• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Nach dem Kino-Attentat : Schweigen zum Waffenrecht

22.07.2012 00:00 Uhrvon
Ein Land in Trauer. Nach dem Massaker gedachten Menschen an vielen Orten der Vereinigten Staaten der Opfer.Bild vergrößern
Ein Land in Trauer. Nach dem Massaker gedachten Menschen an vielen Orten der Vereinigten Staaten der Opfer. - Foto: AFP

Die Morde im Kino von Aurora werden kaum dazu führen, dass die Mehrheit der Amerikaner umdenkt. Auch Obama und Romney haben es bislang vermieden, sich zu möglichen Änderungen am Waffenrecht zu äußeren.

In den ersten Tagen nach der Tragödie liegt eine düstere Stimmung betroffener Hinnahme über dem Land. Amerika betrauert die zwölf Toten und 59 Verwundeten der Kinoschießerei in Aurora, einem Vorort am östlichen Stadtrand von Denver, Colorado. Im ganzen Land wehen die Flaggen auf Halbmast. Der Filmkonzern Warner Brothers hat die mehr als hundert Millionen Dollar teure Werbekampagne für „The Dark Knight Rises“, bei dessen Mitternachtspremiere in der Nacht zu Freitag die Schüsse gefallen waren, vorerst gestoppt. Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney haben ihren Wahlkampf unterbrochen.

Zugleich aber sind die Erwartungen gering, dass das allgemeine Erschrecken über das erneute Blutbad einen dauerhaften Einfluss auf Amerikas Umgang mit Waffen haben wird.

Für die meisten Ausländer ist er ein Rätsel, für die meisten Amerikaner eine Selbstverständlichkeit. Einzelne, durchaus prominente Stimmen fordern eine offene Debatte über das Waffenrecht, darunter New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. „Jeden Tag werden Menschen mit Waffen getötet. Wir müssen das beenden.“ Es reiche nicht aus, die Hände zu ringen, zu erklären, wie tragisch so ein Vorfall sei, und zu Mitgefühl mit den Familien der Opfer aufzurufen. Bloomberg forderte Obama und Romney auf, konkret zu sagen, was sie am Waffenrecht ändern wollen, um solche Vorfälle zu verhindern.

Batman-Regisseur Christopher Nolan sprach in einer Erklärung von einer „sinnlosen Tragödie“.Bild vergrößern
Batman-Regisseur Christopher Nolan sprach in einer Erklärung von einer „sinnlosen Tragödie“. - Foto: dpa

Die beiden haben darauf bisher nicht reagiert. Obama und Romney haben die Tat verurteilt, ihre Betroffenheit ausgedrückt, um menschliche Zuwendung und Gebete für die Angehörigen der Opfer aufgerufen. Zum Waffenrecht sagten sie kein Wort. Die Debatte um das „Second Amendment“ der Verfassung, das eigentlich von Bürgermilizen handelt, aber höchstrichterlich so ausgelegt wird, dass es jedem Bürger die Freiheit des Waffentragens garantiert, ist politisch vermintes Gelände. Eine offene Debatte darüber erscheint beiden viel zu riskant.

Die Bilder vom Tatort in Aurora:

Auch die „Brady Campaign to Prevent Gun Violence“ – benannt nach Ronald Reagans Pressesprecher James Brady, der bei dem Attentat auf Reagan 1981 angeschossen wurde, seither behindert ist und für die Verschärfung des Waffenrechts kämpft – forderte nationale Besinnung: „Wir haben ein nationales Problem, weil es so leicht ist, Waffen zu bekommen.“ Die meisten Experten bezweifeln, dass die Schießerei zu einer Reform des Waffenrechts führt. David Kopel, Jura-Dozent an der Universität Denver, sagt, das hätten die Gegner auch nach den Schüssen auf die Abgeordnete Gabrielle Giffords in Tucson im Januar 2011 und der Erschießung des schwarzen Teenagers Trayvon Martin in Florida im Februar 2012 versucht, aber nichts erreicht.

Sie wollen wissen, was in Berlin läuft? Gönnen Sie sich an jedem Werktag 5 Minuten Lesespaß! Geben Sie hier einfach Ihre E-Mail-Adresse an, um den Newsletter ab morgen zu erhalten.

  • Berlin to go: täglicher Newsletter
  • morgens um 6 Uhr auf Ihrem Handy
  • von Chefredakteur Lorenz Maroldt
weitere Newsletter bestellen Mit freundlicher Unterstüzung von Babbel

Weitere Themen

Tagesspiegel twittert

Service

Matthies war essen

Bernd Matthies kocht gern und isst noch lieber.
Große Menüs, kleine Fundsachen, nützliche Bücher, gastronomische Erlebnisse.

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...