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Philippinen : Taifun "Hagupit" wütet - Sicherheitsmaßnahmen zeigen Wirkung

Taifun „Hagupit“ hat viel zerstört, aber die schlimmsten Befürchtungen sind nach ersten Berichten von den Philippinen nicht wahr geworden. Hunderttausende hatten sich vorher in Sicherheit gebracht - auch mit Spenden-Hilfe von Tagesspiegel-Lesern.

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mit voller Wucht trifft der Taifun auf die Küste in der Stadt Legazpi.
mit voller Wucht trifft der Taifun auf die Küste in der Stadt Legazpi.Foto: Reuters

Der mächtige Taifun „Hagupit“ hat auf den Philippinen zwar schwere Verwüstung angerichtet. Aber nach ersten Angaben der Behörden sind weitaus weniger Opfer zu befürchten als durch Taifun „Haiyan“ vor einem Jahr. Damals kamen mehr als 7000 Menschen ums Leben. Eine Frau in Catarman auf der Insel Samar ertrank nach Angaben des Katastrophenschutzes am Sonntag. Zwei Männer wurden verletzt, als ein umstürzender Baum ihr Moped traf.
Die Behörden meldeten zwei weitere Todesopfer, die aber nicht unmittelbar mit dem Taifun zu tun hatten. Darunter war ein Mädchen, das nach hohem Fieber in einem Notaufnahmelager starb. Nach einer ersten Übersicht zahlten sich die Massenevakuierungen aus.

Aufatmen in Salcedo

Das Aufatmen in Salcedo am Morgen danach war groß. Gegen acht in der Früh ließ der Wind endlich nach, angekommen war „Ruby“ gegen 18 Uhr am Abend. „Wir haben keine Toten und fast keine Verletzten,“ berichtete Rey Padit, der Troubleshooter von Bürgermeister Mergal, über die einzige funktionierende Telefonverbindung über Satellit am Morgen nach einer durchwachten Nacht. Alle anderen Telefonverbindungen, das Internet und TV sind ausgefallen. Was die Häuser anbelangt, so hat man wohl Glück gehabt: Es seien nur Scheiben zu Bruch gegangen und ein paar Dächer weggeflogen. „Das können wir bald reparieren. Ganz anders als vor einem Jahr.“

Eine große Hilfe für Salcedo seien die Schulen und Häuser gewesen, die Kurt Behringer und sein Amurt-Team im Auftrag der Kindernothilfe nach dem verheerenden Supertaifun "Haiyan" von November 2013 auch mit Spenden von Tagesspiegel-Lesern aufgebaut hatten. „Der Bürgermeister konnte allen sagen, wo sie hingehen sollten – andere Orte hatten keine Evakuierungszentren“, so Padit. Kurt Behringer ging sofort in Jagnaya und Asgad nach dem Rechten sehen. Ihm fiel wohl ein mächtiger Stein vom Herzen. Alle von seinem Team gebauten Häuser stehen noch  - nicht einmal ein einziges Dach hat der Sturm weggeweht, der immer wieder in furchtbar heftigen Böen über die Dörfer wehte, wie Padit sagt. „Kurt Behringer kann jetzt wirklich sagen, dass seine Häuser Taifun-sicher sind“, berichtet Padit und lacht befreit.

Weil sie es besser getroffen haben als wohl andere Orte in der Umgebung, wollten sie den Nachbarn Hilfe anbieten. Dort war „Ruby“ diesmal mit voller Wucht an Land gegangen. Borongan war von „Haiyan“ 2013 weitgehend verschont geblieben. „Aber wir wissen noch gar nicht, was sie brauchen können. Bisher haben wir keine Verbindung nach Borongan,“ sagte Padit.

"Vorbereitung hat Leben gerettet"

„Die Vorbereitung auf den Sturm hat eindeutig Leben gerettet“, sagte der Einsatzleiter des Kinderhilfswerks World Vision, Andrew Rosauer. Mehr als 700 000 Menschen waren geflohen, teils zu Verwandten im Landesinneren, teils in Notlager. „Die Notaufnahmelager in Tacloban sind voll, und man muss sich um die sanitäre Versorgung kümmern.“ In Lawaan auf der Insel Samar wurde mitten im Sturm in einem Notlager ein Mädchen geboren, berichtete ein Katastrophenhelfer dem Sender ABC-CBN. Die Eltern hätten das Kind Ruby genannt - so heißt der Taifun intern auf den Philippinen. Samar lag auch im vergangenen Jahr im Auge des Taifuns „Haiyan“.

Überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume und Strommasten

Millionen Menschen waren am Sonntag ohne Strom. Auf der Insel Samar, wo der Taifun in der Nacht auf Land traf, fielen teilweise die Mobilfunkverbindungen aus. Nach dem Durchzug des Taifuns waren zahlreiche Straßen durch entwurzelte Bäume oder umgeknickte Strommasten blockiert. In der vor einem Jahr schwer verwüsteten Stadt Tacloban wurden Bretterbuden umgerissen. Schutt lag in den Straßen. In vielen stand das Wasser knöchelhoch.

Vorerst gerettet_ Taifin "Hagupit" hat die Phillippinen vorerst nicht so hart getroffen wie sein verheerender Vorgänger "Haiyan" vor einem Jahr.
Vorerst gerettet_ Taifin "Hagupit" hat die Phillippinen vorerst nicht so hart getroffen wie sein verheerender Vorgänger "Haiyan"...Foto: dpa

„Wir haben bislang keine Berichte über Todesopfer“, sagte Bürgermeister Alfred Romualdez im Rundfunk. „Das Schlimmste scheint hinter uns zu liegen.“ Am Nachmittag tobte der Wirbelsturm vor der Insel Masbate westlich von Samar. Weil der Taifun nur langsam weiterzieht, wird die Erde durch die Regenmassen besonders durchweicht.

„Meine größte Sorge sind Überschwemmungen, weil der Taifun sich so langsam bewegt“, sagte der Gouverneur der Provinz Albay, Joey Salceda, im Fernsehen. „Es könnte am Vulkan Mayon zu Erdrutschen kommen.“ Dort kamen 2006 mehr als 1200 Menschen ums Leben, nachdem sich nach heftigem Regen Erdmassen lösten und Dörfer unter sich begruben.

Der Taifun wird schwächer

„Hagupit“ bewegte sich nur langsam Richtung West-Nordwest und schwächte sich deutlich ab. Er traf am Samstagabend bei Dolores an der Ostküste der Insel Samar mit Windgeschwindigkeiten von 175 bis 210 Kilometern in der Stunde auf Land. Am Sonntagnachmittag waren es nach Angaben der Katastrophenbehörde noch 140 bis 170 Kilometer.

Die Behörden richteten ihr Augenmerk am Sonntag auf die Millionenmetropole Manila. Dort sollten die ersten Ausläufer in der Nacht zu Montag zu spüren sein. In der Stadt gibt es zahlreiche Slums mit notdürftig gebauten Verschlägen, die heftigen Winden und schweren Regenfällen nicht standhalten würden. Arbeiter hatten in den vergangenen Tagen bereits Schilder und Weihnachtsdekorationen abgebaut. Ein massiver Stromausfall würde das Wirtschaftszentrum des Landes zum Erliegen bringen.

Die Philippinen erleben jedes Jahr zahlreiche Taifune. „Haiyan“ traf am 8. November 2013 ein und war der schwerste Taifun, der je Land erreicht hat: mit Windgeschwindigkeiten von 195 bis 210 Kilometern in der Stunde. „Hagupit“ ist der mächtigste Taifun seit „Haiyan“. (dpa)

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