Eishockey : Die Eisbären spielen in der Frauen-Bundesliga

Die OSC Eisladies wechseln den Klub, damit spielen die Eisbären ab sofort auch in der Frauen-Bundesliga. Zudem treten die Eisbären mit einem Team in der Landesliga an.

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Auf geht's! Nina Kamenik mit Vera Gäde-Butzlaff (Vorstandsvorsitzende Gasag), Stephane Richer (ganz links) und Sven Felski.
Auf geht's! Nina Kamenik mit Vera Gäde-Butzlaff (Vorstandsvorsitzende Gasag), Stephane Richer (ganz links) und Sven Felski.Foto: Claus Vetter

Fünf interessante Punkte auf einmal habe er, mitten in der Eishockey-Sommerpause. Sven Felski schaut konzentriert in die Runde, mit Brille auf der Nase wirkt das sehr seriös. Die hat der Geschäftsführer der „Eisbären Juniors“, Stammverein der Eisbären Berlin, am Mittwochmorgen natürlich auf, als er im Haus des Hauptsponsors Gasag am Hackeschen Markt zu einer längeren Rede ausholt. Die wird erfrischend flott, rhetorisch hat der einstige Eisbärendauerprofi den Sprung vom Eis ins Funktionärsamt gemeistert. Das ist nicht mehr der „Felle“, das kumpelige Urgestein, das ist Geschäftsführer Sven Felski, der da spricht: „Wir freuen uns wahnsinnig, dass die Frauen vom OSC im Kollektiv zu uns gewechselt sind.“ Heißt: Künftig spielen die Eisbären auch in der Frauen-Bundesliga.
Für Nationalspielerin Nina Kamenik ist der Umzug zu Berlins größtem Eishockeyklub ein Quantensprung. „Fraueneishockey ist in der Entwicklungsphase“, sagt sie. „Wir wollen nun zusammenarbeiten, den Schwung des neuen Namens mitnehmen, mehr Aufmerksamkeit erfahren.“ Zuletzt wurde sie mit den OSC Eisladies 2010 Deutscher Meister, seitdem war der fünfmalige Titelträger in der Bundesliga nicht mehr absolute Spitze. Das solle sich künftig ändern, sagt Sven Felski. Aber wichtig sei ihm auch, dass nun „die jungen Mädels in unserem Nachwuchs gefördert werden, einen Weg nach oben haben und noch mehr Frauen bei uns spielen“. Im Eishockey-Nachwuchs spielen Jungen und Mädchen gemeinsam, ab dem Alter von 14 Jahren werde das dann aber schwieriger, sagt Felski. Da wollten sich die Eisbären breiter aufstellen, auch werden wohl mehr junge Spielerinnen ins Nachwuchsinternat in Hohenschönhausen gehen und dort wohnen – 23 Eishockeyspieler und Eishockeyspielerinnen sind das derzeit (von etwa 120 Nachwuchssportlern, die dort wohnen, insgesamt gehen 1200 Schüler auf die Werner-Seelenbinder-Schule). Die Eisbären haben zwei Plätze mehr bekommen. Felski sagt: „Das habe ich mit Bob Hanning vor drei, vier Wochen sehr kontrovers diskutiert, wie das mit der Verteilung aussehen soll.“ Er sei zufrieden mit dem Ergebnis. Wie das mit der Zufriedenheit beim Manager der Füchse-Handballer aussieht, verrät Felski nicht – oder eben doch?

Die Kooperation mit FASS Berlin wird beendet

Einfach und vor allem kostengünstig ist der Klubwechsel der OSC-Frauen zum EHC, dann aber nicht. Zur Zeit suchen die Eisbären Wohnungen für zwei ausländische Spielerinnen (die Eishockey nicht nur als Hobby spielen). Zudem ist nicht sicher, wie sehr das Team künftig gefördert wird. „Das ist eine Baustelle, das versuchen wir mit der Gasag und der Klassenlotterie gemeinsam zu lösen“, sagt Felski.
Die anderen Themen gehen angesichts der Eisbärinnen am Mittwoch etwas unter, sind aber durchaus spannend. Künftig spielen die Juniors mit einem Männerteam als Reserve der Eisbären aus der Deutschen Eishockey-Liga in der Landesliga, also in der fünften Liga. „Wir müssen so weit unten anfangen, weil wir seit Jahren keine zweite Mannschaft hatten“, sagt Felski. Das Reserveteam der Eisbären war FASS, die Kooperation mit dem Klub aus der Oberliga wird nun beendet. Die Eisbären-Reserve soll dafür in die Regionalliga aufsteigen, sagt Geschäftsführer Felski.
Zudem gibt es nun die Hockey-Variante Floorball als Abteilung im Klub und die Möglichkeit, den Stammverein als Fördermitglied zu unterstützen und dann gibt es auch noch das Thema Sport in der Kita. Waren das wirklich fünf Punkte? Egal. Spannend ist es allemal, zumal Felski Großes in Sachen Fraueneishockey verspricht. Er könne sich vorstellen, dass die Eisbären-Frauen künftig auch mal vor einem Spiel der Männer in der Arena am Ostbahnhof spielen, sagt er. „Wir wollen den Mädels und den Frauen eine gute Chance bei uns geben.“

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