Spielplatz in der Landstadt Gatow : Wenn Kinder drei Jahre auf eine Pumpe warten

Seit 2013 wartet Jörg Flachowsky auf die Reparatur des Spielplatzes. Jetzt sollen das Wasserspiel und die Seilbahn endlich wieder in Betrieb genommen werden, doch sein Sohn kommt in die Schule und braucht das Angebot nicht mehr.

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Die eingezäunte Wasserpumpe.
Die eingezäunte Wasserpumpe.Foto: Flachowsky

Im Frühjahr 2012 ist Jörg Flachowsky mit seiner Familie in die Landstadt Gatow gezogen. Damals war sein Sohn zwei Jahre alt und gerne nutzte man den Spielplatz an der Straße Am Flugplatz Gatow mit Rutsche, Wippe, Klettergerüst und Wasserpumpe. Doch bereits im Folgejahr war die Freude getrübt, denn die Pumpe funktionierte nicht mehr. Und auch die Seilbahn war defekt. Bei regelmäßigen Nachfragen im zuständigen Grünflächenamt wurde der Vater bis heute vertröstet.

Reparatur musste ausgeschrieben werden

Eine erste Nachfrage im Juni 2013 brachte die Auskunft, dass es sich um eine größere Reparatur handele, die ausgeschrieben werden müsse. Deshalb werde wohl erst 2014 alles wieder funktionieren. „Im Juni 2014 ging das Spiel von vorn los“, berichtete Flachowsky dem Tagesspiegel. „Ich habe wiederum beim Bezirksamt Spandau nachgefragt, wann denn die Seilbahn und die Pumpe funktionieren. In der Rückantwort wurde mir mitgeteilt, dass man überrascht wäre, dass die Arbeiten nicht ausgeführt wurden, aber es sollte alles noch in diesem Sommer funktionieren.“

Nichts geschah und 2015 hieß es dann, dass im Rahmen des Kita- und Spielplatzsanierungsprogramms der komplette Spielplatz bis zum Sommer neu gestaltet werde. „Da die Gelder nur in 2015 zur Verfügung stehen können sie sicher sein, dass die Maßnahme noch in diesem Jahr fertiggestellt wird“, teilte das Amt dem drängenden Vater mit. Doch auch im März dieses Jahres war der Spielplatz noch immer von einem Bauzaun umgeben. Einige Wochen später wurde die Anlage dann doch endlich eröffnet, nur die Wasserpumpe funktionierte noch immer nicht. Sie wurde jetzt mit einem eigenen Bauzaun versehen. Und auch die Seilbahn wurde im Mai wieder gesperrt. Weil fälschlich ein zu langer Schlitten montiert worden war, so erfuhr Jörg Flachowsky.

Seilbahn ohne Schlitten.
Seilbahn ohne Schlitten.Foto: Flachowsky

Die Wasserpumpen haben sich auf allen Spandauer Spielplätzen aufgrund der bisher eingesetzten Druckluft-Technologie als extrem störanfällig erwiesen, sagte Baustadtrat Carsten Röding (CDU) dem Tagesspiegel auf Nachfrage. Diese wird jetzt durch ein Druckspüler-System ersetzt. Diese Umrüstung kann nur von einer Spezialfirma durchgeführt werden und war deshalb nicht im Rahmen der allgemeinen Spielplatzsanierung möglich. Der Umbau in der Landstadt ist jetzt abgeschlossen, doch muss noch von einer anderen Firme der offenliegende Schacht mit der Pumpentechnik geschlossen werden. Auch die Seilbahnen bereiten immer wieder Probleme, so der Kommunalpolitiker. Hier müssen auf insgesamt drei Spielplätzen in Spandau zu harte Federn ausgetauscht werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass Kleinkinder vom Schlitten geschleudert werden. Röding hofft, dass Pumpe und Seilbahn bis zum Wochenende wieder betriebsbereit sind. Jörg Flachowsky ist es langsam egal. „Mein Sohn fährt jetzt sowieso lieber Fahrrad oder geht Fußball spielen. Vielleicht hat die nächste Generation mehr Erfolg.“

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