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Nach der Niederlage gegen Hertha : Unions Quiring schimpft über "Wessis"

04.09.2012 16:12 Uhrvon
Christopher Quiring konnte nach seinem Tor nur kurz jubeln. Nach der Niederlage gegen Hertha war er dann richtig angefressen.Bild vergrößern
Christopher Quiring konnte nach seinem Tor nur kurz jubeln. Nach der Niederlage gegen Hertha war er dann richtig angefressen. - Foto: dpa

UpdateErst das Spiel und dann die Beherrschung verloren: Unions Torschütze Christopher Quiring schimpfte nach dem Spiel vor laufender Fernsehkamera über den Jubel der "Wessis in unserem Stadion". Einen Tag später rudert er zurück.

Es war ein besonderes Fußballspiel am Montagabend zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC an der Alten Försterei. Emotional auf den Rängen, umkämpft auf dem Platz. Bei so viel Leidenschaft kann ein Beteiligter schon einmal über das Ziel hinausschießen. So sagte Unions Torschütze Christopher Quiring nach dem Spiel im Fernsehsender Sport 1: "Die jubeln in unserem Stadion. Das kotzt mich an! Das muss man erst mal verdauen. Mein Tor ist mir scheißegal. Wenn die Wessis in unserem Stadion jubeln, krieg ich das Kotzen".

Eine Bemerkung, die bei genauerem Hinsehen dann aber doch zumindest verwundert.

Denn der das sagt wurde am 23. November 1990 geboren, fast zwei Monate nach der offiziellen deutschen Wiedervereinigung. "Ost" und "West" kann Quiring also eigentlich nur noch aus der Schule kennen. Herthas Kapitän Peter Niemeyer sagte dazu: "Ich stempele das unter Unerfahrenheit ab." Und Unions Trainer Uwe Neuhaus meinte zur Äußerung seines Spielers: "Christopher ist ein Ur-Unioner. Das war doch bestimmt ein Spaß."

So richtig lustig war der Spruch nicht. Er war eher peinlich, denn gerade das Derby Union gegen Hertha taugt aufgrund des lange Zeit freundschaftlichen Verhältnisses der beiden Klubs nicht unbedingt für den Klassenkampf. "Ost" gegen "West" - das Thema wurde auch im Vorfeld von den Vereinen eher klein gehalten. Stattdessen wurde von Köpenicker Seite der "Kulturkampf" ausgerufen. Hier die Kleinen, da die Großen. Auch darüber lässt sich streiten, aber das ist dann eher eine fußballphilosophische Debatte.

Einen Tag später ruderte Quiring beinahe erwartungsgemäß zurück und ließ über die Presse folgende Mitteilung verbreiten: "Ich war direkt nach dem Spiel einfach nur stinksauer und richtig geladen! Nach meinem Ausgleichstor dachte ich, wir drehen das Ding, stattdessen laufen wir in einen saudummen Konter. Ansonsten genügt wohl ein Blick auf mein Geburtsdatum, um zu erkennen, dass das nicht politisch gemeint war. Aber Ost und West kann man in Berlin offenbar nicht erwähnen, ohne dass es gleich politisch gesehen wird. Wenn sich jemand dadurch angegriffen gefühlt hat, tut mir das leid."

Union gegen Hertha: Das Derby in Bildern.

Und während der 90 Minuten stand ohnehin das Sportliche im Vordergrund. Und diesbezüglich kann Christopher Quiring dann tatsächlich "das Kotzen kriegen". Denn Union steckt nach vier Spielen mit nur einem Punkt in der Krise.

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