Fliegerbomben : Wie gefährlich sind die Weltkriegs-Altlasten?
30.08.2012 10:09 UhrWird nach den Bomben systematisch gesucht?
Woher hat man die Erkenntnisse über die Blindgänger?
Die staatlichen Munitionsbergungsdienste haben sich die Luftbilder der Alliierten besorgt – gegen bares Geld. Darauf lässt sich erkennen, wo die Bomben eingeschlagen sind. In Städten und dichter besiedelten Gebieten sind diese Karten aber weniger aussagefähig, zumal wenn sie dort einen Einschlag neben dem anderen zeigen. Zudem haben sich die Dienste die Befehlspapiere besorgt, in denen aufgelistet ist, wie viele Flieger an welchen Tagen wie viele Bomben auf bestimmte Ziele werfen sollten.
Wird systematisch gesucht und entschärft?
Wo Bomben mit chemischem Langzeitzünder liegen, wird systematisch gesucht, so seit Jahren in Oranienburg, ebenso in Potsdam. Zuerst wird dabei das Gelände von Kindertagesstätten und Schulen unter die Lupe genommen. Allein Brandenburg, wo zehn Prozent der Landesfläche als belastet gelten, gibt dafür im Jahr 315 Millionen Euro aus, in Berlin sind es 1,9 Millionen Euro. Der Bund trägt davon nur den kleinsten Teil, nämlich nur die Kosten für die Bergung von Wehrmachtsmunition. Die Ausgaben für die Beseitigung der Munition der Alliierten tragen die Länder. Brandenburg und Niedersachsen streben deshalb eine Gesetzesänderung an. Der Bundesrat stimmte dem zu, der Bundestag hat sich noch nicht damit befasst. Die Bundesregierung ist gegen eine Änderung.
Bildergalerie: Bombensprengung in München
Ausnahmezustand in Schwabing(17 Bilder)
Die Entschärfungsmethoden wurden in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. So verwendet man in Brandenburg und Niedersachsen ferngesteuerte Wasserschneidgeräte, mit denen der Zünder aus dem Stahlmantel herausgeschnitten wird. Die Entschärfung per Hand gilt inzwischen als viel zu gefährlich, denn sie sind mit einer Ausbausperre versehen.

























