Feuchtesensoren für Flachdächer : So bleibt das Dach trocken

Schreckgeschichten von sanierungsanfälligen Flachdächern gibt es zuhauf. Neue Sensortechnik hilft, schon während der Bauphase feuchte Stellen zu ermitteln.

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Mit oder ohne Sensoren: Ein Flachdach sollte jedes halbe Jahr auf undichte Stellen kontrolliert werden, raten Experten.
Mit oder ohne Sensoren: Ein Flachdach sollte jedes halbe Jahr auf undichte Stellen kontrolliert werden, raten Experten.Foto: Boris Roessler dpa/lhe

Die Form des Daches prägt nicht nur den Charakter des Eigenheims, sondern wirkt sich auch auf den Wohnkomfort im ausgebauten Dachgeschoss aus. Die verschiedenen Formen haben unterschiedliche Vorzüge – aber auch ihre Nachteile.

Das Satteldach ist die häufigste Form in Deutschland. Zwei meist gleich groß geneigte Flächen treffen sich am höchsten Punkt. Oft werden Überstände, Gauben und Dachfenster integriert und lockern die Optik auf. Das Pultdach besteht aus einer geneigten Fläche und gilt als modernste Variante unter den Dachformen. Es bietet zur Wetterseite guten Schutz.

Ein Flachdach hat nur eine geringe Neigung. Da sich hier stehendes Wasser ansammeln kann, ist die Abdichtung besonders wichtig. Vorteil: Dachbegrünung ist möglich und es gibt keine Schrägen, die im Dachgeschoss den Wohnraum einschränken. Bislang galt diese Bauweise aber als besonders wartungsintensiv. Häufig steht stellenweise die Wärmedämmung unter Wasser und versagt.

So werden „Problemzonen“ des Dachs sichtbar gemacht

Ob das Vivantes Krankenhaus, das Klinikum Benjamin Franklin der Charité oder die Kita Albulaweg in Mariendorf, die aufgrund der vielen Lecks den Spitznamen „Tropfsteinhöhle“ bekam: Schreckgeschichten von sanierungsanfälligen Flachdächern gibt es zuhauf. Flachdächer können nun „Dank eines innovativen Verfahrens der Sensortechnik“ auf ihre Dichtigkeit überprüft werden, wie es in einer Unternehmenssmitteilung heißt. Eine entscheidende Rolle soll dabei „RFID“ (Radio Frequency ID-entification) spielen, eine sensorbasierte Technik, die berührungslose Informationen übermitteln kann – zum Beispiel über Nässe in Bauteilen.

Das Prinzip ist angeblich einfach: Mit einem Lesegerät ausgestattet lässt sich schon während der Bauphase – also kurz vor Fertigstellung des Baus – das Dach Meter für Meter nach Nässe im Dachaufbau überprüfen. Jeder Sensor meldet dem Scanner, ob es in der Umgebung nass oder trocken ist. „Problemzonen“ des Dachs werden sichtbar und lassen sich so sehr schnell und ohne das Dach öffnen zu müssen lokalisieren.

Das bereits erwähnte Vivantes Klinikum sowie das Vattenfall-Umspannwerk wurden bereits mit Sensoren des Berliner Herstellers HUM-ID ausgestattet. Die Experten raten: So wie man Jedes halbe Jahr zum Zahnarzt gehen sollte, steht jedes halbe Jahr die turnusmäßige Kontrolle des Flachdachs an. Mit oder ohne Sensoren.

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