PORTRÄT STEFAN RAUE NEUER MDR-CHEFREDAKTEUR: : „Profil, Kompetenz, Gestaltungswille“

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Foto: MDR/ZDF/Wolfgang Lehmann
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Die Gelegenheit war günstig für Udo Reiter. Der Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) konnte eine Personalie mit einer neuen Struktur verbinden. Christian Schneider, Hörfunk-Chefredakteur, ging gerade in den Ruhestand, Wolfgang Kenntemich, der in gleicher Funktion für das MDR-Fernsehen arbeitet, verabschiedet sich im Herbst. Reiter zog beider Aufgaben zusammen und setzte mit Blick auf MDR online noch eins drauf: Also ernannte er Stefan Raue zum ersten „trimedialen Chefredakteur“ der ARD-Anstalt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Raue kommt nicht aus dem MDR, er kommt vom ZDF, er stammt nicht aus dem Osten, er wurde 1958 in Wuppertal geboren und arbeitet in Mainz. Für seine Ernennung war anderes wichtig, wie Reiter sagte: „Ein klares öffentlich-rechtliches Profil, publizistische Kompetenz und medienübergreifender Gestaltungswille“. Raue sagte erst einmal gar nichts, er beginnt am 1. November und muss sich doch von Stund an Gedanken darüber machen, wie er die neue trimediale Plattform gestalten will. Dort soll rund um die Uhr und in Absprache mit den selbstbewussten Landesfunkhäusern die aktuelle Berichterstattung von Fernsehen, Hörfunk und neuen Medien koordiniert werden.

Das alles wird in Leipzig passieren, das Raue kennt. Reiter war schlau genug, sich nicht nur einen erfahrenen Journalisten und Planer an den MDR-Hauptsitz zu holen, Sondern Raue ist seit 1997 auch Redaktionsleiter des ZDF-Magazins „Blickpunkt“, das sich intensiv der Entwicklung in Ostdeutschland gewidmet hat und widmet.

Der Wuppertaler hat, nach geisteswissenschaftlichem Studium und Volontariat, für den WDR als Reporter gearbeitet. Mit der Einheit ging er in die Hauptstadt der Einheit, zu Rias-TV nach Berlin, wo er von 1992 an die Ressorts Aktuelles und Nachrichten bei Deutsche Welle TV leitete. Beim ZDF hat Raue anschließend an den journalistischen Schnittstellen gearbeitet, er war Schlussredakteur beim „heute-journal“, stellvertretender Leiter bei „heute“.

Spätestens seine aktuelle Aufgabe in der Führungsebene für Außen-, Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik zeigt seine mannigfaltigen Interessen und seine Qualitäten als Organisator. Wer sich in der großen, vielköpfigen ZDF-Publizistik behauptet und immer noch Zeit für den „Blickpunkt“ hat, der wird auch als trimedialer MDR-Chefredakteur nicht den Kopf verlieren.Joachim Huber

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