Bundestraße B2 von Berlin : Neue Tram in Potsdam, neuer Stau in Potsdam

Für den Bau der neuen Straßenbahnstrecke in den Potsdamer Norden werden Autos vier Monate lang umgeleitet. Betroffen sind auch Pendler und die Buslinie von Berlin-Spandau nach Potsdam.

Marco Zschieck
Wenn die neue Straßenbahn kommt, müssen die Autofahrer ausweichen.
Wenn die neue Straßenbahn kommt, müssen die Autofahrer ausweichen.Fotos: Tsp,dpa

Auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) wird sich ab Mai wohl einen neuen Arbeitsweg suchen müssen. Der direkte Weg von seinem Domizil auf dem Plattner-Campus am Jungfernsee zu seinem Amtssitz in der Friedrich- Ebert-Straße dürfte dann nämlich wegen einer Großbaustelle ungemütlich werden. Jakobs, der die Strecke auch schon mal mit dem Fahrrad zurücklegt, kann aber ausweichen – über den Uferweg am Jungfernsee und am Neuen Garten entlang.

Tausende rollen hier von Spandau nach Potsdam

Diese landschaftlich reizvolle Route wird Autofahrern jedoch verwehrt bleiben. Für sie dürfte es größere Probleme geben. Bereits ab Mai wird die Nedlitzer Straße nämlich stadteinwärts Richtung Potsdam halbseitig gesperrt. Die Verbindung betrifft nicht nur die Anwohner des Potsdamer Nordens; sie dient auch als viel befahrene Bundesstraße B2 und führt von Berlin-Spandau nach Potsdam. Auch die Buslinie 638 zwischen beiden Städten rollt dort entlang. Der Verkehr soll dann – siehe Grafik – über die Amundsenstraße, die Potsdamer Straße und die Pappelallee umgeleitet werden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Eine Tram wird kommen. Die Spaten wurden im vergangenen Herbst schon mal hübsch in den Boden gerammt. Soll heißen: kann losgehen!
Eine Tram wird kommen. Die Spaten wurden im vergangenen Herbst schon mal hübsch in den Boden gerammt. Soll heißen: kann losgehen!Foto: Andreas Klaer

Schuld ist die neue Tram-Trasse

Mit dem Beginn der Sommerferien am 20. Juli werden die Autofahrer dann vor eine noch größere Herausforderung gestellt: Dann soll die Nedlitzer Straße komplett geschlossen werden. Die 20 000 Fahrzeuge, die täglich die Brücke über den Sacrow-Paretzer-Kanal überqueren, werden sich dann andere Wege suchen müssen. Allerdings geht die Stadtverwaltung üblicherweise davon aus, dass die Verkehrsbelastung in der Zeit der Sommerferien geringer ist – nicht zuletzt, weil weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren.

Für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf das rote Kreuz.
Für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf das rote Kreuz.Simulation: Fabian Bartel

Hintergrund der Straßensperrung ist der Bau der neuen Straßenbahntrasse von der Viereckremise zum Campus am Jungfernsee. Das dort ansässige SAP Innovation Center hatte mehrfach auf eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gedrungen. Siebeneinhalb Millionen Euro soll der Neubau kosten. Die Strecke ist nach den Plänen des Verkehrsbetriebs (ViP) genau 1125 Meter lang. Sie wird vom jetzigen Endpunkt an der Viereckremise entlang der Georg-Hermann- Allee führen. Von dort biegt die Trasse stadtauswärts nach links in die Nedlitzer Straße ab und verläuft zunächst auf einer Länge von gut 200 Metern eingleisig auf der Fahrbahn. Die Straße selbst wird verbreitert, sodass es weiterhin pro Richtung eine Fahrspur für Autos gibt. Ein eigenes zweigleisiges Bett für die Tram ist an dieser Stelle der Nedlitzer Straße nicht möglich, weil die Straße sonst zu dicht an die bestehende Wohnbebauung rücken würde.

Bislang läuft alles nach Plan

Oberhalb der Fritz-von-der-Lancken- Straße soll die Strecke dann zweigleisig weiterführen. Dort sind bereits ein Dutzend Bäume gefällt worden, um Platz für die Neubaustrecke zu schaffen. An der neuen Endhaltestelle am Campus Jungfernsee soll es eine Wendeschleife für die Linie 96 geben. Wie jetzt schon an der Endhaltestelle der Linie 92 in der Kirschallee sollen die Fahrgäste auch dort von der Tram in den Bus direkt umsteigen können. Eine neue Haltestelle mit dem Namen Rote Kasernen ist künftig vor dem Aldi-Markt an der Einmündung der Georg-Hermann-Allee in die Nedlitzer Straße vorgesehen.

An dieser Stelle wirken sich die Bauarbeiten bereits jetzt auch auf den Straßenverkehr aus. Die Georg-Hermann-Allee ist noch bis September zwischen Viereckremise und Nedlitzer Straße wegen der vorbereitenden Arbeiten für die Streckenerweiterung der Straßenbahn halbseitig gesperrt und als Einbahnstraße in Richtung B2 ausgewiesen. Ab Mittwoch ist auch die Einmündung von der Georg-Hermann-Allee in die Straße Viereckremise voll gesperrt. Die Sperrung soll voraussichtlich bis zum 30. April dauern. Die Zufahrt in die Viereckremise ist nur noch über die Nedlitzer Straße möglich.

Die im Oktober begonnenen Bauarbeiten für die Tramtrasse liegen nach Angaben des Verkehrsbetriebs derzeit im Kosten- und im Zeitplan. Die Tiefbauarbeiten haben bereits begonnen, so ViP-Sprecher Stefan Klotz. Derzeit würden die Fundamente für die späteren Oberleitungsmasten gebaut. Zuvor war der Innenbereich der Wendeschleife an der jetzigen Endhaltestelle Viereckremise als Baustellenstandort eingerichtet worden. An den Roten Kasernen wurden ebenfalls bis Ende November 2016 Bäume und Sträucher entfernt.

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