleinen unscheinbaren Dinge nicht übersieht, die oft so viel ausmachen. Sein Buch "Don Quijote" hat mich nach Besuchen bei meiner dementen Oma immer wieder aufgemuntert.
Anke Schmidt

Hier meine fünf Comics, die ich zu den besten des Jahres 2013 zähle:
5) Guy Delisle: Ratgeber für schleche Väter
Guy Delisle ist und bleibt einer meiner Favoriten, was das Zeichnen von Graphic Novels und das Beschreiben von Familienleben angeht. Schon in seinen bisherigen Reportage-Bänden über Nord-Korea, China oder Birma blitzte seine spitze Feder auf und fiel der Blick auf die Tücken des Familienalltags. In "Ratgeber für schleche Väter" hält er uns Exemplaren dieser Spezies den Spiegel vor. Ich musste an vielen Stellen laut lachen, so exakt seziert er den Irrsinn des Familienlebens und findet immer noch eine Pointe.
4) Rutu Modan: Das Erbe
Eine wunderbare Familien-Geschichte. Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit macht sich eine alte Frau mit ihrer Enkelin aus Israel auf den Weg nach Polen. Der beste Witz des Buches auf Seite 220. Im klassischen franko-belgischen Comic-Stil hat Rutu Modan aber ihren eigenen Strich gefunden.
3) Moritz Stetter: Luther
Eine wunderbare Adaption des bekannten Stoffs: Hier stehe ich und kann nicht anders. Luther mit Sprechblasen und tollen Bildern. Hie und da etwas oberflächlich, aber doch lesenswert.
2) Kitty Kahane: 17. Juni
Emotional packend wird eine Liebesgeschichte erzählt. So hautnah erzählt bleibt mir der 17. Juni nicht mehr schwarz-weiß, sondern schillert farbig in meiner Fantasie, auch wenn der Comic in blau-weiß gezeichnet
ist. Die Zeichnungen sind nicht brillant, eher teeniehaft simpel, produzieren aber doch eine dichte Atmosphäre, sodass man als Leser schnell in den Bann gezogen wird. Überrascht war ich von so manchem historischem Faktum: Wer weiß schon, dass die Demonstranten mal eben durch Westberlin gezogen sind, um schneller vor die Regierungsgebäude im Osten zu kommen?
1) Mertikat/Klinke: Steam Noir Das Kupferherz 3
Nach dem ersten beiden Bänden von "Steam Noir - Das Kupferherz", habe ich auch den dritten verschlungen und wurde in die Atmosphäre dieser Geschichte und der Bilder förmlich hineingesogen. Lesenswert sind in jedem Band auch die Anhänge, in denen Erklärungen zu den Hintergründen und der Entstehungsgeschichte von "Steam Noir" gegeben werden. Und wenn dann noch die Besten der deutschen Comicszene ihre Interpretationen der Protagonisten liefern, sind auch die letzten Seiten eines Buches ein Vergnügen.
Ulrich T. Christenn

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