Ferienkurse der Berliner Hochschulen : Schlauer durch den Sommer

Die Ferienkurse der Berliner Hochschulen locken in die Natur, auf die Bühne, ins Labor und auf die Dächer.

Viola Zech

BerlinKunst, Politik, Naturwissenschaften oder Digitale Kommunikation – bei den Sommerkursen der Berliner Universitäten und Fachhochschulen ist für jeden Geschmack etwas dabei – eine kleine Auswahl.

KUNSTFORMEN VERKNÜPFEN

Die „KlangKunstBühne“, die Internationale Sommerakademie der Universität der Künste Berlin (UdK), findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Die interdisziplinären Workshops richten sich an Künstler und Kunststudenten. Ihr Ziel: Sie will Menschen aus unterschiedlichen Kunstsparten zusammenbringen, damit neue Ideen entstehen. Geleitet werden die Kurse von Dozenten, die laut UdK als „Pioniere spartenübergreifenden Kunstschaffens“ gelten. So etwa der Schweizer Musiker, Schauspieler und Regisseur Ruedi Häusermann, der in seinem Kurs Musik, Theater und bildende Kunst verknüpft. Im Workshop der Sängerin Lauren Newton geht es dagegen um den kreativen Umgang mit Tönen, Geräuschen, Melodien – und Zeit.

Das Rahmenprogramm, in dem die Dozenten der „KlangKunstBühne“ über die Leidenschaft für ihren Beruf sprechen, ist für alle Interessenten geöffnet. Gleiches gilt für das Projekt „Südliche Autobahn“: Hier gehen die Teilnehmer im Bus auf eine musiktheatralische Reise zu verschiedenen Raststätten im Süden Berlins. „Was dort genau passiert, bleibt aber noch eine Überraschung“ sagt Organisatorin Irene Kletschke.

DIGITALE WELTEN EROBERN

Außerdem im Angebot der UdK: die Workshopreihe „Digitaler Sommer“. „Die Kurse sind speziell für Teilnehmer gedacht, die im Berufsleben stehen und sich ein Update verschaffen wollen“ erklärt Daniel Michelis, Seminarleiter beim „Digitalen Sommer“. Die Veranstaltungen sind zwar auch mit theoretischen Teilen gespickt. Im Vordergrund steht aber die praktische Anwendung – zum Beispiel beim „Chance Web 3D: Second- Life-Workshop“ oder dem Pocast-Seminar „Du bist der Sender!“.

MALEN UND ZEICHNEN IM GRÜNEN

Die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW) bietet Kunstinteressierten zwei Sommercamps in der Natur an. Beim einwöchigen „Sommercamp Figur“ lädt die ehemalige Professorin Gudrun Großmann-Pally die Teilnehmer auf ihren Gutshof in der Uckermark ein, wo sie Einblicke in figürliches Zeichnen bekommen. Sechs Stunden am Tag steht die Anatomie des Menschen im Mittelpunkt. „Der Kurs ist offen für jeden, der sich für figürliches Zeichen interessiert. Man muss keine Vorkenntnisse mitbringen“ sagt Großmann-Pally.

Auch der zweite Kurs, das „Sommercamp Natur“, findet in der Uckermark statt. Geleitet wird es von Jens Steinberg, Grafikdesigner, Maler und freier Dozent. Bei ihm lernen die Teilnehmer direkt in der Brandenburgischen Landschaft gestalterische Grundkenntnisse – „sowohl graphisch, also schwarz-weiß, als auch in Farbe“ berichtet Jens Steinberg. Der Kurs richtet sich vor allem an Menschen, die ein Kunststudium anstreben, kann aber auch von allen anderen Kunstinteressierten besucht werden.

ÜBER EUROPA DISKUTIEREN

Die Internationale Sommer Universität der Freien Universität Berlin (FUBiS) bietet in diesem Jahr vor allem Kurse in Geistes- und Kulturwissenschaften an. Das Programm richtet sich an internationale und deutsche Studierende, die bereits ein einjähriges Studium hinter sich haben. Im Seminar „The European Union in the 21st Century – Internal & External Challenges“ werden zum Beispiel aktuelle Probleme der Europäischen Union diskutiert. Nachmittags stehen Besuche des Auswärtigen Amts und verschiedener Botschaften auf dem Programm.

IN STUDIENFÄCHER SCHNUPPERN

Schülern der 10. bis 13. Klasse bietet die Freie Universität die Möglichkeit, in verschiedene Studienfächer hineinzuschnuppern. Auf dem Programm stehen Biologie, Physik, Chemie, Informatik und Mathematik. Betreut werden die Schüler von Studenten und Wissenschaftlern. Im Kurs „Ökophysiologie: Fotosynthese oder warum wir von Luft, Wasser und Licht leben“ wird zum Beispiel anhand von Mais- und Tabakpflanzen gezeigt, wie Fotosynthese funktioniert und wie viel CO2 dabei verbraucht wird. In kleinen Gruppen kann außerdem fleißig experimentiert werden. Ergänzend dazu gibt es kostenlose Vorträge.

BERLIN AUFS DACH STEIGEN

Bereits angefangen hat die „ars 07“, die Sommerakademie der Technischen Fachhochschule Berlin (TFH) für Architekturstudenten. Sie behandelt das Thema „Über den Dächern von Berlin“. Studenten und Dozenten erarbeiten gemeinsam Möglichkeiten, auf den Dächern der Stadt eine Parallelwelt zu entwickeln – die eine Alternative zum Freizeitangebot außerhalb Berlins bietet. Die Ergebnisse können Besucher am 6. Juli bei einer Präsentation im Internationalen Handelszentrum bestaunen. (siehe Infokasten: "Termine, Kosten und Anmeldung")

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