Immobilien : Ein immergrüner Schutz

Hecken aus Nadelgehölzen bieten das ganze Jahr über einen dekorativen Anblick. Doch es müssen nicht immer Scheinzypressen oder Lebensbäume sein

Tassilo Wengel

Hecken aus Nadelgehölzen sind nicht nur ein idealer Hintergrund für Staudenrabatten, sondern auch eine dekorative Begrenzung für lauschige Plätzchen im Garten. Außerdem bieten sie Schutz vor Wind und neugierigen Blicken.

Am häufigsten in Gärten anzutreffen sind Einfriedungen aus Lebensbäumen (Thuja) oder Scheinzypressen (Chamaecyparis). Sie wachsen recht schnell und sind verhältnismäßig preiswert. Wer dagegen etwas Außergewöhnliches sucht, sollte eine Kiefernhecke pflanzen. Da sie langsam wächst, dauert es recht lange bis sich eine attraktive Begrenzung gebildet hat. Wer diese Geduld nicht hat, kann Exemplare kaufen, die bereits eine gewisse Höhe erreicht haben. Geeignet dafür sind die dicht wachsenden Sorten der Krummholzkiefer (Pinus mugo), wie beispielsweise ,Gnom‘ mit einem kegelförmigen Wuchs oder ,Green Column‘, die eine kompakte säulenförmige Pyramide bildet. Sie wird bis 250 Zentimeter hoch und etwa einen Meter breit. Eine weitere, für diese Zwecke erprobte Sorte ist ,Green Mountain‘. Sie wird etwa 175 Zentimeter hoch und einen Meter breit.

Nicht alltäglich sind auch Hecken aus den wertvollen Eiben. Auch sie wachsen langsam und haben ihren Preis. Diese immergrünen, reich verzweigten Kleinbäume oder Sträucher werden seit Jahrhunderten in formalen Anlagen der Renaissance-, Barock- und Bauerngärten als Begrenzungen verwendet oder zu Skulpturen geformt.

In der Regel wird bei uns die heimische Eibe (Taxus baccata), die üblicherweise aus Sämlingspflanzen gezogen wird, angeboten. Sie kann in der Nadelfärbung und im Wuchs sehr unterschiedlich sein. Durch einen regelmäßigen Schnitt lassen sich jedoch gut dichte Hecken erzielen. Einfacher geht es bei Sorten, die in der Baumschule vegetativ vermehrt wurden. Bei diesen Exemplaren ist die Wuchsform meist einheitlicher. Ein Beispiel dafür ist die pflegeleichte, säulenförmig wachsende Sorte Taxus baccata ’Fastigiata‘, auch Irische Eibe genannt. Sie zeichnet sich durch einen straff aufrechten Wuchs aus und hat eine dicht geschlossene Oberfläche mit eng anliegenden Seitenzweigen. Aus diesem Grund benötigt sie nur gelegentlich einen seitlichen Schnitt. Das gilt besonders für sehr schlankwüchsige Formen. So erreicht beispielsweise Taxus ’Fastigiata Robusta‘ bei einer Höhe von drei bis fünf Metern nur eine Breite von etwa einem Meter. Eine geeignete, alte Sorte ist ,Overeynderi‘ mit einem geraden, breit kegelförmigen Wuchs. Sie wird fünf bis sieben Meter hoch und zwei bis drei Meter breit. Eine der schönsten Säulenformen – allerdings mit gelben Nadeln – ist die Sorte ,Standishii‘ mit sehr dicht stehenden Trieben. Sie erreicht im Alter eine Höhe von etwa drei bis fünf Metern.

Höhere Hecken bilden recht schnell die Sorten von Taxus x media, eine Gruppe von Hybriden, die aus der heimischen Taxus baccata und der japanischen Taxus cuspidata entstanden.

Sehr empfehlenswert ist hier die Sorte ,Strait Hedge‘, die bis fünf Meter hoch wird und einen dichten, säulenförmigen Wuchs hat. Hierbei handelt es sich um eine weibliche Form, die bereits im Jugendstadium reichlich rote Früchte ausbildet. Wie hoch eine Hecke wachsen darf, hängt vom Standort und den gesetzlichen Bestimmungen ab.

Da alle Teile der Eibe hoch giftig sind, sollte man auf das Gehölz in Gärten verzichten, in denen sich häufig Kleinkinder aufhalten.

Hier bieten sich als Alternative Sorten der Leylandzypressen (x Cupressocyparis) an. Es sind Hybriden, die zwischen 1888 und 1961 mehrfach zufällig entstanden sind. Am häufigsten in Kultur ist x Cupressocyparis leylandii. Die Sorten wachsen verhältnismäßig rasch und entwickeln sich in kurzer Zeit zu einer dichten und hohen Hecke von etwa 150 Zentimetern Höhe. Neben diesen dunkelgrünen bis frischgrünen Exemplaren sind auch goldgelbe Sorten im Handel, beispielsweise ,Castlewellan Gold‘ mit einem kräftigen Wuchs. Die Nadeln bei jungen Pflanzen sind goldgelb, bei älteren bronzegrün und ,Gold Rider‘, eine Mutante von ,Castlewellan Gold‘ hat goldgelbe Nadeln, die im Winter eine dunklere Färbung annehmen.

Bis auf die heimische Eibe, die auch für halbschattige Standorte geeignet ist, benötigen die genannten Nadelgehölze Sonne. Der Boden sollte für alle Arten und Sorten mäßig trocken bis feucht und kann schwach sauer bis alkalisch sein. Der Pflanzabstand hängt von der Größe der Pflanze ab. In jedem Fall sollte man eher zu dicht als zu weit pflanzen. Als Richtwert gelten bei Eiben und Kiefern 50 Zentimeter Pflanzabstand und bei Leylandzypressen 75 Zentimeter.

Nach dem Einpflanzen bleibt der Mitteltrieb (Leittrieb) bei allen Arten und Sorten ungekürzt, nur zu üppige Seitentriebe schneidet man zurück. In den folgenden Jahren kann die Hecke ungehindert wachsen, bis sie die gewünschte Höhe erreicht hat. Dann wird der Mitteltrieb (Leittrieb) im Sommer auf die gewünschte Höhe gekürzt.

Bei langsam wachsenden Formen wie zum Beispiel den genannten Säulen-Eiben ist allgemein ein Schnitt im Spätsommer ausreichend. Werden sie allmählich zu breit, lassen sie sich durch einen kräftigen Rückschnitt bis in das alte Holz leicht in Höhe und Breite reduzieren. Das gilt auch für die anderen Eiben-Sorten.

Dagegen erfordern die schnell wachsenden Leylandzypressen vom Sommer des zweiten Standjahres an zwei bis drei Schnitte im Jahr. Der erste Schnitt erfolgt im Frühsommer und der zweite beziehungsweise dritte Schnitt im Spätsommer und im Herbst.

In den Bundesländern gibt es regional unterschiedliche Vorschriften, wann Hecken geschnitten werden dürfen. Diese Bestimmungen sollen die Vögel schützen, die in Hecken oder Sträuchern nisten.

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