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Bauschutt trennen lohnt sich : Schrott zu Schotter

05.01.2013 00:00 UhrVon Nicola Menke
Alles ab in den Container. So leicht machen es sich viele Bauherren, wenn sie renovieren. Wer richtig trennt, tut der Umwelt Gutes und schont den Geldbeutel.Bild vergrößern
Alles ab in den Container. So leicht machen es sich viele Bauherren, wenn sie renovieren. Wer richtig trennt, tut der Umwelt Gutes und schont den Geldbeutel. - Foto: Andrea Warnecke/dpa

Müll oder Wertstoff? Wenn gebaut oder abgerissen wird, können durch die richtige Entsorgung Kosten gespart werden.

Einen großen Container bestellt und den ganzen Schutt rein – so leicht machen es sich viele Bauherren, wenn sie renovieren. Das sei aber nicht nur ökologisch problematisch, sagt Dirk Lorig von der Sonderabfall-Management-Gesellschaft in Rheinland-Pfalz. „Wenn der Container insgesamt zu viel PCB enthält, muss ich den gesamten Inhalt verbrennen lassen. Und weil Beton sehr schlecht brennt, kann das richtig teuer werden.“ 400 Euro pro Tonne, die in einer Verbrennungsanlage für Sonderabfall verheizt wird, könne das kosten. Bei einem vollen Container kommt so ein vierstelliger Betrag zusammen.

Das Trennen lohnt sich finanziell, aber es ist aufwendig und teils mit zusätzlicher Arbeit verbunden.

Ein Beispiel: Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind organische Giftstoffe. Sie wurden früher als Füllmittel für Fugen verwenden. „Wenn Sie die Dichtungsfugen vorher aus dem Beton gekratzt haben, kann der verwertet werden, und Sie haben nur einige Kilo Sondermüll“, erläutert Lorig.

Diese kleine Menge Sondermüll bringt der Bauherr selbst weg – und spart damit wiederum Geld. Die öffentlichen Entsorger nehmen ihn – mancherorts sogar kostenlos – entgegen, aber manche nur in haushaltsüblichen Mengen, sagt Lorig. Auf Wertstoffhöfen der Städte und Gemeinden stehen meist auch Container bereit. Grundsätzlich sollten in Bauschutt-Containern nur Steine, Erde, Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik landen, erläutert der Entsorgungsverband des Norddeutschen Handwerks in Hamburg auf seiner Homepage.

Dachpappe, Metall, Gips, Gas- und Porenbeton sowie Sonderabfälle müssen Bauherren extra entsorgen. Es gibt auch sogenannten Baustellenabfall, zu diesem können neben dem Bauschutt etwa Holz, Schrott, Verpackungen sowie Dämmstoffe zählen. Auch Teppichreste, Kunststoffe, Kabelreste, Papier und Folien dürfen hier meist in den Container. Aber die Bestimmungen sind regional und auch bei einzelnen Unternehmen verschieden – hier lohnt sich die Nachfrage.

Problematisch ist die Entsorgung von asbesthaltigem Schutt, denn hier sind nicht nur der Bauherr und die Handwerker gefährdet, sondern auch die Nachbarschaft – etwa wenn die Platten unsachgemäß zerlegt werden und Asbest als Staub durch die Luft wirbelt. Das könne eine Straftat sein, sagt Lorig. Daher sollte Asbest am besten von einem Experten ausgebaut und entsorgt werden.

Selbst wenn keine Schadstoffe im Bauschutt sind, sollte man diesen soweit wie möglich trennen. Denn Mischungen seien am schwierigsten zu recyceln. „Wenn ich eine verputzte Betonwand einreiße, hat der Wiederverwerter ein Problem“, erklärt Lorig. „Der Betonbruch alleine ließe sich sehr gut als Schotter im Straßenbau verwenden, aber nur ohne Putz, weil dieser wasserlöslich ist.“ Ein Problem ist aber Bauholz, zu dem auch alte Möbel sowie Verpackungen aus Holz gehören. Es wird in vier Kategorien eingeteilt: unbelastet, lackiert, beschichtet und behandelt mit schädlichen Stoffen. Sie müssten eigentlich in verschiedene Container kommen.

Doch ob und wie das Holz konserviert wurde, erkennen Verbraucher oft nur schwer. „Wenn eine Bahnschwelle mit Teeröl imprägniert wurde, sehe und rieche ich das“, erklärt Abfallexperte Lorig. Ist aber das Holz etwa mit dem Schutzmittel Lindan behandelt, das für Dachstühle, Fenster und Außentüren verwendet wird, sehe man das nicht. Kann der Bauherr nicht nachweisen, dass er nur unbehandeltes Holz abgeben möchte, wird der Entsorger sowieso immer vom schlimmsten Fall ausgehen. Um zu verhindern, dass das geschredderte Holz etwa über die Wiederverwendung in Spanplatten in Innenräumen lande, müsse es als Sonderabfall behandelt werden, sagt Lorig.

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