Schule und Gesellschaft : Schüler im Osten sind besser in Zeitgeschichte

Schüler in Thüringen wissen mehr über deutsche Zeitgeschichte als Jugendliche in Nordrhein-Westfalen. Das ergab die jetzt veröffentlichte Länderauswertung einer Studie des Forschungsverbundes SED-Staat der FU Berlin zum Geschichtswissen.

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Ihr überdurchschnittliches Wissen verdankten die in Thüringen befragten Neunt- und Zehntklässler größtenteils ihrem Geschichtsunterricht, in dem sie Tests zufolge besonders viel hinzulernen. Besser als im Bundesdurchschnitt könnten sie etwa die politischen Systeme auseinanderhalten. Die im Juni veröffentlichte bundesweite Überblicksstudie hatte ergeben, dass viele Jugendliche nicht zwischen Demokratie und Diktatur, zwischen Nationalsozialismus, DDR und Bundesrepublik unterscheiden können.

Auffällig in Thüringen sei aber das mehrheitlich „neutrale oder positive DDR-Bild“ der Schüler, auch wenn sie die Geschichte der SED-Diktatur im Schulunterricht behandelt haben, schreiben die Forscher. Ein Viertel der ansonsten sehr gut informierten Schülern in Sachsen-Anhalt ist zudem der Ansicht, „Adolf Hitlers Politik wäre ohne den Zweiten Weltkrieg und die Judenvernichtung richtig gewesen“. Am geringsten sei das Geschichtswissen in Nordrhein-Westfalen, heißt es. So sei 60 Prozent der Schüler nicht bewusst, dass die Bundesrepublik auch vor der Wiedervereinigung ein Rechtsstaat war. Berlin nahm nicht teil – die Schulverwaltung hatte methodische Zweifel.

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