Explosion in Einkaufszentrum : 21 Tote bei Anschlag in Nigerias Hauptstadt Abuja

Wenige Stunden vor dem WM-Spiel zwischen Nigeria und Argentinien, hat es in der nigerianischen Hauptstadt Abuja einen Bombenanschlag mit 21 Toten gegeben. Die Explosion ereignete sich in einem Einkaufszentrum.

Mehrere Autos wurden bei der Explosion zerstört.
Mehrere Autos wurden bei der Explosion zerstört.Foto: dpa

Kurz vor dem Anpfiff des WM-Fußballspiels Nigeria-Argentinien sind in der nigerianischen Hauptstadt Abuja am Mittwoch bei einem Anschlag 21 Menschen getötet worden. Die Polizei teilte mit, nach der schweren Explosion in einem Einkaufszentrum gebe es 17 Verletzte. Die Regierung sprach von einem "Bombenanschlag", ohne zunächst mögliche Urheber zu benennen.

"Die derzeitige Zahl lautet 21 Tote und 17 Verletzte", sagte Polizeisprecher Frank Mba. Es habe eine Festnahme gegeben. Regierungssprecher Mike Omeri führte die Explosion auf einen "Anschlag" zurück. Der Anschlag wurde auf das Einkaufszentrum Emab Plaza im Zentrum der Hauptstadt verübt. Dieses wurde bereits mehrfach von der Islamistengruppe Boko Haram als Zielscheibe ausgewählt. Durch die Wucht der Explosion gingen die Fenster auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu Bruch, überall waren Blutlachen zu sehen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Nach Behördenangaben wurden 40 Autos zerstört.

Boko Haram verübt immer wieder Anschläge

Soldaten und Polizisten riegelten das Gebiet ab, Feuerwehrleute bahnten sich ihren Weg zum Tatort, über dem dicke Rauschschwaden zum Himmel stiegen.
Seit 2009 verübt Boko Haram immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen, Schulen und Einkaufszentren. Allein in diesem Jahr wurden fast 2000 Menschen bei Angriffen der Gruppe getötet. Boko Haram kämpft für einen islamischen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias.

Viele der entführten Schülerinnen noch immer vermisst

Erst in der vergangenen Woche hatten mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer im Bundesstaat Borno im unruhigen Nordosten Nigerias nach Angaben eines Behördenvertreters mehr als 60 Frauen und Mädchen entführt. Für Empörung sorgte vor allem die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen durch die Islamisten im April. Viele der Mädchen werden noch immer vermisst.

Ebenfalls im April wurden bei einem Doppelanschlag auf einen Busbahnhof bei Abuja mindestens 75 Menschen getötet. Dies war das bislang blutigste Attentat in der nigerianischen Hauptstadt. Boko Haram bekannte sich später dazu. Am 1. Mai tötete eine Autobombe am selben Busbahnhof mindestens 19 Menschen.

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