Wissen : Bafög: DGB und DSW fordern automatische Erhöhung

Der DGB und das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordern gemeinsam einen umfassenden Ausbau des Bafögs noch in diesem Jahr. Anlass ist die Verabschiedung des Bafög-Berichts am Mittwoch im Bundeskabinett. Statt der üblichen „monatelangen Hängepartie im Bundesrat“, sollten die Bedarfssätze „regelmäßig und dynamisch“ an die Preis- und Einkommensentwicklung angepasst werden, erklärt Ingrid Sehrbrock, die stellvertretende DGB-Vorsitzende. Auch sollten mehr Menschen Bafög-berechtigt sein, fordern der DGB und das DSW.

Nach Achim Meyer auf der Heyde, dem Generalsekretär des DSW, müssten die Freibeträge um mindestens sechs Prozent und die Bedarfssätze um mindestens fünf Prozent erhöht werden. Andernfalls würden bald weniger Studierende gefördert werden und die durchschnittliche Förderung würde sinken. Bund und Länder müssten für den Bafög-Ausbau mindestens 165 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. Im Jahr 2010 stellten sie für das Bafög 2,86 Milliarden Euro bereit.

Der hälftige Darlehensanteil für das Bafög soll gesenkt oder ganz gestrichen werden, bei einem Wechsel des Studienfachs soll großzügiger verfahren werden. Die Förderungshöchstdauer soll über Ausnahmefälle hinaus ausgedehnt werden können, fordern DGB und DSW.

Auch müsse das Bafög an die Bedingungen von Bachelor und Master angepasst werden. Förderungslücken beim Übergang müssten geschlossen werden. Bafög-Empfängern müsse es auch erlaubt sein, ihr gesamtes Studium in einem EU-Land außerhalb Deutschlands zu absolvieren. Die Altersgrenze soll gestrichen werden. Bisher dürfen Studienanfänger im Bachelor nicht älter als 30 Jahre alt, im Master nicht älter als 35 Jahre sein, wenn sie Bafög bekommen wollen. Weil die Hochschulen zunehmend Teilzeitstudien einführten, müsse auch das Studium in Teilzeit förderungsfähig sein. Schon jetzt absolvierten 21 Prozent der Studierenden in Vollzeitstudiengängen faktisch ein Teilzeitstudium. DGB und DSW fordern auch ein neues Schüler-Bafög für Oberstufenschüler. Für Studierende mit Behinderungen müsse das Bafög Hilfsmittel wie Fahrdienste oder technische Hilfsmittel berücksichtigen, studierende Eltern müssten ebenfalls stärker gefördert werden. akü