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Wettbewerb : Die besten Comics des Jahres - Lars von Törnes Favoriten

11.12.2012 16:30 Uhrvon
Lars von Törne. Foto: Kai-Uwe HeinrichBild vergrößern
Lars von Törne. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

Nach unseren Lesern nennt jetzt die aus neun professionellen Comiclesern bestehende Jury ihre Favoriten des zu Ende gehenden Jahres. Heute: Tagesspiegel-Redakteur Lars von Törne

In den vergangenen Wochen haben wir unsere Leser gefragt, welches für sie die besten Comics des Jahres 2012 waren. Mehr als 100 Einsendungen mit teilweise ausführlichen Begründungen erreichten uns, hier ist eine Auswahl davon dokumentiert.

Jetzt ist die Fach-Jury dran. Sie besteht aus Anne Delseit (AnimaniA, Comix), Lutz Göllner (zitty), Volker Hamann (Reddition), Matthias Hofmann (Alfonz), Martin Jurgeit (Comixene), Stefan Pannor (Spiegel Online), Frauke Pfeiffer (Comicgate), Andreas Platthaus (FAZ) und Lars von Törne (Tagesspiegel).

Jedes Jurymitglied war aufgefordert, unter den im vergangenen Jahr auf Deutsch erschienen Titeln seine fünf Favoriten zu nennen und die Auswahl kurz zu begründen. Hier die Antworten von Tagesspiegel-Redakteur Lars von Törne, der bei der in Berlin erscheinenden Zeitung unter anderem die Comicseiten betreut.

Herausragend: "Rosalie Blum" und "Packeis" Foto: PromoBild vergrößern
Herausragend: "Rosalie Blum" und "Packeis" - Foto: Promo

Platz 5: „Rosalie Blum“ von Camille Jourdy (Reprodukt)
Vielschichtig, klug konstruiert und nur auf den ersten Blick harmlos: Camille Jourdy ist mit der Graphic Novel „Rosalie Blum“ einer der herausragenden Comicromane des Jahres gelungen. Ich liebe es, wie viel Zeit sie sich nimmt, um in bis ins letzte Detail ausgeklügelten Bildern das exzentrische Personal dieser Komödie lebendig werden zu lassen, dessen Lebenswege einander kreuzen und sich auf überraschende Weise beeinflussen. Beeindruckend ist auch die Kontrastierung von hellen, warmen und anfangs naiv wirkenden Bildern mit ernsten Begebenheiten und tragikomischen Momenten.

Platz 4: „Packeis“ von Simon Schwartz (Avant)
Eine aufregende literarische Annäherung an die Wirklichkeit.Mit geschickten Perspektivwechseln erzählt Schwartz die Geschichte der ersten Eroberung des Nordpols vor gut 100 Jahren als packendes Lehrstück über menschliche Hybris und ihre Folgen. In sorgfältig komponierten Bildern führt er vor Augen, wie unterschiedlich die Beteiligten die dramatischen Reise ans Ende der Welt erlebten. Noch beeindruckender als in seinem Graphic-Novel-Debüt „drüben“ erweist sich Schwartz hier als Meister der Kunst, in klaren, auf den ersten Blick naiv wirkenden Bildern Geschichten von überraschend hoher Komplexität und Emotionalität zu erzählen.

Flix' Meisterwerk: "Don Quijote". Foto: PromoBild vergrößern
Flix' Meisterwerk: "Don Quijote". - Foto: Promo

Platz 3: „Don Quijote“ von Flix (Carlsen)
Flix hat seine ohnehin schon enormen Fähigkeiten als Erzähler und Zeichner, die er seit seiner Quasi-Autobiografie „Held“ regelmäßig unter Beweis stellt, in dieser anfangs als Zeitungsserie veröffentlichten Erzählung noch einmal in beeindruckender Weise gesteigert. Eine packende Story voller Cliffhanger, die das literarische Original ehrt, aber etwas ganz Eigenes draus macht. Charaktere, die komödiantisch überdreht und zugleich authentisch-menschlich wirken und einem ans Herz wachsen. Filigrane, dynamische Zeichnungen voller Zwischentöne. Und ein traumwandlerisches Gespür für Witz und Ernst.

 

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