Hartmann Kleiner : Ein Anwalt der Wirtschaft nimmt Abschied

Klaus Wowereit und Matthias Platzeck ehren Hartmann Kleiner, das Gesicht der Unternehmensverbände. Der Jurist arbeitete 37 Jahre in den Arbeitgeberverbänden, seit 1990 leitete er die "Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg".

Berlin - Nach 37 Dienstjahren hat man sich wohl ein paar anerkennende Sätze verdient. Aus berufenem Munde und in einem hübsche Ambiente. Der Regierende Bürgermeister und Brandenburgs Ministerpräsident standen auf der Rednerliste am Montagnachmittag im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Etwa 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hatten sich dort eingefunden zum Abschied von Hartmann Kleiner, dem „angesehenen und glaubwürdigen Anwalt der Wirtschaft in der Region“, wie Matthias Platzeck sagte. Klaus Wowereit sprach von einem Botschafter der Hauptstadt und würdigte Kleiners Verdienste bei der Reform der hauptstädtischen Wirtschaftsförderung: weg von der Gießkannenförderung, Konzentration auf „innovative Wachstumsfelder“.

Der Jurist Kleiner arbeitete 37 Jahre in den Arbeitgeberverbänden, 26 davon als Hauptgeschäftsführer. Seit 1990 leitete er die „Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg“. Überhaupt hatte Kleiner früh „den Blick für Berlin und Brandenburg gemeinsam“, lobte Arno Hager, Chef der Berliner IG Metall, den Wirtschaftslobbyisten. Kleiner war auch Geschäftsführer des Metallverbands und damit Gegenspieler der Gewerkschaft. Dabei „ein harter, aber verlässlicher Partner“, sagte Dieter Scholz, der DGB-Vorsitzende von Berlin und Brandenburg. Auch Wowereit betonte Kleiners Rolle als „Sozialpartner“ und bedankte sich für dessen Einsatz, als es um den Sitz der Deutschen Rentenversicherung (früher BfA) ging – mit immerhin 13 000 Arbeitsplätzen in Berlin einer der größten Arbeitgeber weit und breit.

Als Aufbauhelfer habe Kleiner bei der AOK Brandenburg gewirkt, ferner beim Landesarbeitsamt sowie als Aufsichtsrat bei der Zukunftsagentur Brandenburg, der Potsdamer Wirtschaftsförderung. Kleiner ist übrigens seit Jahren ein Anhänger der Fusion der Berliner mit der Potsdamer Fördergesellschaft. Als Wowereit vor einem Jahr entsprechende Pläne der Wirtschaftspolitiker beider Länder stoppte und dafür auch überraschend den Beifall der Berliner IHK fand, hatte der UVB-Chef dafür kein Verständnis. Alles in allem hinterlasse Kleiner seinem Nachfolger Christian Amsinck ein „bestens geordnetes Feld“, meinte Platzeck. Ein Feld, das langsam zu blühen beginnt. „Unsere Region gehört heute zu den innovativsten in Europa“, behauptete Wowereit. Und das hat wohl auch zu tun mit Kleiner, dem „Urgestein der politischen Klasse in der Stadt“, wie DGB-Chef Scholz formulierte. alf

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