Berlin-Marathon : Anna Hahner: "Ich setze mir keine Grenzen"

Anna Hahner war 2014 beim Berlin-Marathon die beste Deutsche, jetzt läuft sie um die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio.

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Anna Hahner, 25, begann mit 18 mit der Leichtathletik und konzentrierte sich schnell auf den Straßenlauf. Beim Berlin-Marathon wurde die Hessin 2014 Siebte.
Anna Hahner, 25, begann mit 18 mit der Leichtathletik und konzentrierte sich schnell auf den Straßenlauf. Beim Berlin-Marathon...Foto: p-a/dpa/Jensen

Frau Hahner, Berlin scheint Ihr Lieblingsmarathon zu sein. Sie starten schon zum dritten Mal. Was gefällt Ihnen hier?

Es gibt keinen Meter ohne Megastimmung. Der Höhepunkt ist für mich die lange Zielgerade. Wenn ich das Brandenburger Tor in der Ferne sehe, kribbelt es im ganzen Körper. Außerdem liegt mir der Kurs mit wenigen Höhenunterschieden super gut.

Mit welchem Ziel starten Sie am Sonntag?

Im vergangenen Jahr habe ich ja in Berlin meine persönliche Bestzeit deutlich verbessert (auf 2:26:44 Stunden, d. Red.). Ich möchte dieses Mal vielleicht noch einen Tick schneller laufen. Das zweite große Ziel heißt Rio – ich will unbedingt bei Olympia 2016 dabei sein. Deswegen habe ich vor allem auch das Erreichen der Norm im Blick (2:28:30 Stunden, d. Red.).

Welche Rolle spielte der Marathon in Rio, bei dem Sie Ende Juli an den Start gingen?

Ich dachte, es wäre toll, wenn ich dort ein Jahr vor den Olympischen Spielen laufen könnte, um mich mit den Gegebenheiten und den klimatischen Bedingungen vertraut zu machen. Das Rennen war für mich ein Vorbereitungslauf auf den Berlin-Marathon. Ich wollte eine Zeit um die 2:40 Stunden laufen, meine Zeit von 2:39:15 lag somit genau im Fahrplan.

Nach einem Ermüdungsbruch im Wadenbein läuft Ihre Zwillingsschwester Lisa am 25. Oktober in Frankfurt ihr Marathoncomeback. Was trauen Sie Ihr zu?

Lisa ist nach ihrer Verletzung sehr gut wieder zurück ins Training gekommen. Ich bin überzeugt davon, dass Lisa in Frankfurt unter 2:28:30 Stunden laufen und damit ebenfalls die Qualifikation für den Olympiamarathon schaffen kann.

Wie wichtig ist es für Sie, dass Sie beide zusammen trainieren können?

Es ist ein Riesenvorteil, wenn wir zusammen trainieren, aber nicht das primäre Ziel. Denn es kann sein, dass wir bei einem 80-Minuten-Programm mit Tempowechseln nur 20 Minuten zusammen einlaufen und danach getrennte Wege rennen.

Sie sind im Frühjahr 2012 Ihren ersten Marathon in Düsseldorf gelaufen. Wie sehen Sie Ihre bisherige Karriere im Marathon?

Meine Marathonkarriere ist mit den Olympischen Spielen verknüpft. Ich wäre nicht so früh schon meinen ersten Marathon gelaufen, wenn es nicht die Chance gegeben hätte, die Olympiaqualifikation zu schaffen. 60 Meter vor dem Ziel habe ich dann damals in Düsseldorf die Uhr gesehen und mir gesagt, verdammt, es reicht nicht ganz. Es war mir aber sofort klar, dass die Spiele in Rio das große Ziel sein würden. Ich hatte den Marathon entdeckt, das klassische Rennen ist seitdem meine große Leidenschaft. Olympische Spiele und Marathon – das ist das Größte überhaupt.

Sie hatten schon große Erfolge in Ihrer noch jungen Karriere, zum Beispiel der Sieg beim Wien-Marathon 2014.

Damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht rechnen können. Es ist einfach wichtig, dass man gelassen, locker und mit einer gewissen Unbekümmertheit in einen Marathon geht – ich versuche, das heute noch so zu machen wie vor meinem ersten Marathon.

Was ist in der Zukunft möglich?

Ich setze mir keine Grenzen. Mit jeder Marathonvorbereitung werde ich stärker.

Gibt es ein Traumziel?

Es wäre toll, wenn ich 2024 bei Olympischen Spielen in Hamburg laufen könnte. Zuvor haben wir auf jeden Fall die EM 2018 in Berlin als Heimspiel.

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