• Im Zeichen des weißen X: TV-Spots sollen Öffentlichkeit für Missbrauchsproblematik sensibilisieren

Im Zeichen des weißen X : TV-Spots sollen Öffentlichkeit für Missbrauchsproblematik sensibilisieren

Mit einer neuen Kampagne wirbt der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung um Aufmerksamkeit für das Thema.

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Szenen aus der Lebenswelt der Kinder in schnellen Sequenzen: Fußballplatz, Schule, Ferienlager, Kirche, Familie. Gegen Ende des 45-Sekunden-Spots die mahnenden Worte: „Viele Räume prägen das Leben unserer Kinder. Schützen wir sie. Beugen wir sexuellem Missbrauch vor.“ Und die Aufforderung: „Fragen Sie nach. Machen Sie mit.“ Einspielungen dieser Art werden den Fernsehzuschauern demnächst bei privaten wie öffentlich-rechtlichen Sendern öfter begegnen. Die von Filmregisseur Dany Levy und seiner Frau honorarfrei realisierten Spots, die von den Sendern kostenlos ausgestrahlt werden, sind Teil der Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“, mit der der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, die Gesellschaft für das Thema stärker sensibilisieren will. Am Donnerstag stellte Rörig die Kampagne in Berlin vor. Ein großes weißes X steht als sichtbares Zeichen für das Anliegen der Aktion. 14 Millionen Kinder und Jugendliche in mehr als 200 000 Einrichtungen in Deutschland gelte es besser zu schützen, sagte Rörig. Die Kampagne will aber auch dazu ermutigen, in Einrichtungen nachzufragen, ob es dort bereits Schutzkonzepte gibt, und sie will deren Einführung unterstützen. Dazu gehören präventive Maßnahmen, wie ein Verhaltenskodex oder Fortbildungen für Fachkräfte, aber auch die Einführung von klaren Regeln zum Vorgehen im Verdachtsfall. Auf der Homepage der Aktion werden dazu Informationen gegeben. 400 000 Euro hat der Bund für die Kampagne bereitgestellt. Rörig hat insgesamt 700 Dax-notierte Unternehmen angeschrieben, um weitere Unterstützung zu erhalten – finanziell, materiell, ideell. Bislang kam von elf Firmen Antwort – und ein Scheck über die jeweils erbetenen 5000 Euro.sc

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