Pleite nach Missbrauchsskandal : Odenwaldschule macht dicht

Die private Odenwaldschule war einst hoch angesehen. Doch nach der Aufdeckung zahlreicher Fälle sexuellen Missbrauchs an dem Internat ging die Schülerzahl zurück - und damit auch das kassierte Schulgeld. Nun wird der Betrieb zum Ende des Schuljahres eingestellt.

Kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus: die Odenwaldschule.
Kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus: die Odenwaldschule.Foto: dpa

Die einst renommierte Odenwaldschule in Heppenheim steht vor dem Aus. Trotz aller Bemühungen sei es nicht gelungen, die Finanzierung für die nächsten Jahre zu stemmen, teilte die Schule am Samstag mit. „Das Schuljahr wird noch zu Ende geführt“, sagte ein Sprecher. Die Eltern wurden laut der Mitteilung informiert und müssen nunmehr entscheiden, „welche Schule für ihre Kinder zum neuen Schuljahr die richtige ist“.

Vor fünf Jahren war an der Reformschule ein jahrelang vertuschter sexueller Missbrauch von mindestens 132 Schülern bekannt geworden. Auch deshalb ging die Zahl der Schüler spürbar zurück und damit auch Schulgeld für das Privatinternat.

Die Odenwaldschule braucht eine neue Genehmigung, weil sie nach neuen Missbrauchs-Verdächtigungen auf Drängen der Behörden ihre Struktur und Organisation änderte. Dafür verlangen die Aufsichtsbehörden ein
schlüssiges Finanzkonzept.

„Die Zeit für das neue Team war kurz, offenbar zu kurz“, teilten Leitung und Trägerverein der Schule mit. „Vor allem aber mussten wir feststellen, wieviel Kredit nicht nur bei Schülern, Eltern und Behörden, sondern wie viel Vertrauen - vor allem auch bei Banken und vielen Ehemaligen, die der Schule zum Teil seit Jahrzehnten verbunden waren, verspielt worden ist.“ (dpa)

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