Wirtschaft : Regionale Expo 2000-Projekte vorgestellt

Berlin und Brandenburg mit 42 Beiträgen vertreten / Wirtschaftliche Impulse erhofft
BERLIN (mot).42 Projekte aus Berlin und Brandenburg werden an der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover teilnehmen.Anfang April habe eine Jury beim ersten bundesweiten Ideenwettbewerb 29 "dezentrale Projekte" aus Berlin und 13 aus Brandenburg als beispielhaft ausgewählt, sagte Expo-Generalkommissarin Brigit Breuel am Montag in Berlin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Burkhard Dreher und Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Branoner.Bundesweit seien in der ersten Runde insgesamt 178 von 351 eingereichten Projekten zur Teilnahme zugelassen worden.Die Jury wird in einem Jahr erneut zusammentreffen, um weitere Expo-Beiträge aus den Bundesländern auszuwählen. Die 29 Berliner Projekte kommen aus den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität, Medizintechnologie, Schule, Wasser, ökologisches Bauen, Recycling, Solartechnologie, Umwelt und Kultur.Berlin werde sich im Jahr 2000 auf der "Leistungsschau der guten Ideen" in Hannover als "junge Hauptstadt darstellen und seine innovative und zukunftsbezogene Kraft präsentieren", erklärte Branoner.Die Expo werde keine Verkaufsmesse für Unternehmen sein, sondern zukunftsweisende Ideen der Wirtschaft, der Gesellschaft und einzelner Menschen präsentieren.Als Beispiele nannte Branoner die nachhaltige Stadtentwicklung in der Rummelsburger Bucht, die Entwicklung eines vollimplantierbaren Kunstherzens, die Infobox am Potsdamer Platz und das Entwicklungsprojekt Berlin-Adlershof.Als bevorzugter Aufenthaltsort vieler internationaler Expo-Besucher könne Berlin zusätzlich mit täglich rund 25 000 Übernachtungen rechnen, prognostizierte Branoner.Dies entspreche Einnahmen von etwa 750 Mill.DM. Das Motto der Expo "Mensch, Natur, Technik" sei Brandenburg "auf den Leib geschnitten", betonte Wirtschaftsminister Dreher und verwies auf die positive Umweltbilanz des Landes seit der Wende.Für die bislang 13 ausgewählten Projektträger habe die Weltausstellung bereits begonnen.Ein "heilsamer Zeitdruck" beschleunige die Vorarbeiten.Unter anderem wird Brandenburg auf der Expo mit dem Museumspark Baustoffindustrie Rüdersdorf unter dem Motto "Zement zwischen zwei Jahrtausenden" vertreten sein.Dreher verwies ferner auf einen Beitrag der Stadt Forst, wo unter Beteiligung der Deutschen Telekom und der Firma Siemens demonstriert werden soll, welchen standortpolitischen Nutzen der Einsatz modernster Telekommunikationstechnik für eine strukturschwache Region an der EU-Außengrenze haben kann. Dreher und Breuel unterstrichen den "Marketingvorteil", den Unternehmen und Regionen des Landes durch eine Expo-Teilnahme hätten.Besonders in den neuen Bundesländern stoße die Weltausstellung auf großes Interesse, sagte Frau Breuel.Der Osten Deutschlands habe offenbar erkannt, daß die Expo eine einmalige Gelegenheit biete, sich als moderner, innovativer und zukunftsorientierter Standort zu präsentieren.Mit den bundesweit ausgewählten Projektträgern würden in den kommenden Wochen Gespräche aufgenommen, um Nachbesserungen zu vereinbaren und inhaltliche "Leuchttürme" herauszuarbeiten.Halbjährlich werde künftig Bilanz gezogen.Abschließend sollen alle Expo-Beiträge registriert und in ein umfangreiches Nachschlagewerk aufgenommen werden.Weitere Ideen seien gesucht, sagte die Generalkommissarin.Branoner rief "die Tüftler in den Labors und Unternehmen" auf, sich mit guten Ideen am Wettbewerb um eine Expo-Teilnahme zu beteiligen Frau Breuel bekräftigte das Ziel der Expo-Veranstalter, die Weltausstellung mit einer "schwarzen Null oder einem kleinen Gewinn" abzuschließen.Die Expo 2000 Hannover GmbH, die über ein Budget von 2,86 Mrd.DM verfügt, will rund 1,6 Mrd.DM Eintrittsgelder einnehmen.Die restlichen Erlöse sollen sich aus Sponsorengeldern, Lizenzen, Konzessionen und Mieten zusammensetzen.Erwartet werden Aussteller aus mehr als 150 Nationen und rund 40 Millionen Besucher.Bisher haben 128 Länder ihre Teilnahme zugesagt.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben