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Bruch im Block : Ultras bekommen Widerstand aus der eigenen Fanszene

22.01.2013 09:37 Uhrvon
Abgebrannt. Zuschauer im Fanblock von Eintracht Frankfurt am Samstag beim Spiel in Leverkusen.Bild vergrößern
Abgebrannt. Zuschauer im Fanblock von Eintracht Frankfurt am Samstag beim Spiel in Leverkusen. - Foto: Reuters

Eintracht Frankfurt droht nach den Vorkommnissen von Leverkusen eine heftige Strafe, doch längst nicht alle Fans wollen das Verhalten der eigenen Ultras auf Dauer tatenlos mitansehen.

Das Statement auf der Internetseite der Ultras Frankfurt ist knapp und schlicht. Da die „allgemeine Einstellung zu Pyrotechnik“ der Gruppe bekannt sei, wolle man auf langwierige Ausführungen verzichten. „Wir möchten aber alle Eintrachtfans darüber informieren, dass das Zünden von Böllern, das Schmeißen von Bengalos und das Abschießen von Leuchtspur, insbesondere auch noch auf Spieler, nicht unsere Unterstützung findet“, endet die Erklärung.

Am Samstag, als Frankfurter Fans im Bundesligaspiel Feuerwerkskörper durchs Stadion schossen und aufs Spielfeld warfen, sah das noch anders aus: Viele der Zuschauer im Eintracht-Block hinter der großen „Ultras“-Fahne schienen sich am Spektakel zu erfreuen, auch als das Spiel für sieben Minuten unterbrochen werden musste.

Dem Aufsteiger droht nun eine harte Strafe – und den Urhebern der Pyro-Aktion einiger Gegenwind in der eigenen Fanszene.

Im offiziellen Eintracht-Internetforum erstellte ein User am Samstagnachmittag kurz nach der Aktion im Leverkusener Stadion ein Thema mit dem Titel „Die Bengalo-Zündler in unserem Block kotzen mich an!“, bis Montagabend gab es fast 2000 Kommentare dazu. Nicht wenige der Schreiber richten sich dabei gegen die Unruhestifter und werfen ihnen vor, dem Verein Schaden zuzufügen. „Wir begrüßen, dass es viele Fans gibt, die die Vorfälle in Leverkusen ablehnen, auch viele Ultras“, sagte ein Klubsprecher dem Tagesspiegel. „Wir haben versucht, einen Dialog mit allen Fans zu führen, aber erreichen offensichtlich nicht alle. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir an diese Leute herankommen.“

Laut Michael Gabriel, dem Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, kann Eintracht Frankfurt das Problem mit immer wieder negativ auffallenden Teilen der Anhängerschaft nicht alleine lösen. „Der Verein braucht die Unterstützung der Fans“, sagt der Fanexperte. „In den letzten Jahren haben sich Eintracht-Fans abseits der Ultras aber zu selten zu Wort gemeldet.“ Für Gabriel gab es keinen erkennbaren Grund für die Pyrotechnik-Exzesse in Leverkusen. „Ich vermute, dass es einen internen Anlass gegeben hat, der nichts mit der aktuellen Diskussion im deutschen Fußball oder dem laufenden Spiel zu tun hatte“, sagt Gabriel. „Da stehen eigene Interessen im Vordergrund – und nicht die des Vereins oder der Fanszene als Ganzem.“

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