Immobilien : Verschulte Bäume und pikierte Pflanzen

Auch Gärtner haben ihre Fachsprache. Doch Einsteiger können sich das Grundwissen schnell aneignen

Waltraud Hennig-Krebs

Die Sprache der Gärtner ist für Anfänger oft verwirrend. Begriffe wie „pikieren“, „vereinzeln“ oder „verschulen“ tauchen auf, Pflanzen „ziehen ein“, und es geht häufig um Arten und Sorten. Da ist ein wenig Grundwissen sehr hilfreich.

Der Gärtner unterscheidet zwischen ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen. Einjährige überstehen nur eine Saison. Zweijährige werden, damit sie im Frühjahr ihre volle Pracht entfalten, im Herbst gepflanzt. Mehrjährige sind dauerhaft und erreichen ein unterschiedliches Alter. Sie werden in Stauden und Gehölze gegliedert.

Zu den Stauden zählen alle Pflanzen, deren Triebe nicht verholzen und die mehrjährig sind. Die oberirdischen Teile sterben im Herbst ab. Der Fachmann spricht vom „Einziehen“. Unter der Erde im Wurzelstock bilden sich die Triebe für die nächste Saison.

Gehölze sind vor allem Sträucher und Bäume, aber auch andere Pflanzen, deren Triebe verholzen und in denen sich „neuer Saft“ bildet, wie beispielsweise bei Rosen.

Das Fachwort „vereinzeln“ – oder „pikieren“ genannt –, betrifft nur Jungpflanzen. Junge Bäume und Sträucher werden „verschult“ – daher die Bezeichnung Baumschule. Beide Arbeiten haben das gleiche Ziel: kräftige Pflanzen heranzuziehen. Das gelingt aber nur, wenn sich die Wurzeln verzweigen.

Der Zeitpunkt zum Pikieren ist gekommen, wenn das Saatgut aufgegangen ist und sich nach den (meistens zwei) Keimblättern die ersten richtigen Blätter zeigen. Die kräftigsten Pflanzen werden ausgelesen, die Wurzeln gekürzt und die Jungpflanze kommt in frische Erde.

Nur durch ein regelmäßiges Verpflanzen (Verschulen) über Jahre hinweg bekommen Bäume und Sträucher viele Wurzeln, aus denen neues Leben sprießt. Qualität und Größe eines Gehölzes richtet sich danach, wie oft es verpflanzt wurde. Diese intensive Gehölzpflege in einer Baumschule hat natürlich ihren Preis. Solche Prachtexemplare bezeichnet man auch als Solitäre. Um ihre Wirkung zu entfalten, sollten sie im Garten einen besonderen Platz erhalten.

Häufig findet man auf Samentütchen den Aufdruck F 1-Hybride. Das sind gärtnerische Züchtungen aus zwei verschiedenen Elternstämmen. Bei einer solchen Züchtung vereinen die Nachkommen die besten Eigenschaften der Eltern. F 2-Hybriden zeigen dagegen oftmals weniger gewünschte Anlagen.

Auch die Bezeichnung Frost-, Dunkel- oder Lichtkeimer findet man auf Samentüten. Darunter sind die Bedingungen gemeint, unter denen der Samen keimt. Frostkeimer regen sich erst, wenn sie eine Kälteperiode erlebt haben. Dunkelkeimendes Saatgut benötigt den Schutz von Erde, Lichtkeimer das Gegenteil: nämlich helles Licht.

Kompliziert wird es dagegen, wenn es um Namen von Pflanzen geht. Carl von Linné entwickelte 1735 ein bis heute gültiges System für die botanische Bezeichnung.

An erster Stelle steht der Gattungsname und dann der Artname, der meist eine Eigenschaft oder einen Herkunftshinweis der Pflanze verrät. Zu einer Gattung können viele Arten gehören. Mehrere Gattungen sind in einer Familie zusammengefasst, deren botanische Namen alle auf den Buchstaben „aceae“ enden. Die Bezeichnung einer Sorte, also einer Züchtung, wird in oben stehende Häkchen gesetzt, bespielsweise: Rosa californica ‘Astrid‘ – kalifornische Rose der Sorte ‘Astrid’.

0 Kommentare

Neuester Kommentar