„Haus der Kirche“ in Charlottenburg : Studentenwohnheim wird abgerissen

Die Evangelische Kirche lässt ein denkmalgeschütztes Wohngebäude für Studenten abreißen und neue Büros bauen.

Das Studentenwohnheim in der Krummen Straße steht seit Anfang 2012 leer.
Das Studentenwohnheim in der Krummen Straße steht seit Anfang 2012 leer.Foto: Reinhart Bünger

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat sich im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit dem Wunsch durchgesetzt, ein denkmalgeschütztes Wohngebäude für Studenten abreißen zu lassen und durch einen Büroneubau zu ersetzen. Aus einem von der Kirche ausgelobten Realisierungswettbewerb für einen Verwaltungsneubau gingen pape + pape Architekten (Kassel) siegreich hervor.

Propst Christian Stäblein sagte zum bevorstehenden Abriss des noch an dieser Stelle stehenden Studentenwohnheims: „So sehen wir auch die Kirche hier Zukunft gestalten und Gewachsenes bewahren. Die Kirche bringt sich so in die Stadt ein.“

Das Gebäude wird durch einen Neubau mit Büros ersetzt.
Das Gebäude wird durch einen Neubau mit Büros ersetzt.Grafik: Tore Pape

Die Gesamtanlage des „Haus der Kirche“ in Charlottenburg umfasst derzeit ein Tagungsgebäude, ein Verwaltungsgebäude, ein Studentenwohnheim und ein Mietwohnhaus. Sie steht seit 1. November 2012 unter Denkmalschutz und ist insgesamt sanierungsbedürftig. Nach der Errichtung des Neubaus sollen die Büro- und Seminartrakte im „Haus B“ – einem großen Riegel an der Goethestraße – zu Wohnungen umgebaut werden. Das Vorhaben beschere Berlin etwa dreimal so viel – qualifizierte, den heutigen Standards gemäße – Wohnfläche wie eine Wiederingebrauchnahme des bestehenden Studentenwohnheims, entschuldigt sich die EKBO für die Beseitigung von studentischem Wohnraum. Strukturelle Mängel seien selbst durch grundhafte Sanierungen nicht zufriedenstellend zu beheben gewesen. Die Mauern des Studentenwohnheims wurden nur mit einschaligem Mauerwerk errichtet und hätten gedämmt werden müssen. Zudem sind die sanitären Einrichtungen sanierungsbedürftig.

Die Arbeiten der Preisträger zeichneten sich durch hohe städtebauliche Qualität aus, heißt es in der Mitteilung der Kirche. Die Qualitäten der Erschließung und der Außenraumgestaltung entsprächen den hohen Erwartungen an eine der Gesellschaft zugewandte kirchliche Bildungseinrichtung.

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