Wissen : Austritte wegen Streit um Eschenburg

Nach der Abschaffung des Theodor-Eschenburg-Preises durch die Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) sind namhafte Politologen aus dem Verband ausgetreten. Am Dienstag erklärte der durch seine Fernsehauftritte bekannte Parteienforscher Jürgen Falter seinen Rückzug. Falter war von 2000 bis 2003 Vorsitzender der DVPW. Die Abschaffung des Preises kritisierte Falter gegenüber dem Tagesspiegel als „völlig unprofessionell“. Über Eschenburgs Verhalten in der NS-Zeit sei noch viel zu wenig bekannt. Hintergrund des Streits sind Erkenntnisse des Politologen Rainer Eisfeld. Demnach war Eschenburg Mitglied der SS und hat an der „Arisierung“ eines jüdischen Unternehmens mitgewirkt. Eschenburg gilt als Gründervater der deutschen Politikwissenschaft nach 1945.

Als „Sündenfall“ bezeichnete Falter die Veröffentlichung einer privaten E-Mail durch die DVPW. Darin hatte der Eschenburg-Schüler Gerhard Lehmbruch Mutmaßungen über Eschenburgs Verhältnis zur Judenverfolgung geäußert, von denen er sich aber inzwischen distanziert. Ebenfalls wegen der Veröffentlichung der E-Mail hat bereits am Freitag die Hamburger Politologin Christine Landfried ihren Austritt erklärt. Landfried führte den Verband von 1997 bis 2000. kru

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