Berliner Quartiere: Wilmersdorf : Ein Kiez, viele Gesichter

In Wilmersdorf hat man die Wahl zwischen Ku’damm-Flair, Villenviertel und Kleinstadtidyll.

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Paddeln auf dem Königssee im Grunewald - auch das gehört zu Wilmersdorf.
Paddeln auf dem Königssee im Grunewald - auch das gehört zu Wilmersdorf.Foto: Soeren Stache

Wilmersdorf ist vielfältig wie nur wenige andere Stadtteile. Der Ludwigkirchplatz mit seinen großzügigen Gründerzeitbauten und edlen Spezialitätengeschäften gehört ebenso dazu wie das fast kleinstädtisch wirkende Schmargendorf rund um die Berkaer Straße und der Ortsteil Grunewald, der mit seinen Villen und Botschafterresidenzen als eine der edelsten und teuersten Berliner Wohngegenden überhaupt gilt.

Genau dort entsteht einer der raren Neubauten in diesem Villenviertel: das Haus Friedrich im Goldfinkweg. Auf einem Grundstück, auf dem zuvor ein Bungalow stand, errichtet der Bauträger Ralf Schmitz ein frei stehendes Gebäude mit fünf Wohnungen, von denen bisher drei verkauft sind. Ende dieses Jahres werden die edlen Domizile fertig, für die rund 8700 Euro pro Quadratmeter verlangt werden.

Das ist selbst für Grunewaldverhältnisse ein stolzer Preis: Laut einem Marktbericht des auf den Berliner Südwesten spezialisierten Maklerunternehmens Schnoor Immobilien kosten hochwertige Eigentumswohnungen im Erstbezug in der Regel um die 5200 Euro, gepflegte Altbauwohnungen um die 3800 Euro pro Quadratmeter. Für prachtvolle Villen würden zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro, in Einzelfällen auch bis zu vier Millionen Euro bezahlt.

Fast so hochwertig geht es im Ortsteil Schmargendorf zu, wo das Berliner Unternehmen Egena AG bis Ende 2014 in der Nähe des S-Bahnhofs Hohenzollerndamm das Charlottenbrunner Carré realisiert: ein Ensemble mit 60 Eigentumswohnungen, von denen 40 in drei Neubauten entstehen, 20 in zwei modernisierten Altbauten. „Das Bauvorhaben spricht eine breite Käuferschicht an“, berichtet Ruth Stanic-Kupper von der Egena AG, „insbesondere junge Paare mit und (noch) ohne Kinder sowie ältere Paare.“ – die meisten aus Berlin, aber auch einige Zuzügler. Sie zahlen zwischen 3100 und 5300 Euro pro Quadratmeter.

„Je näher man Richtung Ku’damm kommt, desto stärker ist die Nachfrage“, beobachtet Nikolaus Ziegert, der mit seinem Maklerunternehmen zwei große Neubauvorhaben in Wilmersdorf vertreibt. 43 Wohnungen entstehen im Quartier Pariser Straße, von denen neun noch zu haben sind, zu Preisen zwischen 3500 Euro (im Erdgeschoss) und 6900 Euro pro Quadratmeter (im Dachgeschoss). Noch etwas größer ist mit 50 Wohnungen das Projekt Portikus, das die Berliner Casada GmbH in der Katharinenstraße realisiert.

Ungewöhnlich ist das Energiekonzept: Geheizt wird nämlich mit Erdwärme; den Strom für die dafür nötige Wärmetauschpumpe liefert ein hauseigenes Blockheizkraftwerk. „Die Wartungskosten sind minimal“, verspricht Casada-Geschäftsführer Jörg Peters. Und die Eigentümer profitieren von einem niedrigen Hausgeld, das mit nur 1,65 Euro pro Quadratmeter und Monat Heizkosten, Betriebskosten, Instandhaltungsrücklage und Verwaltergebühr abdeckt.