Huawei-Studie : Was Deutsche und Chinesen wirklich voneinander denken

Die dritte Huawei-Studie unter Deutschen und Chinesen liefert überraschende Ergebnisse -vor allem beim Thema Digitalisierung.

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Die Digitalisierung schreitet voran. Eindruck von der China International Big Data Industry Expo in Guiyang im Mai 2017.
Die Digitalisierung schreitet voran. Eindruck von der China International Big Data Industry Expo in Guiyang im Mai 2017.Foto: REUTERS/Stringer

Manchmal dreht sich die Welt schneller als man glauben möchte, und Studien können naturgemäß mit dem Tempo der Entwicklung nicht immer mithalten. So liefert die Huawei-Studie 2016, die das GIGA Institut für Asien Studien, die Universität Duisburg-Essen und TNS Emnid nun zum dritten Mal vorgelegt haben und die von Huawai finanziert wurde, wieder hoch interessante Erkenntnisse, die allerdings bereits von der aktuellen dynamischen Entwicklung eingeholt worden sind. Verfasst wurde die Studie wie schon in der Vergangenheit von Margot Schüller, Yun Schüler-Zhou und Nele Noesselt, die mittlerweile an der Universität Duisburg-Essen lehrt.

Der Untersuchungszeitraum für die Berichterstattung in den maßgeblichen Medien beider Länder lag zwischen dem 1. Juli 2014 und dem 30. Juni 2015, befragt wurden neben Bürgern im Herbst 2015 auch politische und wirtschaftliche Entscheider beider Länder.

Wegen der wachsenden Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) wurde neben den traditionellen Feldern „Interesse und Kontakt“, „Politik und Staat“, „Wirtschaft und Innovation“, „Gesellschaft und Kultur“ sowie Fragen zur Soziodemografie erstmals die Sparte „Digitalisierung und digitale Innovation“ aufgenommen. Und hier zeigen sich überraschende Ergebnisse.

Deutsche sind deutlich skeptischer als Chinesen

82 Prozent der Chinesen stehen der digitalen Innovation eher positiv gegenüber und 81 Prozent der Chinesen glauben, dass die Deutschen genauso denken. Allerdings stehen nur 63 Prozent der Deutschen der digitalen Innovation positiv gegenüber, 33 Prozent sind skeptisch. 84 Prozent der Deutschen glauben jedoch, dass die Chinesen der Digitalisierung positiv gegenüber stehen. Deutsche politische Entscheider sehen nur zu 71 Prozent die digitale Innovation positiv, bei den Wirtschaftsentscheidern sogar nur 62 Prozent.

Bei den chinesischen politischen Entscheidern liegt die Zustimmung zur digitalen Innovation bei 90 Prozent, bei den Wirtschaftsentscheidern bei 89 Prozent. Nur fünf bis neun Prozent dieser Befragten äußerten sich den Neuerungen gegenüber ablehnend.

Nur 41 Prozent der Deutschen sehen einen Nutzen in der digitalen Innovation gegenüber 66 Prozent der Chinesen. An Gefahren bei der Entwicklung glauben 53 Prozent der Deutschen, während es bei den Chinesen nur 24 Prozent der Bevölkerung sind. Deutsche sind also deutlich skeptischer als Chinesen. Noch verhaltener äußern sich die deutschen politischen Entscheider. Sie glauben zu 65 Prozent, dass die Deutschen eher die Gefahren der Digitalisierung sehen, während 65 Prozent der chinesischen politischen Entscheider denken, dass die Deutschen auch in erster Linie den Nutzen sehen. Deutsche und Chinesen sind sich allerdings in einem einig: Sie glauben mit über 75 Prozent, dass vor allem die Chinesen die digitale Innovation als nützlich ansehen.

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