Mord an Münzhändler : Täter kommt in die Psychiatrie

Er hatte einen kleinen Münzladen in Moabit, war ein Händler der alten Schule. Im März 2013 wurde der 73-Jährige von Asmir A. brutal zusammengeschlagen und starb an den Folgen der Verletzungen. Der Täter, so stellte das Gericht jetzt klar, sei aber bei dem Überfall nicht schuldfähig gewesen.

von

Der Münzhändler war ein freundlicher älterer Herr ohne Reichtum. Er ging auch mit 73 Jahren noch fast täglich in sein Geschäft in der Beusselstraße in Moabit. Ein unscheinbarer und kleiner Laden. Dennoch hoffte Asmir A. große Beute zu machen. Der 24-Jährige habe den gehbehinderten Mann brutal angegriffen, „ihm regelrecht den Schädel zertrümmert“, stand nun für das Landgericht fest. A. sei jedoch aufgrund einer schizophrenen Erkrankung schuldunfähig gewesen und könne nicht als Mörder bestraft werden. Die Richter ordneten die Unterbringung in der Gerichtspsychiatrie an.

Gernot D. galt als Münzhändler der alten Schule. Sammler schätzten ihn sehr. Er hatte sich auf antike Münzen spezialisiert, Gold und Geschmeide aber gab es in seinem Geschäft nicht. Etwa zwanzig Jahre stand er in Moabit hinter dem Tresen, davor hatte er einen Laden in Wilmersdorf. Er engagierte sich auch sozial. Zuletzt war er auf einen Rollator angewiesen. „Er brauchte morgens zwei Stunden, um in Gang zu kommen“, sagte seine Schwester im Prozess. Sie war es auch, die am 27. März die entsetzliche Entdeckung machte: „Sein Pullover war über den Kopf gezogen, alles war voller Blut.“

Unter seinen Fingernägeln und in seinen Jackentaschen fand man Blutstropfen des mutmaßlichen Täters. Sie führten zu Asmir A., einem vorbestraften Mann. Er wurde in Belgien gefasst. Zu Beginn des Prozesses vor drei Monaten hatte er den Mord lediglich pauschal bestritten. Davor hatte er einem Mithäftling anvertraut, ein fremder habe in seinem Körper gesteckt. Die Verteidigerin schloss nicht aus, dass es einen zweiten Täter gab. Die Anwältin plädierte auf einen Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Richter sahen für einen weiteren Schläger im Laden jedoch keinen Hinweis: „A. war nicht der kleine Schmieresteher, er ist ganz klar Täter.“ Die Spurenlage überführe ihn. Ob es möglicherweise einen Auftraggeber gab, sei offen. Der aus Bosnien-Herzegowina stammende A. leidet seit Jahren an einer schizophrenen Erkrankung. Ohne Behandlung sei er gefährlich für die Allgemeinheit, befanden die Richter und verfügten die Unterbringung im sogenannten Maßregelvollzug.

14 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben