Heik Afheldt trifft … : Filmproduzentin Doris Zander

Doris Zander ist Filmproduzentin und seit Mitte 2006 Geschäftsführerin der Aspekt Telefilm-Produktion Berlin GmbH am Pariser Platz, die zur "Spiegel"-Mediengruppe gehört.

Zander Foto: promo
Doris Zander -Foto: promo

Direkt über dem Kennedy-Museum am Pariser Platz vor einer orangefarbenen Wand mit Blick auf einen grünen Innenhof arbeitet diese ungemein freundliche, charmante schlanke Frau an neuen Projekten. Poster ihrer früheren Filme schmücken die Wände. Hinter der dunklen Brille, umrahmt von langen dunkelblonden Haaren, gucken einen blitzgescheite große Augen interessiert an: Was will der wohl von mir wissen? Etwa, warum es die geborene Rheinländerin in Berlin so mag und hier besonders gerne „dreht“. Berlin sei eine „sensationelle Location“, sagt sie – mit vielen tollen Schauspielern, fast allen Milieus und Architekturen, die man braucht, und exzellenten Facharbeitern für den Set. Und die Stadt sei – anders als das etwas „verschnarchte Hamburg“, das für sie beruflich dennoch immer sehr wichtig war – spontaner, ruppiger und origineller. Fast sechs Jahre hat sie für Studio-Hamburg-Produktion in Jenfeld Fernsehfilme produziert.

Schon als sie mit 23 Jahren ihrem ersten Mann hierher gefolgt war, hat ihr Berlin „total gut gefallen“! Heute bedauert sie nur, dass kein einziger großer finanzstarker Fernsehsender mehr ansässig sei.

Seit Juli 2006 nun ist Doris Zander für die „Aspekt Telefilm-Produktion Berlin“, eine Tochter der Spiegel-Gruppe, tätig. Besonders stolz ist sie auf Filme wie „Ein starker Abgang“ mit Bruno Ganz und Monica Bleibtreu – für den Grimme-Preis nominiert – oder „Zeit für Träume“ mit Dietmar Schönherr und Hannes Jaenicke. Zu „ihren Krimis“ zählt „Der Tote im Spreewald“ mit Christian Redl und Nadja Uhl.

Begonnen hat die TV- und Filmkarriere der unternehmungslustigen jungen Frau einst als „Artist-Promoter“ für Boney M, bevor sie sechs schöne ereignis- und erlebnisreiche Jahre mit „Hänschen“ Rosenthal arbeitete. Unzählige Spielshows und die Kinderabenteuer-Serie „Das Rätsel der Schlüssel“ entstanden.

1998 dann hat sie mit Nico Hofmann als Gesellschafterin und Produzentin „teamWorx Produktion für Kino und Fernsehen“ gegründet. Mit Götz George, Barbara Auer und Armin Rohde drehte sie Hits wie „Liebe.Macht.Blind“ oder „Der Tunnel“. Ihr Film „Ende der Saison“ von Stefan Krohmer mit Hannelore Elsner wurde viermal mit dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet. Vor ihrem heutigen Job kam sie dann noch einmal zurück zu Studio-Hamburg-Produktion in Adlershof.

Ganz am Anfang standen ein wohlhabendes Elternhaus mit „Blick auf den Rhein“, zwei ältere Brüder und ein beeindruckender Vater. Ein „schnelles, freches und flirtiges“ Mädchen sei sie gewesen, das mit Stolz und Selbstbewusstsein einen Davidstern am Hals getragen hat und vor dem BWL-Abschluss „ausgebüxt“ und mit der Travestie-Truppe Folies Parisiennes ein Jahr durch Europa gereist ist.

Nach zwei Ehen und diversen Umzügen quer durch Berlin lebt die Vegetarierin in Schöneberg. Mit ihrem Partner joggt sie regelmäßig im Berliner „Central Park“, wie sie den Tiergarten nennen.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegels.

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