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Friedensnobelpreis : Talibanopfer Malala Yousafzai ausgezeichnet

Die Kinderrechtsaktivisten Malala Yousafzai aus Pakistan und Kailash Satyarthi aus Indien werden in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet

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Hoffnungsträgerin: Die 17-jährige Malala Yousafzai, die in Pakistan gegen Extremismus und Ungerechtigkeit.
Hoffnungsträgerin: Die 17-jährige Malala Yousafzai, die in Pakistan gegen Extremismus und Ungerechtigkeit.Foto: dpa

Pünktlich um 11 Uhr am Freitag gab das Nobelpreiskomitee in Oslo seine Entscheidung bekannt: Der Friedensnobelpreis 2014 geht an Malala Yousafzai aus Pakistan und Kailash Satyarthi aus Indien. Damit werde ihr Eintreten gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und für deren Recht auf Bildung gewürdigt. Kinder müssten die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen, und müssten vor Ausbeutung geschützt werden, erklärte das Nobel-Komitee. Der 60-jährige Inder Kailash Satyarthi habe in der Tradition von Gandhi großen Mut bewiesen und viele friedliche Demonstrationen und Proteste angeführt, die sich gegen die Ausbeutung von Kindern richteten. Die 17 Jahre alte Pakistanerin Malala Yousafzay habe trotz ihrer Jugend schon seit vielen Jahren für das Recht der Mädchen auf Bildung gekämpft, erklärte das Nobel-Komitee. Sie sei ein Beispiel dafür, dass auch schon Kinder und Jugendliche einen Beitrag dazu leisten können, ihre Lage zu verbessern.

Kailash Satyarthi (l) zusammen mit Jugendlichen, für die er sich einsetzt.
Kailash Satyarthi (l) zusammen mit Jugendlichen, für die er sich einsetzt.Foto: dpa

Bei der Rekordzahl von 278 vorgeschlagenen Kandidaten dürfte dem Nobelkomitee die Wahl alles andere als leicht gefallen sein. Die bekannten Nominierungen reichten von Papst Franziskus über den US-Whistleblower Edward Snowden bis zu dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege. Auch die 17-jährige Malala Yousafzai war schon vorab für die Auszeichnung gehandelt worden. Erst vor einer Woche soll sich das norwegische Komitee auf einen Preisträger geeinigt haben, berichtete der Fernsehsender NRK.

Friedens-Nobelpreis 2014
Der Vater der jüngsten Friedennobelpreisträgerin aller Zeiten, Ziauddin Yousafzai, kann sich mindestens so sehr als Preisträger fühlen wie seine Tochter Malala. Er war Schulleiter in Pakistan und hat seine Tochter auch unter dem Taliban-Regime ermutigt, zur Schule zu gehen. Seit dem Attentat auf Malala Yousefzai vor fast genau zwei Jahren ist er zugleich auch so etwas wie Malalas Manager geworden. Er wird nun noch mehr Gelegenheit haben, gemeinsam mit seiner Tochter aufzutreten. Am Freitag stellte sich Malala mit ihrer Familie nach der Schule der Presse in der Bibliothek von Birmingham.Weitere Bilder anzeigen
1 von 30Foto: Reuters
10.10.2014 22:24Der Vater der jüngsten Friedennobelpreisträgerin aller Zeiten, Ziauddin Yousafzai, kann sich mindestens so sehr als Preisträger...

Mit der Bekanntgabe des Friedensnobelpreisträgers geht die Woche der Nobelpreise zu Ende. Seit Montag hatten Jurys in Stockholm Preisträgern Auszeichnungen in Medizin, Physik, Chemie und Literatur zugesprochen. Alle Preise sind mit jeweils acht Millionen schwedischen Kronen (rund 876 000 Euro) dotiert und werden an Alfred Nobels Todestag, dem 10. Dezember, verliehen. Anders als die
anderen Auszeichnungen wird der Friedenspreis in Oslo übergeben.

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