Kladow ist die Wahlheimat der Karnevalistinnen aus Spandau : Fidele Landeier im Dutzend

Blaue Perücken und Schürzen sind das Markenzeichen der Immigrantinnen aus den närrischen Hochburgen der Republik.

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Die Kladower Landeier als BER-Stewardessen.
Die Kladower Landeier als BER-Stewardessen.Foto: privat

Heute machen sie zur Weiberfastnacht wieder das „Dorf“ unsicher, Ilona Messmer-Zepf und ihre elf Mitstreiterinnen von den Kladower Landeiern. Die Geschäftsleute im Süden Spandaus sind schon eingestellt auf den jährlichen Besuch der fidelen Damen, halten ein Getränk oder einen kleinen Imbiss bereit. Danach geht es an diesem Karnevals-Wochenende, das hierzulande eher im Verborgenen gefeiert wird, noch ins Gaffel-Haus im fernen Berlin (Für Nicht-Rheinländer: Gaffel ist Kölsch, ein Getränk das die Kölner für Bier halten), und auch beim Karneval im Bundestag sowie – zünftiger – in den Landesvertretungen von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, ist man gern gesehener Gast.

Es begann mit einem Bollerwagen und acht Flaschen Eierlikör

Im Jahr 2000 taten sich acht feierfreudige Damen zusammen, die es aus dem Rheinland und anderen närrischen Hochburgen in den Spandauer Süden verschlagen hatte, um fortan aktiv ins eher verhaltene Karnevalstreiben der Hauptstadt einzugreifen. Mit einem Bollerwagen und acht Flaschen Eierlikör beteiligten sie sich ein Jahr später erstmals am Berliner Karnevalsumzug, um die Berliner „das Gelbe vom Ei“ schmecken zu lassen. Markenzeichen waren von Anfang an die blauen Perücken und Schürzen, die jeweils mit aktuellen Accessoires zum jeweiligen Thema des Jahres ergänzt wurden, von Michael Jackson über Piratinnen (zu deren Einzug ins Abgeordnetenhaus) bis hin zu Stewardessen (zum BER-Motto „Von wo fliegen Sie denn?“).

Beim Umzug, der nach zweijähriger Zwangspause 2016 einen Neuanfang machte, ist man nicht mehr dabei. Das ist den aktuell zwölf Landeiern - inzwischen sind auch „Nordlichter“ dabei, die man für den Karneval begeistern konnte - inzwischen zu beschwerlich. Dafür will man jetzt eventuell auch in die Spandauer Schulen gehen, mal sehen, wie die Kids die realen Närrinnen zwischen ihren virtuellen Heldinnen einordnen. Und Aschermittwoch ist nicht wirklich alles vorbei. Außerhalb der närrischen Zeit engagiert man sich beispielsweise beim Kladower Imchenfest für soziale Belange oder initiiert Veranstaltungen wie „Kladower kochen für Kladow“.

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