Expandierter Polystyrol (EPS) : Brandgefährliche Wärmedämmung? Eine Materialfrage

Experten geben im Grundsatz zwar Entwarnung – doch Styropor brennt unkontrollierbar.

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Ein verheerendes Feuer. 2011 zündeten Brandstifter in Delmenhorst ein Häuschen für Müllcontainer an, die Flammen griffen dann auf eine gedämmte Hausfassade über.
Ein verheerendes Feuer. 2011 zündeten Brandstifter in Delmenhorst ein Häuschen für Müllcontainer an, die Flammen griffen dann auf...Foto: Carmen Jaspersen

Fassaden mit Wärmedämmung helfen, Heizenergie zu sparen. Die Bundesregierung fördert die Maßnahme als wichtigen Baustein für das Gelingen der Energiewende. Trotzdem sind Modernisierer und Bauherren verunsichert. Denn es gibt Berichte von Bränden, die sich durch Wärmedämmungen auf Basis des Materials Expandierter Polystyrol (EPS) – umgangssprachlich Styropor genannt – beschleunigt haben sollen und damit unkontrollierbar wurden.

Als Hinweise für eine mögliche Gefahr durch Dämmung mit EPS gelten drei Fälle aus den Jahren 2005 in Berlin, 2011 in Delmenhorst und 2012 in Frankfurt am Main. „Doch trotz dieser drei Fälle besteht kein Grund zur Panik“, sagt Christian Stolte von der Deutschen Energie- Agentur (dena) in Berlin. Denn das ist eine geringe Anzahl bei bundesweit jährlich rund 200 000 Hausbränden.

Dennoch müssen die drei Brände sachlich analysiert werden, sagt Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands in Berlin. „Bilder von lichterloh brennenden Häusern machen natürlich den meisten Angst.“ Der Brandschutzexperte kennt Details: „In Frankfurt handelte es um einen Baustellenbrand“, berichtet Ziebs. Dort gelagertes Baumaterial fing Feuer, dieses griff auf die noch nicht fertig verputzte Wärmedämmung über. In Delmenhorst zündeten Brandstifter zwei Häuschen für Müllcontainer an, die direkt an der Hauswand standen.

Nur bei dem Brand in Berlin habe ein Feuer im Hausinneren auf die Fassade übergegriffen. Allerdings handelte es sich hier nicht um ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS), das vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) für den deutschen Markt zugelassen war, heißt es in einer Presseerklärung des Instituts. Ziebs sagt, das System sei auch unsachgemäß angebracht worden. „Angesichts der Sach- und Faktenlage – ein noch nicht fertiges Bauwerk, Brandstiftung und falsche Verarbeitung – lässt sich die Behauptung einer besonders hohen Gefährdung durch EPS-Dämmung zurzeit nicht aufrechterhalten“, folgert der Brandschutzexperte.

Auch die Bauminister der Länder gaben teilweise Entwarnung. Auf ihrer Konferenz in Saarbrücken im September 2012 stellten sie fest, dass Wärmedämmungen mit Polystyroldämmstoffen sicher seien, wenn sie ordnungsgemäß zertifiziert sind und entsprechend ihrer Zulassung verbaut werden. Dennoch sah die Konferenz Klärungsbedarf und beauftragte ihren Ausschuss, zusammen mit den Feuerwehren, alle relevanten Brände von solchen Baustoffen mit Polystyrol unter Berücksichtigung der Umstände vor Ort zu untersuchen.

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