Ukraine-Gipfel in im Liveticker : Der lange Weg zur Einigung von Minsk

In Minsk haben sich Wladimir Putin und Petro Poroschenko auf einen Friedensfahrplan geeinigt: Ab Sonntag sollen die Waffen schweigen und von der Front abgezogen werden. Die Ereignisse der Nacht und des Tages zum Nachlesen in unserem Liveticker.

von , , und Dennis Hallac
Die Menschen demonstrieren in Brüssel für die Freilassung der ukrainischen Pilotin Nadia Savchenko aus russischer Haft. Nach Brüssel reisten die Staatschefs nach dem Gipfel in Minsk.
Die Menschen demonstrieren in Brüssel für die Freilassung der ukrainischen Pilotin Nadia Savchenko aus russischer Haft. Nach...Foto: Reuters

- In Minsk haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und dessen Amtskollegen Wladimir Putin über eine Lösung des Ukraine-Konflikts beraten

- Es wurde ein Waffenstillstand sowie der Abzug schwerer Waffen und ein Gefangenenaustausch vereinbart

16.29 Uhr: Deutsche Wirtschaft hofft

Die deutsche Wirtschaft hofft, dass die Minsker Gipfelbeschlüsse den Weg zu einem stufenweisen Ende der westlichen Sanktionen gegen Russland ebnen. „Die Vision des gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok erhält durch Minsk einen deutlichen Schub“, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes.

16.11 Uhr: Minsk II ähnelt Minsk I

Die heute getroffenen Vereinbarungen erinnern vom Inhalt und Wortlaut ziemlich stark an Minsk I. Hoffentlich ist das kein böses Omen.

16.00 Uhr: Die heutigen Vereinbarungen im Wortlaut

Lesen Sie hier, was die Konfliktparteien heute vereinbart haben.

15.50 Uhr: Lettland verbietet Einsatz für Separatisten

Wer aus Lettland für prorussische Separatisten in der Ukraine oder für die Terrormiliz Islamischer Staat in den Kampf zieht, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Nach einem am Donnerstag vom Parlament in Riga verabschiedeten Gesetz können Kampfeinsätze bei fremden Truppen künftig mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden.

15.28 Uhr: Mühsal

15.25 Uhr: Wie schafft man es 17 Stunden zu verhandeln?

Die Kompromissbereitschaft steigt mit der Müdigkeit, sagen Forscher. Einen Artikel dazu lesen Sie hier.

15.07 Uhr: Auf den Donbass kommt es an

Alle Beobachter sind sich einig: Nur wenn die Zeit bis Sonntag einigermaßen friedlich verläuft, hat das Abkommen von Minsk eine Chance. Nutzen die Konfliktparteien die kommenden Stunden dagegen für mögliche Landgewinne, könnte Minsk II schneller Makulatur sein, als Wladimir Putin "Nato" sagen kann.

15.02 Uhr: Zerfällt die Ukraine?

Unseren Kommentar zum heutigen Tag lesen Sie hier: Die Balkanisierung als letzte Chance

14.36 Uhr: Polnischer Präsident Bronislaw Komorowski sieht Schlüssel zur Lösung des Ukraine-Konflikts bei Russland

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski sieht bei der Beendigung des Konflikts in der Ukraine vor allem Russland in der Verantwortung. „Es geht darum, nicht den Eindruck zu erwecken, dass (eine Lösung) in den Händen des ukrainischen Präsidenten oder der Ukraine ist. Der Schlüssel zur Lösung des Konflikts im politischen und militärischen Sinne ist in Moskau“, sagte Komorowski am Donnerstag in Warschau.

Ein pro-russischer Kämpfer in der Ostukraine am 7. Februar auf einem Panzer.
Ein pro-russischer Kämpfer in der Ostukraine am 7. Februar auf einem Panzer.Foto: AFP

14.34 Uhr: Francois Hollande: "Wir müssen wachsam bleiben"

Der Westen muss nach den Worten von Frankreichs Präsident Francois Hollande auch nach dem Minsker Abkommen wachsam bleiben und den Druck aufrechterhalten. Es gebe keine Garantie für einen dauerhaften Erfolg des Abkommens. Alles könne sich noch in jede Richtung entwickeln, sagt er bei der Ankunft zum EU-Gipfel in Brüssel. “Die nächsten Stunden werden entscheidend sein.“

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagt, sie erwarte keine Diskussion über Sanktionen auf dem EU-Gipfel. Stattdessen würden sich die Gespräche darauf konzentrieren, wie man alle der EU zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen könne, um die Einhaltung de vereinbarten Waffenruhe zu sichern.

14.13 Uhr: Litauischer Außenminister bleibt skeptisch, Gabriel (SPD) sieht "ersten Schritt"

Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hat zurückhaltend auf die Minsker Gespräche über eine Waffenruhe in der Ostukraine reagiert. Es sei zu früh, von einem Fortschritt im ostukrainischen Konfliktgebiet zu sprechen, sagte er am Donnerstag in Vilnius. „Es handelt sich offensichtlich nicht um endgültige Vereinbarungen. Wir müssen sehen, was tatsächlich geschieht“, betonte er einer Meldung der Nachrichtenagentur BNS zufolge. Er sehe daher auch keinen Anlass, zu diesem Zeitpunkt über eine Abmilderung der EU-Sankionen gegen Russland zu sprechen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Minsker Vereinbarungen für eine Waffenruhe in der Ostukraine als einen ersten Schritt begrüßt. Gabriel dankte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für deren „unermüdlichen Einsatz“ für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts.

13.42 Uhr: Putin will angeblich ukrainische Gefangene freilassen

Beim Minsker Krisengipfel hat Russland angeblich eine baldige Freilassung der ukrainischen Kampfpilotin und Abgeordneten Nadeschda Sawtschenko angekündigt. Das gab der ukrainische Präsident Petro Poroschenko über sein Präsidialamt am Donnerstag in Kiew bekannt. Die russische Justiz wirft der seit vergangenen Sommer in Moskau in Untersuchungshaft sitzenden 33-jährigen Frau vor, an der Tötung zweier Mitarbeiter des russischen Staatsfernsehens 2014 in der Ostukraine beteiligt gewesen zu sein.

Ein Moskauer Gericht hatte die Untersuchungshaft am Dienstag um weitere drei Monate verlängert. Mitte Dezember war Sawtschenko in Hungerstreik getreten. In der Ukraine findet ihr Schicksal große Aufmerksamkeit. Sie soll von ukrainischem Staatsgebiet nach Russland verschleppt worden sein.

13.26 Uhr: Putin ruft ukrainische Soldaten dazu auf, Waffen niederzulegen

In der umkämpften ostukrainischen Stadt Debalzewe sind nach Darstellung des russischen Präsidenten Wladimir Putin bis zu 8000 ukrainische Soldaten von Rebellen eingeschlossen. "Selbstverständlich" gingen die prorussischen Separatisten davon aus, dass die Soldaten ihre Waffen niederlegten, bevor die vereinbarte Waffenruhe in Kraft trete, sagte Putin am Donnerstag.

13.00 Uhr: Opposition in Deutschland begrüßt Abkommen

Die Grünen haben die Einigung auf eine Waffenruhe in der Ostukraine als ersten Schritt begrüßt. Linksfraktionschef Gregor Gysi hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Friedensinitiative im Ukraine-Konflikt gelobt.
„Angela Merkel und François Hollande haben letztlich die Initiative ergriffen und zu einem ersten Erfolg beigetragen. Dafür gebührt ihnen Anerkennung“, erklärte der Oppositionsführer.

12.30 Uhr: Kiew: 50 russische Panzer überquerten in der Nacht ukranische Grenze

Während der Verhandlungen über den Friedensfahrplan für die Ukraine haben nach Angaben Kiews rund 50 russische Panzer die Grenze überquert. In der Nacht zu Donnerstag hätten die Truppen zudem etwa 40 Raketensysteme sowie ebenso viele gepanzerte Fahrzeuge über den Kontrollpunkt Iswarine in die Region Lugansk gebracht, erklärte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko in Kiew. Nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon in Minsk hatten sich die Konfliktparteien am Donnerstag auf einen Fahrplan für einen Frieden in der Ukraine geeinigt.

12.14 Uhr: IWF sagt Kiew massive Finanzhilfen zu

Der Internationale Währungsfonds (IWF) einigte sich mit Kiew vorläufig auf ein Vierjahresprogramm in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar (15,5 Milliarden Euro), wie IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstagmorgen in Brüssel verkündete. Sie sprach von einem möglichen "Wendepunkt" für den krisengeschüttelten und pleitebedrohten Staat.

Ergänzt durch weiteren Beistand der EU und von einzelnen Geberstaaten könne Kiew für die kommenden vier Jahre auf schätzungsweise 40 Milliarden Dollar (35,3 Milliarden Euro) zählen, sagte Lagarde, ohne konkreter zu werden. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk versprach zahlreiche Sparmaßnahmen, darunter Entlassungen von Beamten, die Bekämpfung der Korruption und eine Modernisierung des Energiesektors.

Deutsch-frannzösische Glückseligkeit: Merkel und Hollande haben auf ihrer schwierigen diplomatischen Mission einen Etappensieg errungen.
Deutsch-frannzösische Glückseligkeit: Merkel und Hollande haben auf ihrer schwierigen diplomatischen Mission einen Etappensieg...Foto: Reuters

11.48 Uhr: Merkel gibt sich zurückhaltend

"Wir haben jetzt einen Hoffnungsschimmer, wir haben eine umfassende Implementierung von Minsk vereinbart. Aber die konkreten Schritte müssen natürlich gegangen werden, und es werden noch große Hürden vor uns liegen", sagte Merkel am Donnerstag nach den 16-stündigen Verhandlungen. "Ich habe keine Illusion, wir haben keine Illusion: Es ist noch sehr, sehr viel Arbeit notwendig", betonte die Kanzlerin. "Es gibt aber eine reale Chance, die Dinge zum Besseren zu wenden." Sie habe "deutlich mehr Hoffnung" als vor dem Gipfel in Minsk. Deshalb habe sich die deutsch-französische Friedensinitiative gelohnt.

11.34 Uhr: Banken und Freihandel

Deutschland und Frankreich "werden die technische Expertise für die Wiederherstellung des Bankensektors in den betroffenen Konfliktgebieten zur Verfügung stellen", heißt es in der Erklärung. Auch der gemeinsame Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok findet sich darin, allerdings als "humanitärer und wirtschaftlicher Raum vom Atlantik bis zum Pazifik".

11.31 Uhr: Gemeinsame Erklärung der Gipfelteilnehmer

Zum Frieden gibt es keine Alternative, erklären die in Minsk anwesenden Staatenlenker. Ihre gemeinsame Erklärung lesen Sie hier.

11.23 Uhr: Einordnung II

Das zweite Abkommen von Minsk löst den Ukraine-Konflikt nicht endgültig. Dennoch dürfen sich Kanzlerin Merkel und der französische Staatschef Hollande als Sieger fühlen. Ihre überraschende Reise nach Kiew und Moskau und das maßgeblich von ihnen initiierte Treffen in Minsk haben der Diplomatie wieder Raum gegeben. Zuvor drohte der Krieg im Donbass weiter zu eskalieren - die "amerikanische" Herangehensweise, mehr Waffen in ein Konfliktgebiet zu pumpen, hätte zu noch mehr Toten geführt. Insofern darf Minsk II auch als Etappensieg Europas über die USA angesehen werden. Doch es bleibt klar: Scheitert das Abkommen ebenso wie Minsk I, werden die Kalten Krieger auf allen Seiten wieder Oberwasser gewinnen.

11.22 Uhr: Ein Bild des Krieges

Eine preisgekrönte Fotomontage von Jerome Sessini zeigt die Lage in der Ostukraine. Die Montage stammt aus 2014. Doch gekämpft wird immer noch.
Eine preisgekrönte Fotomontage von Jerome Sessini zeigt die Lage in der Ostukraine. Die Montage stammt aus 2014. Doch gekämpft...Foto: Reuters

11.08 Uhr: Der französische Optimist

Der französische Staatspräsident François Hollande zieht ein deutlich positiveres Beispiel als andere Gipfelteilnehmer. Es sei eine umfassende politische Vereinbarung erzielt worden. „Das ist auch eine Erleichterung für Europa und ein schönes Beispiel dafür, was Frankreich und Deutschland für den Frieden leisten können.“ Hollande sagte, die getroffene Vereinbarung nähre eine ernstzunehmende Hoffnung, auch wenn noch nicht alles erreicht ist. „Dieser Text, der von der Kontaktgruppe und den Separatisten unterzeichnet worden ist, behandelt alle Fragen.“

10.57 Uhr: Fahrplan für den Frieden - Einordnung I

Es ist sehr schwer, in dieser konfusen Lage die Situation einzuordnen. Dass die Einigung auf eine Waffenruhe noch kein endgültiger Durchbruch für die Lösung des Ukraine.Konflikts ist, scheint Konsens unter den Diplomaten zu sein. Hoffnung macht ein Fahrplan für den Frieden, auf den sich Kiew und die Separatisten verständigt haben sollen. Doch auf entscheidende Fragen gibt es bislang keine Antworten: Wie genau wird der Status des Donbass innerhalb der Ukraine künftig geregelt, wie autonom wird die Region sein? Was passiert mit der immer noch umkämpften Stadt Debalzewo, wo bis zu 8000 ukrainische Soldaten eingekesselt sein sollen? Wird die ukrainisch-russische Grenze demnächst von der OSZE überwacht, wie vom Westen gefordert?

Sie geben sich die Hand. Putin und Poroschenko haben eine Einigung erzielt. Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande flankieren die beiden.
Sie geben sich die Hand. Putin und Poroschenko haben eine Einigung erzielt. Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande flankieren die...Foto: AFP

10.50 Uhr: Putin spricht von Verfassungsreform der Ukraine

Der russische Präsident macht in einer Pressekonferenz klar, dass die Rechte Russisch sprechender Ukrainer gewahrt werden müssen. Ein Sonderstatus des Donbass, wie schon in der ersten Minsker Vereinbarung vorgesehen, sei langfristig wünschenswert.

10.48 Uhr: Klare zeitliche Vorgaben

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Minsk: „Wir haben erstmals klare zeitliche Vorgaben für die Umsetzung von Minsker Verpflichtungen - zu Wahlen, Grenzkontrollen, Gefangenenaustausch, um nur einige zu nennen.“ Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte, innerhalb von 19 Tagen sollten sämtliche Gefangene freigelassen werden.

10.40 Uhr: Merkels Sprecher Seibert sieht Hoffnung

10.38 Uhr: Die Börsen freut's

Der Moskauer Leitindex kletterte sofort nach der Verkündigung der kommenden Waffenruhe sechs Prozent in die Höhe. Auch der Dax steigt.

10.30 Uhr: Einigung, aber kein Durchbruch

Die generelle Einigung auf eine Waffenruhe ist kein vollständiger Durchbruch. Es seien noch viele offene Fragen zu klären, heißt es aus Minsk. Angela Merkel soll den Gipfel bereits verlassen haben. Auf eine Einordnung der Ereignisse durch die Kanzlerin wird also weiter zu warten sein. Merkel muss nun zum EU-Gipfel nach Brüssel.

10.26 Uhr: Der einsame Lukaschenko

Fernsehbilder zeigen einen einsamen weißrussischen Diktator Lukaschenko, die Hände zu einer Merkel-Raute geformt. Wie Franz Beckenbauer 1990 steht er im Moment seines größten außenpolitischen Triumphs alleine auf weiter Flur. Der Paria hat eine Einigung im Ukraine-Konflikt vermittelt.

10.24 Uhr: Bestätigung der Einigung

Auch in deutschen Verhandlungskreisen wurde die Einigung bestätigt, melden die Agenturen. Die Separatisten sollen ebenfalls unterschrieben haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef François Hollande und die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, vor den Verhandlungen in Minsk.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef François Hollande und die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir...Foto: AFP/Maxim Malinovsky

10.14 Uhr: Putin vermeldet Einigung

Bei dem Minsker Friedensgipfel ist nach Angaben von Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine Einigung erzielt worden. Ab dem 15. Februar solle in der Ostukraine ein Waffenstillstand gelten. Schwere Waffen werden demnach von der Front abgezogen.

10.12 Uhr: Statements der Staatschefs

Demnächst sollen die in Minsk die Politiker vor die Presse treten. Die Spannung steigt.

10.11 Uhr: Eine bedeutungsschwere Montage

10.05 Uhr: Dabei sein ist alles

9.54 Uhr: 17,5 Milliarden für die Ukraine

Gute Nachrichten gibt es für die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine von der IWF-Chefin Christine Lagarde. Man habe sich auf Arbeitsebene auf ein Programm über 17,5 Milliarden Dollar und eine Laufzeit von vier Jahren verständigt, sagte Lagarde am Donnerstag. Die Gremien des Fonds müssten dem allerdings noch zustimmen. Die Ukraine solle zudem Geld aus anderen Quellen bekommen - etwa von der EU und einzelnen Ländern. Insgesamt könne das Land mit Hilfen von rund 40 Milliarden Dollar rechnen. Die Regierung in Kiew sei bereit, umfassende Reformen umzusetzen, sagte Lagarde. Lagarde bezeichnete das Programm als ehrgeizig, aber realistisch.

9. 42 Uhr: Die Linke mag Merkel

Zu einer überraschenden Wendung hat die Ukraine-Krise heute geführt, allerdings in Deutschland: Die Linke entdeckt ihre Liebe zur CDU-Kanzlerin Merkel. „Sie hat deeskaliert, sie war eine Stimme der Vernunft, sie hat auch nicht die Forderungen, die aus den Vereinigten Staaten gekommen sind, in irgendeiner Weise erfüllt“, sagte Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch am Donnerstag dem SWR. „Da können wir auch ausnahmsweise mal gemeinsam auf die Kanzlerin stolz sein.“ Fraktionschef Gregor Gysi bescheinigte der Kanzlerin im MDR Standhaftigkeit. Und Außenpolitiker Stefan Liebich zollte der 60-Jährigen im ARD-Morgenmagazin „großen Respekt“. Dass es zu einem Lob der Linkspartei an die Kanzlerin kommt, auch das zeigt, wie tief die Ukraine-Krise Europa im Kern getroffen hat.

9.15 Uhr: Lage derzeit unübersichtlich

Während die dpa mit Verweis auf die russische Staatsagentur "Iter Tass" von einem Scheitern der Verhandlungen berichtet, geht der Gipfel Reuters-Angaben zufolge weiter. Um kurz nach 9 Uhr seien die Staats- und Regierungschefs in den Verhandlungsraum zurückgekehrt. Aus Verhandlungskreisen heißt es, die prorussischen Separatisten hätten den Rückzug der ukrainischen Truppen aus dem seit Tagen heftig umkämpften Eisenbahn-Knotenpunkt Debalzewe gefordert.

8.30 Uhr: Poroschenko: "Noch keine guten Nachrichten"

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat Hoffnungen eine baldige Einigung bei den Minsker Verhandlungen gedämpft. Russland stelle einige "inakzeptable Bedingungen", sagte Poroschenko der Nachrichtenagentur AFP in der weißrussischen Hauptstadt am Donnerstagmorgen nach bereits 14-stündigen Gesprächen. Er könne "noch keine guten Nachrichten" verkünden, fügte der ukrainische Präsident hinzu.

8.15 Uhr: Gespräche laufen noch

Das russische Präsidialamt hat die Meldung der russischen Nachrichtenagentur "Ria" dementiert, der zufolge die Verhandlungen bereits beendet seien. Das Gipfeltreffen in Minsk sei noch nicht beendet. Die Gespräche gingen weiter.

7.50 Uhr: Separatistenführer bei Verhandlungen angekommen

Die Anführer der prorussischen Separatisten, Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki, haben sich den Verhandlungen der Ukraine-Kontaktgruppe angeschlossen. Sie und ein Berater von Kremlchef Wladimir Putin hätten das Gebäude in der weißrussischen Hauptstadt Minsk betreten, in dem die Gespräche stattfinden, meldete die Agentur Interfax am Donnerstag. Demnach wurde erwartet, dass die Aufständischen ein Dokument unterzeichnen, das beim Krisengipfel von Putin, Kanzlerin Angela Merkel sowie den Präsidenten der Ukraine und Frankreichs, Petro Poroschenko und François Hollande, erarbeitet wurde. Der Gipfelmarathon dauerte bereits mehr als 13 Stunden.

7.00 Uhr: Gipfel steht vor dem Durchbruch

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur liegt nach einem mehr als zwölfstündigen nächtlichen Verhandlungsmarathon ein Abschlussdokument vor, das nun noch von der Kontaktgruppe und den prorussischen Separatisten unterzeichnet werden muss. Allerdings beinhalte der Kompromiss auch Zumutungen, hieß es. Am Verhandlungsort wurde am Donnerstagmorgen ein Saal vorbereitet, in dem Kanzlerin Angela Merkel, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, der französische Staatschef François Hollande und Russlands Präsident Wladimir Putin das Ukraine-Papier unterschreiben wollten.

Das Treffen gilt als bisher wichtigster Vorstoß zur Beendigung des seit zehn Monaten dauernden Konflikts. Noch am frühen Donnerstagmorgen wurden aus dem Kriegsgebiet neue Kämpfe gemeldet.

6.30 Uhr: Papier mit 12 bis 13 Punkten

Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur "Itar-Tass" umfasse das Papier 12 bis 13 Punkte, mit denen die Krise in der Ostukraine gelöst werden solle. Das berichtete die Agentur unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Diplomaten.

6.00 Uhr: Diplomatenkreise: Einigung zeichnet sich ab

Beim Krisengipfel in Minsk zeichnet sich nach Angaben eines Diplomaten eine Übereinkunft ab. Nach den nächtlichen Gesprächen sollten die die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Russlands, Deutschlands und Frankreichs ein Papier unterzeichnen, das zur Lösung der Ukraine-Krise beitragen solle.

5.30 Uhr: Überblick am Morgen

Die Gespräche beim Ukraine-Krisengipfel in Minsk haben sich in der Nacht zum Donnerstag zum Nervenkrieg entwickelt. Im Laufe des Treffens hieß es von ukrainischer Seite, es seien "Fortschritte" erzielt worden. Das Auswärtige Amt sprach von "nicht einfachen" Verhandlungen. Versammelt waren in Minsk Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Staatschefs von Frankreich, Russland und der Ukraine.

Zwischenzeitlich zogen die Verhandlungsspitzen ihre Außenminister und Berater zu den Gesprächen hinzu. Aus dem Umfeld der Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt hieß es, es werde an einer gemeinsamen Erklärung gefeilt. Diese soll demnach bekräftigen, dass der im September in Minsk ausgehandelte Friedensplan, der unter anderem eine Waffenruhe vorsieht, umgesetzt werden müsse.

Ein ranghoher ukrainischer Diplomat sagte nach einigen Stunden, es seien zwar "Fortschritte" erzielt worden. Die Gespräche seien aber "sehr schwierig". Ähnlich äußerte sich das Auswärtige Amt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der sich ebenfalls in Minsk aufhielt, werde daher weiter vor Ort bleiben, weshalb sich seine geplante Reise nach Brasilien verzögere.

Gegen 01.30 Uhr MEZ schrieb der Berater von Poroschenko, Waleri Tschali, auf seiner Facebook-Seite, vor ihnen lägen noch "mindestens fünf bis sechs Stunden Arbeit". Das Treffen könne aber nicht ohne die Vereinbarung einer bedingungslosen Waffenruhe beendet werden. "Der Nervenkrieg hat begonnen." In den frühen Morgenstunden gingen die Verhandlungen in die elfte Stunde. "Alle gähnen, aber sie debattieren noch", verlautete aus Kreisen einer der Delegationen. Als wichtigster Punkt eines Abkommens gilt die Einigung auf eine Waffenruhe. Umstritten ist vor allem, wieviel Kontrolle die prorussischen Kämpfer in der Ostukraine erhalten sollen.

Vertreter der prorussischen Rebellen trafen sich unterdessen am Mittwoch an einem anderen Ort in Minsk mit Vertretern aus Kiew, Moskau und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Überschattet wurden die Bemühungen in Minsk von neuer Gewalt in der Region. So wurde bei dem Beschuss eines Krankenhauses in der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk am Mittwochabend mindestens ein Mensch getötet.

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