Hochschulforum Digitalisierung : Unis brauchen eine Strategie für die Online-Lehre

Auch in Deutschland setzen die Hochschulen verstärkt auf die digitale Lehre. Der Expertenkreis des "Hochschulforums Digitalisierung" hat jetzt Empfehlungen abgegeben, wie die Angebote verbessert werden können.

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Eine junge Frau sitzt auf einem Sofa und arbeitet auf dem Laptop.
Zu Hause in der Vorlesung. Damit Studierende bei Online-Vorlesungen nicht aussteigen, müssen sie didaktisch gut aufbereitet sein.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Von der Studienfachwahl über die Kursanmeldung und Online-Vorlesungen bis hin zu Prüfungen am Laptop läuft an den Hochschulen mehr und mehr digital. Doch nutzerfreundliche und stets aktualisierte Angebote zu machen, die auch dem Datenschutz gerecht werden, ist eine große Herausforderung für die Unis. Jede Hochschule brauche deshalb eine eigene Strategie für die Etablierung der neuen Medien, heißt es in einem Thesenpapier, das das Hochschulforum Digitalisierung jetzt in Berlin veröffentlicht hat. Das Hochschulforum ist ein gemeinsames Projekt der Hochschulrektorenkonferenz, des Centrums für Hochschulentwicklung und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wird.

Neue didaktische Ansätze für digitale Lehre

Die Digitalisierung der Lehrangebote setze die Hochschulen noch stärker als bisher dem internationalen Wettbewerb aus, schreiben die Experten. Gemeint sind vor allem Massive Open Online Courses (MOOCs), also Online-Vorlesungen, die Universitäten weltweit frei verfügbar und bislang gebührenfrei ins Netz stellen. Die Produktion und die Betreuung der MOOCs etwa durch Online-Mentoren ist überaus aufwändig. Das Hochschulforum wirbt, dass sich Unis damit „durch exzellente Lehre profilieren“ könnten.

Von flexiblen und effizienten Online- und Fernstudienangeboten würden zudem berufstätige Studierende profitieren - und Studierende, die während eines Auslandsaufenthaltes mit ihrer Heimatuni in Kontakt bleiben wollen, heißt es. Digitale Lehrangebote müssten aber auch durch neue Ansätze in der Didaktik, in den Curricula und in der Lehrorganisation begleitet werden. Dabei müsse es darum gehen, das Lernen aktiver, individualisierter und motivierender zu gestalten. Auch das Urheberrecht müsse neu geregelt werden, damit digitale Lehr- und Lerninhalte umfassend verbreitet werden können.

Staatssekretärin: Chancen der Digitalisierung besser nutzen

Bei einer Fachtagung des Hochschulforums am Mittwoch in Berlin sagte Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, Schulen, Hochschulen und Weiterbildungsinstitutionen müssten "die Chancen der Digitalisierung noch besser ausschöpfen". Wichtig seien auch Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Angebote.

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