Junge Islamkonferenz : Nachwuchs darf Empfehlungen überreichen, aber nicht reden

Wie schon im vergangenen Jahr wird sich auch diesmal die Junge Islamkonferenz zum Plenum der DIK zu Wort melden. Das Forum, ein gemeinsames Projekt der Mercator-Stiftung und der Humboldt-Universität, begleitet die vom Innenministerium berufene DIK mit kritischen Anmerkungen aus der Perspektive junger Leute und will erklärtermaßen „ein Modell für den konstruktiven Umgang mit Vielfalt“ bieten. Die 27 Teilnehmer im Alter zwischen 17 und 25 Jahren kommen aus Parteien, Verbänden, Vereinen und religiösen Organisationen und konzentrieren sich diesmal aufs Internet, seine Rolle als Verstärker von Muslim- und Islamfeindlichkeit, als Bühne – mittlerweile hochaktuell – für Salafisten und Islamisten, aber auch als Raum der Identitätsstiftung. Man wünsche sich aber auch mehr Vernetzung mit der DIK, sagt Mersiha Hadziabdic, die 22-jährige Berliner Studentin, die zusammen mit ihrem Kollegen Serdar Bulat zehn Empfehlungen zu Schule und Medien übergeben will. Man denke an ein Mentoring-Programm von Seiten der DIK für die Jungen, hoffe aber umgekehrt auch, „dass wir dort Gehör finden“. Dass die Jungen zum zweiten Mal vor das Plenum träten – wenn auch diesmal ohne Rederecht – sei ein Schritt dahin: „Das wollen wir verstetigen“, sagt Hadziabdic. Es passe, dass auch die Arbeitsgruppe Prävention der DIK sich inzwischen mit Islamophobie befasse: „Das stand auch im Fokus unserer Debatte“, sagt die junge Islamwissenschaftlerin, die in Sarajewo geboren wurde und deren Familie vor fast 20 Jahren als Flüchtlinge des Balkankrieges nach Berlin kam. Man wolle weg von den Angstdebatten um muslimische Randgruppen. ade

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