Berliner Humboldthafen : Am Hauptbahnhof entsteht eine Stadt in der Stadt

Hadi Teherani Architects gewinnen Architekturwettbewerb für neues Wohn- und Gewerbeprojekt.

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Platz 1: Hadi Teherani Architects aus Hamburg. „Architektur liefert die Grundstruktur einer räumlichen Idee“, sagt Teherani.
Platz 1: Hadi Teherani Architects aus Hamburg. „Architektur liefert die Grundstruktur einer räumlichen Idee“, sagt Teherani.Visualisierung: Hadi Teherani Architects

Der Architekturwettbewerb für ein neues Wohn- und Gewerbeprojekt am Berliner Humboldthafen ist entschieden: Hadi Teherani Architects aus Hamburg gewinnen den ersten Preis, das Berliner Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst den zweiten; den dritten Platz belegen Steidle Architekten, München.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, Vertreter des Bezirks Mitte, die Bauherren Ludger Inholte (LIP) und Rainer Sticken (ABG) sowie weitere Architekten und Sachverständige entschieden im Preisgericht am vergangenen Mittwoch über die städtebaulichen und gestalterischen Aspekte sowie über die Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der Konzepte. Der international besetzte Architekturwettbewerb mit 13 renommierten Teilnehmern hatte im Juli begonnen. An den Architekturwettbewerb schließt sich nun ein Bebauungsplanverfahren an. Die Fertigstellung der Projekte ist für 2016 vorgesehen.

Lüscher sagte zur Vergabe des ersten Preises: „Der Gewinnerentwurf setzt Zeichen zum Thema Wohnen in innerstädtischer Lage. Die Nutzung des Erdgeschosses durch Einzelhandel und Gastronomie wird den Standort Humboldthafen in seiner Urbanität aufwerten und seine Attraktivität insbesondere an der Wasserkante stark erhöhen.“ Das Projekt ist Teil der Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“.

Die LIP Ludger Inholte Projektentwicklung GmbH, Hamburg, und die ABG Allgemeine Bauträgergesellschaft GmbH & Co. KG, München, haben in einem Joint Venture zwei innerstädtische Grundstücke nahe der Europacity in Berlin-Mitte erworben. Die Grundstücke am Humboldthafen, in direkter Nähe zum Hauptbahnhof gelegen, bieten einen freien Blick auf das historische Hafenbecken und das gegenüberliegende Regierungsviertel.

Auf den erworbenen Baufeldern H3 und H4 sollen Wohn- und Geschäftshäuser mit insgesamt rund 35 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstehen. In der attraktiven Wasserlage werden LIP und ABG rund 250 Miet- und Eigentumswohnungen realisieren. An der Invalidenstraße sind vis à vis zum Hamburger Bahnhof rund 7500 Quadratmeter Bürofläche sowie rund 3500 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomiefläche geplant. Die Gastronomieflächen sind in den Arkaden entlang des Ufers geplant, die durch die unmittelbare Wasserlage und das Hafenleben attraktive Aufenthaltsqualität bieten sollen.

Der Gewinnerentwurf von Hadi Teherani Architects überzeugte die Jury einer Mitteilung zufolge „durch die hohe Gestaltungsqualität seiner Fassaden und eine sehr überzeugende Zonierung der gewerblichen und wohnwirtschaftlich genutzten Bereiche“. Die Fassadengestaltung differenziere die Gebäudebereiche durch klare Ablesbarkeit der Wohn- und Gewerbenutzungen: Die zum Humboldthafen sowie nach Osten und Westen orientierten Wohnfassaden lebten vom Spiel offener und geschlossener Flächen, das sich plastisch, in Form von Erkern und Balkons zeige. „Die an der Invalidenstraße gelegenen Bürofassaden hingegen begegnen ihrem Gegenüber, dem historischen Hamburger Bahnhof, mit Klarheit und nehmen dessen Höhe mit einem markanten Gebäuderücksprung auf“, hieß es in der Jurybegründung weiter.

Ludger Inholte, Inhaber und Gründer der LIP, hatten in Berlin in den vergangenen fünf Jahren mit dem Büro- und Geschäftshaus „F100“ in der Friedrichstraße 100 und drei Hotels mehrere Projekte realisiert. Inholte sagte zum Wettbewerb: „Hier am Humboldthafen und in der angrenzenden Europacity entwickelt sich nahe des Hauptbahnhofs und des Regierungsviertels ein dynamisches Wohn- und Geschäftsviertel, eine Stadt in der Stadt.“ Die ABG hat in Berlin ebenfalls prominente Bauvorhaben realisiert, unter anderem das Büro- und Geschäftshaus am Pariser Platz 4 A sowie die Bürohäuser an der Friedrichstraße 108/110 (derzeitiger Sitz des Bundesministeriums für Gesundheit) und an der Wilhelmstraße 43 / Ecke Leipziger Straße 121.

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