Kinderpornografie : Lehrer der Odenwaldschule legt Geständnis ab

Der suspendierte Lehrer der Odenwaldschule hat den Besitz von Kinderpornografie zugegeben. Die Schule selber hat ein Ultimatum der Behörden verstreichen lassen. Jetzt wird sie zu einem Krisengespräch gezwungen.

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Kinderporno-Verdacht gegen einen Lehrer der Odenwaldschule. Foto: dpa
Kinderporno-Verdacht gegen einen Lehrer der Odenwaldschule.Foto: dpa

Jetzt herrscht Klarheit: Der von der Odenwaldschule (OSO) im hessischen Ober-Hambach suspendierte Lehrer hat zugegeben, dass er im Besitz von Kinderpornos war. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt teilte am Freitag mit, der Pädagoge habe eingeräumt, die Pornos in einem Internet-Forum heruntergeladen zu haben. Allerdings habe er auch betont, dass dies im Frühjahr 2011 geschehen sei, noch vor seinem Engagement in der einst als Leuchtturm der Reformpädagogik gefeierten Schule. Nach dem Frühjahr 2011 habe er die Software auf seinem Computer nicht mehr benutzt. Der Lehrer wechselte im August 2011 zur OSO. Am 9. April wurde er suspendiert. Inzwischen hat ihm die Schule fristlos gekündigt.

Die Odenwaldschule weigert sich, den Behörden Auskunft zu geben

Aber auch die Schulleitung der OSO ist unter Druck geraten. Weil sie das hessische Kultusministerium und das Jugendamt des Kreises Bergstraße erst gar nicht und später nur unzureichend darüber informiert hatte, dass der Pädagoge intern bereits monatelang beobachtet worden war, hat der stellvertretende Landrat Matthias Schimpf der OSO-Leitung ein Ultimatum gestellt. Bis Freitag 12 Uhr musste sie detailliert Auskunft über die Umstände der Beobachtung geben.

Doch die Schule teilte dem Landratsamt über ihren Anwalt nur mit, sie habe in vollem Umfang bereits informiert, aber man könne ja nächste Woche in der Schule noch ein Gespräch führen. „So eine Reaktion kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Schimpf dem Tagesspiegel. „Die Schule hat in so einem Fall die Bringschuld.“ Und deshalb verschärfte er die Tonlage. „Ich habe der Schule mitgeteilt, dass sie am Dienstag zu einem Krisengespräch ins Landratsamt zu kommen hat.“

An diesem Gespräch werde auch das Landesjugendamt teilnehmen sowie das staatliche Schulamt Heppenheim. Diese Behörde hat die Aufsicht über den schulischen Teil der OSO.

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