Immobilien auf Mallorca : 560 Kilometer Küste – und Preise bis zum Horizont

Was ein Dominzil auf Mallorca im Schnitt kostet, war bisher nicht bekannt. Eine aktuelle Marktstudie bringt Licht ins Dunkel.

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Der Berg ruft. Das seit 2005 laufende Cap-Vermell-Projekt mit seinen Luxus-Fincas und dem im Bau befindlichen Hyatt-Hotelkomplex wird in Canyamel Realität.
Der Berg ruft. Das seit 2005 laufende Cap-Vermell-Projekt mit seinen Luxus-Fincas und dem im Bau befindlichen Hyatt-Hotelkomplex...Foto: Reinhart Bünger

Topmanager Utz Claassen, Firmenboss Willy Bogner, Drogerieketten-Eigentümer Erwin Müller und den früheren Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Weber eint eine Liebe: Die Liebe zur Ferieninsel Mallorca, wo sie sich Luxusvillen zugelegt haben. Ihre Leidenschaft wird von vielen weiteren Prominenten und weniger bekannten Zeitgenossen geteilt. Was aber ein Luxusdominzil und Preiswerteres auf Mallorca im Schnitt kosten – das war bisher nicht bekannt.

In einer aktuellen Marktstudie, die das Maklerhaus Porta Mallorquina beim Center für Real Estate Studies (Berlin) in Auftrag gegeben hat, zeigt sich nun ein differenziertes – und wie die Auftraggeber versichern auch repräsentatives – Bild von den Immobilientransaktionen auf der Baleareninsel. 3857 Objekte wurden mit ihren Angebotspreisen ausgewertet. Untersuchungszeitraum war der Dezember 2014 (1.12. bis 22.12.).

Knapp die Hälfte der von Maklerunternehmen auf der Insel angebotenen Objekte, sind der Untersuchung zufolge dem gehobenen oder gar dem Luxusbereich zuzuordnen. Nur ein Zwanzigstel der Kaufobjekte zählt zum einfachen Ausstattungsniveau. Im Südosten der Insel ist der Anteil von Luxusimmobilien mit 16 Prozent vergleichweise hoch (Nordosten: 14 Prozent).

Meerblick kostet mehr

Der Begriff Luxus müsse allerdings für Mallorca neu definiert werden, sagte Porta-Mallorquina-Chef Joachim Semrau anlässlich der Vorstellung der Studie auf dem Landgut Carrossa im Nordosten der Insel: „Luxus bedeutet heute Zeit, Raum, Platz, Klima, gutes Wetter, viele Flugverbindungen.“

Weil Letztere vor allem in Palma unmittelbar zu haben sind, ist der Immobilienerwerb hier im Südwesten am teuersten. Außerdem haben die Forscher herausgefunden, dass der Meerblick mehr kostet: Inselweit sind im Durchschnitt weitere zwanzig Prozent zu veranschlagen.

Durchschnittliche Quadratmeterpreise sind im Südwesten mit rund 5040 Euro mehr als zwei Drittel teurer als im Süden, wo durchschnittliche Quadratmeterpreise von 2950 Euro errechnet wurden. Neben dem Südwesten zählen aber auch Palma und das Umland der Hauptstadt der spanischen Mittelmeerinsel sowie der Nordwesten zu den Top-Regionen. Hier kamen die Mitarbeiter der Steinbeis-Hochschule Berlin auf Durchschnittspreise in der Spanne von 4110 bis 4340 Euro.

"Es gibt nur noch teure Neubauprojekte"

Es geht aber auch eine Nummer kleiner: Ist man im Südwesten mit einem einfachen Ausstattungsstandard zufrieden, so reicht ein durchschnittlicher Kaufpreis von 3180 Euro. Im Nordwesten müssten hierfür knapp 320 Euro mehr je Quadratmeter ausgegeben werden.

In den vier Top-Regionen reichen die Einstiegspreise von 2510 Euro je Quadratmeter in Palma Umland bis zu 7170 Euro je Quadratmeter im Südwesten. Im vergleichsweise günstigen Norden reichen die durchschnittlichen Preise vom einfachen bis zum Luxusinvestment von 2660 bis zu 5800 Euro.

In der Spitzengruppe der teuersten Objekte sind die drei Gemeinden Portals Nous, Port Andratx und Son Vida versammelt. Hier sind Objekte sehr begehrt. Gebaut wird – inselweit – vor allem im oberen Preissegment. „Es gibt nur noch teure Neubauprojekte“, sagte Semrau mit einem Seufzer in der Stimme. So etwas zu verkaufen, das kann dauern.

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